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Medienmitteilung: 20 Prozent höhere Prämien: Motorfahrzeugversicherungen massiv teurer

2026-03-26T00:30:20

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Comparis-Womo-Preisindex

20 Prozent höhere Prämien: Motorfahrzeugversicherungen massiv teurer

Die Motorfahrzeugversicherung zählt zu den grössten Kostentreibern im Bereich Wohnen und Mobilität: Während viele Preise zuletzt stabil blieben oder sanken, sind die Prämien innert 5 Jahren um rund 20 Prozent gestiegen und haben sich auch im Jahresvergleich am stärksten verteuert. Zu den Treibern dieser Entwicklung zählen teurere Ersatzteile und komplexere Reparaturen. «Mehr teure Elektronik in Neuwagen führte zu aufwändigeren Reparaturen und teureren Ersatzteilen – und damit zu einem starken Prämienanstieg», beobachtet Comparis-Finanzexperte Dirk Renkert.

Zürich, 26. März 2026 – Seit März 2024 erscheint der Comparis-Womo-Preisindex vierteljährlich in Zusammenarbeit mit dem KOF-Institut der ETH Zürich. Er zeigt, wie sich die Teuerung in den Bereichen Wohnen und Mobilität entwickelt hat.

Laut dem Womo-Preisindex sind im Februar 2026 die Preise für Wohnen und Mobilität in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,2 Prozent gestiegen. Zum Vergleich: Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) des Bundesamtes für Statistik (BFS), der einen Warenkorb von über 1’000 Waren und Dienstleistungen abdeckt, stieg um 0,1 Prozent*. Die Wohnungsmieten als grösster Ausgabeposten haben sich gegenüber dem Vorjahresmonat gar um 1,4 Prozent erhöht.

«Der überdurchschnittlich starke Anstieg der Wohnungsmieten hält unvermindert an. Das ist besonders für einkommensschwache Haushalte bitter, da die Wohnungsmiete den grössten Budgetposten darstellt. Die Schaffung von zusätzlichem und bezahlbarem Wohnraum ist dringend nötig», sagt Comparis-Finanzexperte Renkert.

Starker Anstieg der Motorfahrzeugversicherung in den letzten 5 Jahren

Der Preisanstieg des Womo-Preisindex lag in den letzten 5 Jahren insgesamt bei 10,3 Prozent. Zum Vergleich: Der LIK erhöhte sich in dieser Zeit um 7,3 Prozent*. Zu den Produkten, die sich in den letzten 5 Jahren am stärksten verteuert haben, zählen Energie zum Heizen (Gas, Heizöl, Brennholz und Fernwärme) mit plus 41,2 Prozent, Elektrizität mit plus 34,1 Prozent* und die Motorfahrzeugversicherung mit plus 18,9 Prozent*. Die hohen Anstiege bei der Motorfahrzeugversicherung werden häufig mit höheren Ersatzteilkosten und gestiegenen Reparaturkosten begründet. Ein näherer Blick zeigt: Ersatzteile sind mit plus 19,1 Prozent* in den letzten 5 Jahren besonders stark gestiegen. Aber auch Service- und Reparaturarbeiten für Motorfahrzeuge haben sich um 8,1 Prozent* verteuert.

«Die Motorfahrzeugversicherung hat sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,4 Prozent* erhöht. Die Anpassung der Prämien erfolgt zeitlich verzögert als Reaktion auf die gestiegenen Kosten für Ersatzteile und Reparaturen. Bis 2023 sind die Prämien sogar gesunken. Mehr teure Elektronik in Neuwagen in den letzten Jahren führte zu aufwändigeren Reparaturen und teureren Ersatzteilen wie z. B. Rückspiegeln mit Sensoren und Kameras, LED-Scheinwerfern sowie zur Kalibrierung von Assistenzsystemen – und damit zu einem starken Prämienanstieg. Zusätzlich führte die Zunahme von Schadensfällen wie Hagelschäden zu höheren Kosten. Mit der fortschreitenden technologischen Entwicklung bei Neuwagen werden zunehmend auch Fahrzeughaltende älterer Modelle zur Kasse gebeten», erklärt Renkert.

