Heinrich Gebert Kulturstiftung Appenzell

Eine Fotografenlegende in Appenzell
Robert Frank - Books and Films 1947-2016

Eine Fotografenlegende in Appenzell / Robert Frank - Books and Films 1947-2016
Ausstellungsansicht, Leipzig 2016 / Pressedienst KMA / Weiterer Text über ots und www.presseportal.ch/de/nr/100020031 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Heinrich Gebert Kulturstiftung Appenzell/Victor Balko"

Appenzell (ots) - Die experimentelle Ausstellung zeigt Werke des grossen Fotografen Robert Frank auf Zeitungsbahnen. Der Filmemacher wird erstmals in der Schweiz umfassend vorgestellt.

Appenzell, was liegt näher oder warum gibt es keinen Zufall? In gewisser Weise kehrt der Fotograf Robert Frank mit der Ausstellung "Books and Films, 1947-2016" zu den Anfängen seiner Laufbahn zurück. Immerhin hatte er am 24. April 1949 im eigenen Auftrag die Landsgemeinde in Hundwil, Appenzell-Ausserrhoden, fotografisch dokumentiert.

Robert Frank (geb. 1924) gilt als Revolutionär der subjektiven Dokumentarfotografie. Die Ausstellung Robert Frank: Books and Films, 1947-2016 zeigt sein Lebenswerk in Fotos, Büchern und Filmen. Viele von Franks Bildern wurden aus der Hüfte geschossen, aus dem fahrenden Auto, mitten in einer Bar oder auch versteckt im Park. "Ich musste einfach sehr schnell sein, wenn ich Leute fotografiert habe", sagt er selbst über die Art, wie er Mitte der 1950er auf seiner Rundreise durch Amerika seine Bilder gemacht hat. Sehr schnell muss auch Zeitung sein: am Nachmittag geschrieben, nachts gedruckt, morgens im Briefkasten. Insofern ist es konsequent, wenn Franks Aufnahmen einmal nicht als millionenschwer versicherte Vintage-Prints gezeigt werden, gerahmt für die Ewigkeit, sondern auf den Blättern, die die Welt neu deuten, dem Papier, aus dem auch Zeitungen Tag für Tag gemacht werden.

Die Ausstellung wurde von Robert Frank und Gerhard Steidl konzipiert. Die Präsentationsform ist so einfach wie möglich: Franks Bildsequenzen werden auf bis zu drei Meter lange Zeitungspapierbahnen gedruckt und direkt an die Wände genagelt. Auch Franks Filme, die er von 1959 an gedreht hat, werden nach aufwändiger Restaurierung gezeigt. Am Ende der Ausstellung werden alle Bilder restlos vernichtet. Als Frank in seinem Haus im kanadischen Mabou erstmals von dieser Ausstellungsidee hörte, war er begeistert: "Cheap, quick, and dirty, that's how I like it!"

Der Katalog zur Ausstellung, herausgegeben von Alex Rühle, erschien beim Steidl Verlag als Sonderausgabe der Süddeutschen Zeitung - in Originalformat und -drucktechnik. In der Kunsthalle Ziegelhütte kostet er CHF 3.-.

Während der Ausstellung wird im 3. Obergeschoss der Kunsthalle Ziegelhütte Appenzell eine Lounge eingerichtet, die Diskussionsraum und Kino zugleich ist.

Vernissage am 14. Mai 2016, 17 Uhr. Robert Frank und Gerhard Steidl sind anwesend.

www.kunsthalleziegelhuette.ch

Kontakt:

Roland Scotti, Kurator
rolandscotti@kunstmuseumappenzell.ch
0041717881800



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