Medienmitteilung

Psychosoziale Beratung und Begleitung der kantonalen Lungenligen

2001-12-21T17:48:27

Bern (ots) -

Eine Lungenkrankheit kommt selten alleine
Chronische Erkrankungen der Atemwege oder der Lunge
belasten die Betroffenen nicht nur physisch. Oft machen sie auch
Angst und führen zu Missstimmung, Depression oder gar Vereinsamung.
Mit ihrem Angebot der psychosozialen Beratung und Begleitung helfen
die kantonalen Lungenligen den Betroffenen, mit ihren psychischen
Belastungen und in ihrem schwierigen Alltag besser zurecht zu kommen.
Chronische Krankheiten können die Betroffenen aufgrund der Dauer,
des Verlaufes oder der ständigen Schmerzen und Einschränkungen in
eine schwierige psychische oder psychosoziale Situation bringen.
Schwere Lungen- und Atemwegserkrankungen sind in dieser Hinsicht
besonders heimtückisch: Permanente Atembeschwerden, das beklemmende
Gefühl, zu wenig Luft zu bekommen und dadurch Kraft zu verlieren,
lösen bei den Patientinnen und Patienten häufig Ängste, Panik und
zuweilen depressive Stimmungen aus. So befinden sich Menschen mit
einer chronischen Bronchitis, schwerem allergischem Asthma, einem
Lungenemphysem, Cystischer Fibrose oder einer Tuberkulose nicht
selten in einem Teufelskreis, aus dem sie alleine nicht mehr
herauskommen: Was tun, wenn die Krankheit bei jeder Aufregung Luft
und Kraft kostet? Wie weiter, wenn man deshalb nicht mehr arbeiten
kann, seine Freunde verliert? Wie kommt man in dieser Lage mit den
eigenen Unsicherheiten und Ängsten zurecht? Wie verhält man sich
gegenüber den zuweilen pedantischen Forderungen der Versicherungen
und Behörden. Wie kämpft man für seine Lebensqualität, seine
verbrieften Ansprüche und Rechte, wenn Kraft und Mut zu kämpfen,
schlichtweg fehlen?
Resignieren oder kämpfen?
Der Teufelskreis, in dem sich Lungenkranke und Atembehinderte
häufig befinden, ist nicht einfach zu durchbrechen: Je passiver sie
sich verhalten, desto weniger Schmerzen bereitet das Atmen. Je
aktiver und entschlossener sie aber gegen die Krankheitsfolgen wie
Teil- oder Vollinvalidität, Erwerbsausfall, gesellschaftliche
Isolation etc. ankämpfen, desto stärker machen sich oft Atemnot,
Schmerzen oder die fehlende Kraft bemerkbar. Der Grund: In
Stress-Situationen beschleunigt sich die Atmung, wodurch die
bestehende Unterversorgung mit Sauerstoff beziehungsweise die Folgen
der Atembehinderung noch verstärkt werden.
Die kantonalen Lungenligen helfen weiter!
Nebst der Atemtherapie mit speziellen Geräten gehört die
psychosoziale Beratung und Begleitung zu den wichtigen Aufgaben der
kantonalen Lungenligen und deren regionalen Beratungsstellen. Die
psychosoziale Beratung wird von Krankenschwestern/pflegern und/oder
Sozialarbeitern/innen vor Ort durchgeführt. Je nach Person beinhaltet
die Hilfe: Beratung bei persönlichen, familiären und sozialen
Problemen, Rechts- und Versicherungsberatung, Unterstützung in
finanziellen Notsituationen, Hilfe bei Wohnproblemen, Koordination
von Bezugspersonen, Erschliessung von eigenen Ressourcen und
Vermittlung von Dienstleistungen.
Gehör bei einer neutralen Stelle finden
Wer seinen Leben lang selbständig und nie auf fremde Unterstützung
angewiesen war, tut sich mit Hilfe von aussen oft schwer. Wenn
krankheitsbedingt berufliche Leistungseinbussen, finanzielle Engpässe
oder eine gesellschaftliche Isolation und depressive Verstimmungen
resultieren, wird «fremde Hilfe» oft erst angenommen, wenn es schon
fast zu spät ist: Wenn die Wohnung oder die Arbeitsstelle schon
gekündigt, wenn die Unstimmigkeiten mit Behörden, Vermietern,
Arbeitgebern oder Familienmitgliedern schon weit fortgeschritten
sind. Oft ist nur eine vorübergehende Hilfe nötig, um die
Verhältnisse wieder so weit ins Lot zu bringen, dass die Betroffenen
die Dinge wieder selbst in die Hand nehmen können. Es gibt aber auch
Fälle, bei denen die Lungenligen eine langfristig stützende Funktion
ausüben. Für diese Langzeitkranken ist es wichtig, sich bei Bedarf an
eine neutrale Stelle wenden zu können, wo sie Gehör finden, ohne als
Person in Frage gestellt zu werden. Durch den regelmässigen Kontakt
mit der Beratungsstelle kann eine tragfähige Beziehung entstehen.
Diese erlaubt es, einzelne psychische Schwierigkeiten anzugehen und
in kleinen Schritten eine Veränderung im Denken und Verhalten der
Betroffenen zu bewirken. Dadurch können die Langzeitpatienten
stabilisiert werden.
Die psychosoziale Beratung und Begleitung der Lungenliga
Schwerpunktthema der neusten Ausgabe von inspiration, das
Informationsmagazin der Lungenliga
Eingehend mit dem Thema psychosoziale Beratung und Begleitung von
Lungenkranken und Atembehinderten befasst sich das
Informationsmagazin «inspiration» der Lungenliga Schweiz, Nr. 6/01.
Es erscheint auf deutsch, französisch und in einer Sonderausgabe auch
auf italienisch. Einzelexemplare können gratis bezogen werden bei:
Lungenliga Schweiz LLS
   Nadia Schawalder
   Südbahnhofstrasse 14 c
   3000 Bern 17
Tel. +41 31 378 20 50
   Fax +41 31 378 20 51
   n.schawalder@lung.ch
Weitere Informationen über die Dienstleistungen der Lungenliga
zugunsten von Menschen mit Lungen- und Atemwegserkrankungen erhalten
Sie über:
Internet: www.lung.ch 
   E-Mail: Info@lung.ch

Kontakt:

Werner Vogel, Leiter Marketing und PR, Lungenliga Schweiz,
Südbahnhofstr. 14c, 3000 Bern 17, Tel. +41/31/378'20'54, Natel
+41/76/386'46'97, E-Mail: w.vogel@lung.ch

Permalink:


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Weiterführende Informationen

http://www.lungenliga.ch

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