Zu den Gütern und Dienstleistungen, deren Preise in den letzten 5 Jahren stark gefallen sind, zählen kleine Haushaltsgeräte (minus 8,7 Prozent*), motorbetriebene Werkzeuge für Haus und Garten (minus 7,9 Prozent*), Fahrräder und Elektrofahrräder (minus 3,1 Prozent*) sowie grosse elektrische Haushaltsgeräte (minus 1,4 Prozent*).

Stärkste Preisanstiege in den letzten 12 Monaten

Neben dem starken Anstieg der Motorfahrzeugversicherung gegenüber dem Vorjahresmonat haben sich auch die Preise für Taxi-Fahrten erhöht, nämlich um 3,6 Prozent*. Der Preisanstieg für Dienstleistungen für die Wohnungsreinigung (plus 2,0 Prozent*) war der drittstärkste. Auf Rang 4 und 5 folgen Dienstleistungen für die Versorgung und den Unterhalt der Wohnung sowie Material für Wohnungsreparaturen mit plus 1,6 Prozent* beziehungsweise 1,5 Prozent*.

Stärkster Preisrückgang gegenüber Februar 2025 bei Treibstoffen

Vor 12 Monaten bezahlten Konsumierende für Treibstoff mehr als im Februar 2025. Gemäss der Comparis-Analyse sind die Preise im Vorjahresvergleich um 5,3 Prozent* gesunken.

Am zweitstärksten vergünstigten sich die Preise für andere Gebrauchsgüter für die Haushaltsführung. Sie lagen 5,0 Prozent* tiefer als noch im Februar 2025. Weiter gesunken sind auch die Preise für Energie zum Heizen (Gas, Heizöl, Brennholz und Fernwärme) (minus 4,9 Prozent), kleine Haushaltsgeräte (minus 3,9 Prozent*) sowie Küchen- und Kochgeräte (minus 3,2 Prozent*).

Höchste Teuerung bei Einpersonenhaushalten ab 65 Jahren

Nach Haushaltstypen unterschieden, erlebten Einpersonenhaushalte ab 65 Jahren in den letzten 12 Monaten die höchste Teuerung bei Wohnen und Mobilität. Sie spüren aktuell eine Teuerungsrate von 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch im Februar 2026 wurde das Leben für sie verglichen mit November 2025 noch einmal teurer, und zwar um 0,2 Prozent.

Rein rechnerisch spüren Paare ab 65 Jahren ohne Kinder die Teuerung prozentual am wenigsten. Mit einem Indexstand von 111,5 blieb die gefühlte Teuerung in den Bereichen Wohnen und Mobilität bei ihnen in den letzten 12 Monaten unverändert. Im 3-Monats-Vergleich erhöhte sich die Teuerung für sie im Februar 2026 leicht um 0,1 Prozent.

Tiefste Einkommensklasse spürt die Teuerung am meisten

Bei den Einkommensklassen zeigt sich: Das Leben hat sich im Vergleich zum Vorjahr für die tiefste Einkommensklasse am stärksten verteuert. Der Womo-Preisindex ist für diese Klasse um 0,4 Prozent gestiegen. Verglichen mit November 2025 lag die Teuerung bei plus 0,2 Prozent.

Am wenigsten von der Teuerung betroffen war die höchste Einkommensklasse. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise für sie um 0,1 Prozent gestiegen. In den letzten 3 Monaten wurde der Konsum für die höchste Einkommensklasse um 0,3 Prozent teurer.

Tipps für Konsumentinnen und Konsumenten

Prämienerhöhung prüfen:

Wer eine höhere Rechnung erhält, sollte die Anpassung nicht einfach akzeptieren.

