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04.02.2008 – 10:35

Call to Action Working Group

Experten und Vertreter von führenden Organisationen im internationalen Gesundheitswesen fordern einen Stop der Bluthochdruck-Pandemie: ein weltweiter "stiller Killer"

Paris (ots/PRNewswire)

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus
Vertretern von sieben internationalen  Gesundheitsorganisationen,
fordert bessere Ergebnisse beim Blutdruck (BD) von  Patienten mit
Bluthochdruck, der Hauptursache für die attributale Mortalität  rund
um die Welt. Die Arbeitsgruppe bestimmte deshalb 5 gezielte,
zweckmässige und konkrete Massnahmen, die in der Ausgabe vom Januar
2008 des  "Journals of Human Hypertension"(1) beschrieben wurden:
Erkennung und  Vorbeugung von hohem BD, das gesamte kardiovaskuläre
Risiko einschätzen,  eine aktive Beziehung zum Patienten eingehen,
zielorientierte  Bluthochdruckbehandlung und hilfreiche
Unterstützung.
George Bakris, Direktor des Departments of Medicine, Hypertensive
Diseases Center an der University of Chicago School of Medicine in
Chicago, USA, und Vorstandsmitglied der Call to Action Working Group,
erklärte: "Sollte dieses Vorgehen von den Ärzten und bestimmten
Gesundheitssystemen weltweit strikt befolgt werden, kann es dabei
helfen, die Lücke zwischen den möglichen Heilmassnahmen und dem
gegenwärtigen Zustand im Gesundheitswesen zu schliessen. Damit können
Millionen Menschenleben gerettet werden."
Bluthochdruck ist ein "stiller Killer", der immer noch über eine
Milliarde Menschen weltweit betrifft(2),(3). Es wird erwartet, dass
diese Anzahl im Jahr 2025(3) die 1,5-Milliarden-Grenze überschreiten
wird. Millionen Menschen werden hauptsächlich mangels
zielorientierter Blutdruckbehandlung zu früh sterben oder bleibende
Gesundheitsschäden erleiden, wie z. B. Schlaganfälle, Herzinfarkte,
Herzversagen oder Nierenschäden. Obwohl wirksame Behandlungsmethoden
erhältlich sind, erreichen 75 % aller Bluthochdruckpatienten und
sogar 50 % der behandelten Patienten das empfohlene Ziel von 140/90
mm Hg oder tiefer nicht(4),(5),(6). Patienten, die die verschriebenen
Medikamente nicht einnehmen, ist eine weitere Herausforderung. In den
USA befolgen nur 50 % der Patienten die Anweisungen bezüglich
Medikamente und lediglich ca. 10 % sind bereit, ihre Lebensweise zu
ändern(7).
"Mitarbeiter im Gesundheitswesen sollten deshalb dazu angehalten
werden zu bedenken, dass auch wenn sich der Patient gut fühlt, es
nicht ausreicht, dem Behandlungsziel bloss nahe zu kommen.
Stattdessen sollte das Ziel erreicht oder übertroffen werden", sagte
Ernesto Schiffrin, Physician-in-Chief und Vorsitzender des
Departments of Medicine am Sir Mortimer B. Davis-Jewish General
Hospital der McGill University in Montréal in Kanada und Mitglied der
Call to Action Working Group. Änderungen in der Lebensweise sind
nicht nur wegen dem positiven Einfluss auf den Blutdruck wichtig,
sondern auch aus ökonomischen Gründen. Es können massgeblich Kosten
gespart werden, wenn die Patienten lernen, wie man diese Änderungen
regelmässig befolgen kann. In diesem bestimmten Bereich hat eine gute
Beziehung zwischen den Krankenpflegern und den Patienten grossen
Einfluss. "Wir haben festgestellt, dass durch gute Beziehungen mit
den Patienten und deren Familien ein besseres Verständnis für den
Einfluss von körperlicher Betätigung und gesünderem Essverhalten auf
den Krankheitsverlauf geschaffen werden kann. Dazu gehören auch
Ratschläge an besorgte Patienten, wie sie diese Änderungen für eine
verbesserte Lebensweise in ihren Tagesablauf aufnehmen können",
erklärte Amy Coenen vom International Council of Nurses an der
University of Wisconsin College of Nursing, in Milwaukee, Wisconsin,
USA.
Die erste Massnahme zielt auf das Erkennen und die Behandlung von
mehr Patienten mit gefährlich hohem BD, die noch nicht in Behandlung
sind oder das Behandlungsziel noch nicht erreicht haben (140/90 mm Hg
bzw. 130/80 für Patienten mit Risikofaktoren). Mit jeder Steigerung
um 20/10 mm Hg über diesen Blutdruckwerten verdoppelt sich das
Sterberisiko aufgrund einer kardiovaskulären Komplikation(8). Das
grösste Risiko einer fatalen Komplikation besteht bei Personen
mittleren Alters oder älter, übergewichtigen Personen oder
Diabetikern. Die zusätzlichen kardiovaskulären Risikofaktoren dieser
Patienten sollten als Teil der zweiten Massnahme rasch und gründlich
beurteilt werden. Dadurch sollen schwerwiegende Organschädigungen,
wie z. B. fortgeschrittene oder sich im Endstadium befindliche
Nierenschäden, verhindert werden. Da zu viele Patienten das
Behandlungsziel nicht erreichen, schlägt die Arbeitsgruppe mit der
dritten Massnahme tiefgreifende Patientenbeziehungen vor. Ziel dabei
ist es, die Patienten dazu zu motivieren, während der
Behandlungsdauer ihrer Krankheit eine aktivere Rolle zu übernehmen.
Dabei sollte es ihnen möglich sein, ihre Fortschritte zu verfolgen.
Die vierte Massnahme betrifft das Behandlungsziel; wahrscheinlich die
schwierigste, jedoch nicht minder wichtige, Massnahme. Ärzte und
