nccr - on the move

Die meisten Migrantinnen und Migranten bleiben nur ein paar Jahre - statistische Originaldaten und eine innovative «Toolbox» liefern ein klares Bild der Migrationslandschaft in der Schweiz

Legende: In Bezug auf die Frage «Wie viele Migrantinnen und Migranten verlassen die Schweiz im Laufe der Zeit?», zeigt der Indikator, dass der Anteil bei Personen aus europäischen Ländern und/oder OECD-Mitgliedstaaten nach 16 Jahren extrem hoch ist, bei Personen beispielsweise aus der ehemaligen Republik... mehr

Neuchâtel (ots) - Die Zuwanderung in die Schweiz verändert sich viel stärker als gemeinhin angenommen. So handelt es sich bei den meisten Migrantinnen und Migranten um hochqualifizierte Personen, die die Schweiz nach einigen Jahren beruflicher Tätigkeit wieder verlassen. Mittels der interaktiven Online-Plattform «Migration-Mobility Indicators», die vor Kurzem der an der Universität Neuenburg angesiedelte «nccr - on the move» aufgeschaltet hat, lassen sich dank einer benutzerfreundlichen Aufbereitung und Visualisierung der Daten neue Facetten der heutigen Migrationslandschaft entdecken.

Durch die Verknüpfung verschiedener statistischer Datenbanken des Bundesamts für Statistik (BFS) und des Staatssekretariats für Migration (SEM) ist es dem Forschungsteam des «nccr - on the move» gelungen, die Migrationsverläufe von Migrantinnen und Migranten für verschiedene aufeinanderfolgende Perioden aufzuzeigen. Diese bisher in der Schweiz sowie im Ausland einzigartigen Längsschnittdaten verdeutlichen den bedeutenden Wandel in der Schweizer Migrationslandschaft: Nachdem sich Migrantinnen und Migranten früher häufig langfristig in der Schweiz niederliessen, ist heute - oft unter hochqualifizierten Personen - eine erhöhte Mobilität zu beobachten, und immer mehr Migrantinnen und Migranten kehren nach einigen Jahren beruflicher Tätigkeit in der Schweiz in ihre Herkunftsländer zurück.

Wer sind diese Migrantinnen und Migranten? Die verschiedenen verfügbaren Indikatoren zeigen unter anderem, dass die Zuwanderung in die Schweiz hauptsächlich aus beruflichen Gründen erfolgt, zumal die Hälfte der Aufenthaltsgenehmigungen an Personen vergeben wird, die in der Schweiz einen Arbeitsplatz gefunden haben. Darüber hinaus verfügen mehr als 50 Prozent der Personen, die bei ihrer Ankunft in der Schweiz alt genug sind, um einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, über einen Abschluss auf Tertiärstufe. Selbst unter den Migrantinnen und Migranten aus den traditionellen Herkunftsländern wie Italien oder Spanien verfügte die Hälfte der nach 2010 eingewanderten Personen über eine Ausbildung auf dieser Stufe. Solche Detailinformationen lassen sich mit Hilfe dieser interaktiven Plattform leicht eruieren. Mit ihr lässt sich auch erkennen, dass die Hälfte der zwischen 1991 und 2015 in die Schweiz zugewanderten Migrantinnen und Migranten aus einem europäischen Land stammen, wobei Deutschland, Portugal, Italien und Frankreich an der Spitze liegen. Die Asylsuchenden, die in Medien und Politik auf eine stetig wachsende Aufmerksamkeit stossen, machen lediglich 2,3% der rund 2 Millionen in der Schweiz lebenden Ausländerinnen und Ausländer aus.

Schliesslich bietet die Online-Plattform auch einen Überblick über die unterschiedlichen Migrationswege im Zeitverlauf, was verglichen mit den bisherigen Statistiken neu ist. So zeigt die Analyse des Migrationsverlaufs einer Personenkohorte, die 1998 in die Schweiz eingewandert war, dass die Hälfte von ihnen das Land nach 16 Jahren wieder verlassen hat - was Beleg für eine erhöhte Mobilität von Migrantinnen und Migranten ist.

Woher kommen die neu zugewanderten Personen? In welchen Kantonen lassen sie sich nieder? Kehren sie wieder zurück? Wie hoch ist der Anteil an hochqualifizierten Personen unter den Migrantinnen und Migranten? Wie viele von Ihnen lassen sich schliesslich einbürgern? Alles was es braucht, ist ein Internetzugang - und schon können alle interessierten Personen mittels dieser innovativen «Toolbox» statistische Originaldaten visualisieren und Antworten auf diese Fragen finden.

Die zwölf Indikatoren, die der «nccr - on the move» auf seiner Plattform bereitstellt, richten sich sowohl an Journalistinnen und Journalisten wie auch an Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, der Behörden, der Politik oder einfach an all jene, die einen gut verständlichen und wissenschaftlich fundierten Überblick über die Migrationslandschaft in der Schweiz gewinnen möchten. Sie werden regelmässig aktualisiert und durch neue Indikatoren ergänzt.

http://nccr-onthemove.ch/indicators

Kontakt:

Dr. Joëlle Moret
Verantwortliche Wissenstransfer «nccr - on the move»
joelle.moret@nccr-onthemove.ch
+41 32 718 39 68
+41 79 474 54 68

Kontakt für die Visualisierungen der Daten:
Andreas Perret
Datenverwalter «nccr - on the move»
andreas.perret@nccr-onthemove.ch
+41 32 718 39 29



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