Kündigungsrecht kennen:

Bei einer Prämienerhöhung wie z. B. bei der Motorfahrzeugversicherung besteht ein ausserordentliches Kündigungsrecht. Wer es nutzt, kann unkompliziert den Anbieter wechseln.

Preis-Leistungs-Verhältnis vergleichen:

Die Unterschiede im Markt sind gross. Ein Vergleich zeigt, ob Sie für ähnliche Leistungen zu viel bezahlen oder ob bessere Deckungen möglich sind. Das dauert nur wenige Minuten.

Langjährige Verträge hinterfragen:

Wer seit vielen Jahren beim gleichen Anbieter ist, sollte besonders aufmerksam sein. Treue wird im Versicherungsmarkt nicht automatisch belohnt. Gerade in einem Jahr mit breiten Prämienerhöhungen lohnt sich ein Marktcheck. Oft geht es nicht nur um tiefere Prämien, sondern auch um eine Versicherung, die besser zur eigenen Situation passt.

*Comparis-Womo-Preisindex

Der Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) misst Preisveränderungen anhand eines repräsentativen Warenkorbs von rund 1'050 Waren und Dienstleistungen. Eine anhaltende Abnahme des Geldwertes bzw. eine Erhöhung des durchschnittlichen Preisniveaus bezeichnet dabei die Inflation. Der LIK wurde Anfang 2026 neu strukturiert und umfasst 13 Hauptkategorien – darunter neu auch die Hauptkategorie Versicherungen und Finanzdienstleistungen. Grosse Ausgabenposten, wie etwa die Prämien für die Sozialversicherungen oder die direkten Steuern, sind demgegenüber nicht erfasst. Der LIK widerspiegelt somit nicht die tatsächlich gefühlte Teuerung der Konsumentinnen und Konsumenten.

Der Comparis-Womo-Preisindex in Zusammenarbeit mit dem KOF-Institut der ETH Zürich bildet die Inflation ausschliesslich in den Bereichen Wohnen und Mobilität ab. Zudem werden explizit einzelne Haushaltsgruppen, Einkommensklassen und Sprachregionen berücksichtigt. Weiter werden eigene Berechnungen für vereinzelte Produktgruppen angestellt. Wichtiger Hinweis: Mit einem (*) gekennzeichnete Zahlen wurden vom Bundesamt für Statistik (LIK/BFS) direkt berechnet respektive beruhen auf den Zahlen des LIK/BFS.

Die Datengrundlage für den Comparis-Womo-Preisindex besteht aus dem Landesindex der Konsumentenpreise (LIK) sowie der Haushaltsbudgeterhebung (HABE). Die Gewichtungen für die neuen Preisindizes werden aus der HABE konstruiert. Danach werden verkettete Laspeyres-Indizes mit den Preisreihen des LIK berechnet. Die Indexbasis ist Dezember 2017 (entspricht 100 Prozent).

Weitere Informationen:

Dirk Renkert
Finanz-Experte
Telefon: 044 360 53 91
E-Mail: media@comparis.ch
comparis.ch/hypoplus

Über comparis.ch

Mit über 80 Millionen Besuchen im Jahr zählt comparis.ch zu den meistgenutzten Schweizer Websites. Das Unternehmen vergleicht Tarife und Leistungen von Krankenkassen, Versicherungen, Banken sowie Telecom-Anbietern und bietet das grösste Schweizer Online-Angebot für Autos und Immobilien. Dank umfassender Vergleiche und Bewertungen bringt das Unternehmen Transparenz in den Markt. Dadurch stärkt comparis.ch die Entscheidungskompetenz von Konsumentinnen und Konsumenten. Das Unternehmen wurde 1996 vom Ökonomen Richard Eisler gegründet und ist in Privatbesitz. Das Unternehmen gehört heute noch zur Mehrheit dem Gründer Richard Eisler. Es sind keine anderen Unternehmen oder der Staat an Comparis beteiligt.

Permalink:


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Weiterführende Informationen

http://www.comparis.ch

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