Anbieter von Gesundheitsfürsorge sollten dazu angehalten werden, ihre
Patienten über den Einfluss von langfristigen Änderungen in der
Lebensweise aufzuklären. Falls dies nicht ausreicht, muss eine
angemessene und strikte Medikamententherapie verschrieben werden, um
bei Patienten mit hohem Risiko rasch einen Blutdruck von 140/90 mm Hg
oder tiefer zu erreichen. Im Fall von Patienten, die vom
Behandlungsziel noch weit entfernt sind, bestätigten neuere Studien,
dass angemessene Kombinationsmedikamente von Anfang an verabreicht
werden können.
"Neben einer gründlichen Aufklärung über Diäten und Änderungen in
der Lebensweise können einmal täglich verabreichte Medikamente, die
von den Patienten gut vertragen werden und die sie sich leisten
können, zu einer besseren Compliance führen", sagte Trefor Morgan,
Direktor des Departments of Physiology an der University of
Melbourne, in Victoria in Australien und Mitglied der Call to Action
Working Group für die Asian-Pacific Society of Hypertension.
Mit der fünften und letzten Massnahme erwartet die "Call to
Action" generelle Unterstützung aus dem Patientenumfeld, z. B. von
Gemeinschaftsorganisationen und lokalen Institutionen, zur
Befürwortung der Präventionsstrategien und Vorsorgeuntersuchungen.
"Es gibt keine Einheitslösung und ohne Mithilfe der Patienten
können keine befriedigenden Resultate erzielt werden", erklärte
Giuseppe Mancia, Direktor des Departments of Clinical Medicine and
Prevention an der University of Milano-Bicocca Mailand, Italien, und
Vorstandsmitglied der Call to Action Working Group.
Luis Miguel Ruilope, Präsident der Spanish Society of Hypertension
und Mitglied der Call to Action Working Group, meinte: "Anbieter von
Gesundheitsfürsorge könnten die fünf Finger einer Hand zum
Veranschaulichen der entsprechenden fünf Massnahmen gegen zu hohen
Blutdruck benutzen. Falls das alle machen würden, könnte man das
Leben vieler Millionen Menschen in der Welt verbessern und die
schmerzhaften Folgen eines unkontrollierten hohen Blutdrucks würden
besser verhindert."
Call to Action Working Group
Diese Pressemitteilung wird von folgenden Experten unterstützt: G.
Bakris, International Society of Nephrology, Department of Medicine,
Hypertensive Diseases Center, University of Chicago, Pritzker School
of Medicine, Chicago, Il, USA; M. Hill, The Johns Hopkins University
of School of Nursing, Baltimore, MD, USA; G. Mancia, Department of
Clinical Medicine and Prevention, University of Milano-Bicocca,
Mailand, Italien; K. Steyn, Chronic Diseases of Lifestyle Unit,
Medical Research Council, Kapstadt, Südafrika; T. Pickering,
Behavioral Cardiovascular Health and Hypertension Program, Columbia
Presbyterian Medical Center, New York, NY, USA; S. De Geest,
Institute of Nursing Science, University of Basel, Schweiz; L.
Ruilope, Spanish Society of Hypertension, Department of Medicine,
Hypertension Unit, 12 de Octubre Hospital, Madrid, Spanien; T.
Morgan, Asia Pacific Society of Hypertension, Department of
Physiology, University of Melbourne, Victoria, Australien; S.
Kjeldsen, Department of Cardiology, Ullevaal University Hospital,
Oslo, Norwegen; E.L. Schiffrin, Department of Medicine, Sir Mortimer
B. Davis-Jewish General Hospital, McGill University, Montréal,
Kanada; A. Coenen, International Council of Nurses, University of
Wisconsin College of Nursing, Milwaukee, WI, USA; P. Mulrow,
Department of Medicine, Ruppert Health Center, Medical University of
Ohio, Toledo, OH, USA; A. Loh, WONCA, Department of Family Medicine,
College of Medicine Building, Singapur, Singapur; G.A. Mensah, World
Heart Federation, Genf, Schweiz.
Weitere Mitglieder der Call to Action Working Group: H.R. Black,
Department of Nephrology, New York University School of Medicine, New
York, NY, USA; T.D. Giles, American Society of Hypertension,
Department of Medicine, Division of Cardiology, Tulane University
School of Medicine, New Orleans, LA, USA.
Die Arbeitsgruppe wurde durch Forschungsgelder der Bristol
Myers-Squibb und Sanofi-Aventis unterstützt.
Referenzen:
(1) Bakris G et al. Achieving blood pressure goals globally: five
core actions for health-care professionals. A worldwide call to
action. J Human Hypertens, 2008; 22: 63-70
(2) Hajjar I et al. Hypertension: trends in prevalence, incidence,
and control. Annu Rev Public Health 2006; 27: 465-90
(3) Kearney PM et al. Global burden of hypertension: analysis of
worldwide data. Lancet 2005; 365: 217-23
(4) Pavlik VN, Hyman DJ. How well are we managing and monitoring
high blood pressure? Curr Opin Nephrol Hypertens 2003; 12: 299-304
(5) Waeber B et al. Compliance with antihypertensive therapy. Clin
Exp Hypertens 1999; 21: 973-85
(6) Berlowitz DR et al. Inadequate management of blood pressure in
a hypertensive population. N Engl J Med 1998; 339: 1957-63
(7) Haynes RB et al. Helping patients follow prescribed treatment:
clinical applications. JAMA 2002; 288: 2880-3
(8) Lewington S, et al. Age-specific relevance of usual blood
pressure to vascular mortality. Lancet 2002; 360: 1903-13

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