Medienmitteilung
Gebirgsmanifest für die sofortige Umsetzung einer verträglicheren
Verkehrspolitik übergeben
2001-11-30T17:22:52
Altdorf (ots) - Heute Mittag übergab die Alpen-Initiative zusammen
mit ITE (Initiative Transport Europe), T&E (Transport &
Environnement) und Greenpeace den Verkehrsministern ein
Gebirgsmanifest für die sofortige Umsetzung einer verträglicheren
Verkehrspolitik. Hans Werder, Generalsektretär des UVEK, nahm das
Manifest am Rande der Verkehrsministerkonferenz in Zürich zu Handen
der Minister entgegen. Das Manifest ist innerhalb weniger Tage von über 80 Organisationen
aus Deutschland, Liechtenstein, Österreich, Italien, Frankreich,
Spanien, der Niederlande und der Schweiz unterzeichnet worden. Für nachhaltige Alternativen im Transitgüterverkehr in ganz
Europa. GEBIRGSMANIFEST Tunnelkatastrophen am Mont-Blanc, Tauern und Gotthard - jetzt
reichts ! Für die sofortige Umsetzung einer verträglicheren Verkehrspolitik Die unterzeichnenden Organisationen - erinnern angesichts der neuen Katastrophe im
Gotthard-Strassentunnel daran, dass alle Alpenländer sowie die
Europäische Union sich durch die Ratifizierung der Alpenkonvention
rechtlich verpflichtet haben die Belastungen und Risiken im Bereich
des inneralpinen und alpenquerenden Verkehrs auf ein Maß zu senken,
das für Menschen, Tiere und Pflanzen sowie deren Lebensräume
erträglich ist.
- stellen weiter fest, dass diese erträglichen Belastungsgrenzen
heute klar überschritten sind. Dies gilt für die Alpen, wie auch für
die Vogesen und Pyrenäen und andere sensible Gebiete.
- befürchten, dass Mehrverkehr die Risiken, Zahl und Schwere der
Unfälle erhöht. Der Ruf nach weiteren Strassenausbauten ist keine
dauerhafte Lösung.
- rufen in Erinnerung dass Studien der Internationalen
Alpenschutzkommission zeigen, dass die Schienentransporte durch die
Alpen ohne den Bau neuer Infrastrukturen oder die Ausrüstung
bestehender Linien für die Rollende Landstrasse (RoLa) bereits heute
mehr als verdoppelt werden könnten.
Aus diesen Gründen - verurteilen sie die prognostizierte Verdoppelung des Verkehrs
bis 2010.
- fordern sie ein internationales Bürgerbeteiligungsverfahren über
die Verkehrspolitik der Alpen, Pyrenäen und Vogesen nach dem Beispiel
des in Frankreich zu diesem Thema vorgesehenen Verfahrens (débat
national public) und die Verabschiedung eines strikten und
harmonisierten europäischen Maßnahmenpaketes für sensible Regionen.
- wenden sie sich gegen jegliche Neueröffnung oder Wiedereröffnung
eines Tunnels für den LKW-Verkehr vor Abschluß dieses Verfahrens und
vor Verabschiedung drastischer Sicherheitsmaßnahmen, die eine
Zulassung von regionalem LKW-Verkehr erlauben.
- fordern sie parallel dazu einen Plan zur schrittweisen
Reduzierung des LKW-Verkehrs in allen Gebirgstälern mit dem Ziel
seines Abbaus mit Ausnahme des regionalen Güterverkehrs.
- wenden sie sich entschieden gegen jede anlassbezogene oder
dauerhafte Aufweichung oder Ausserkraftsetzung bestehender Verträge
und sonstiger Instrumente, die den Strassengüterverkehr in
Gebirgsräumen begrenzen.
- verurteilen sie die Arbeitsbedingungen und insbesondere die
Arbeitszeiten der LKW-FahrerInnen und verlangen die sofortige,
drastische Verbesserung der Gesetzgebung, die konsequente Umsetzung
bestehender Vorschriften sowie einen Plan zur dauerhaften Bekämpfung
des Sozialdumpings im Verkehrssektor.
- fordern sie eine tatsächliche Verlagerung des Güterverkehrs auf
Schiene und Schiff, die auf einer wirklich sinnvollen Ergänzung der
verschiedenen Verkehrsarten und der vollen Berücksichtung der
Umweltkosten und der sozialen Kosten basiert.
Kontakt: Fabio Pedrina Präsident der Alpen-Initiative Mobile +41 79 249 29 42
Cyrill Studer Greenpeace Schweiz Tel. +41 1 447 41 13
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100002430/100012930
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