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01.02.2008 – 15:45

University of Massachusetts Medical School

LANCET veröffentlicht Bericht über ENDORSE, der umfangreichsten multinationalen Studie, die zeigte, dass die Mehrheit der untersuchten Krankenhauspatienten einem VTE-Risiko (Venöse Thromboembolie) ausgesetzt sind und viele die empfohlenen VTE-Prophylaxen

Worcester, Massachusetts (ots/PRNewswire)

- Die weltweiten Studienergebnisse von ENDORSE betonen die
Notwendigkeit einer dringenden Strategieeinführung der Krankenhäuser
zur Verbesserung der Prävention von VTE: systematisches Beurteilen
des Patientenrisikos bezüglich VTE und Anwendung der entsprechenden
Prophylaxe
Die multinationale Studie ENDORSE (Epidemiologic International Day
for the Evaluation of Patients at Risk for Venous Thromboembolism
in the
Acute Hospital Care Setting) wurde heute im Magazin LANCET(1)
veröffentlicht. Sie zeigte die hohe weltweite Prävalenz des
Patientenrisikos für VTE (gemäss den ACCP-Richtlinien): 52 % der
untersuchten Patienten in Krankenhäusern waren einem Risiko für VTE
ausgesetzt; dementsprechend 64 % der chirurgischen Patienten und 42 %
der internistischen Patienten.
ENDORSE zeigte auch, dass die empfohlenen Prophylaxen weltweit für
nur 50 % der Risikopatienten angewandt wurden; dementsprechend 59 %
der chirurgischen Patienten und 40 % der medizinischen Patienten.
Mit mehr als 60.000 untersuchten Patienten in mehr als 32 Ländern
auf 6 Kontinenten war ENDORSE eine Studie von beispiellosem Umfang.
Eine breite Auswahl verschiedener Rassen, Gesundheitswesen sowie
sozialer und ökonomischer Umfelder ergaben ein einzigartiges,
weltumfassendes und lokales Bild über das Ausmass der
Krankenhauspatienten, die einem VTE-Risiko ausgesetzt sind, und wie
diese Patienten behandelt werden.
Dr. Fred Anderson, Direktor des Centers for Outcomes Research an
der University of Massachusetts Medical School, hat die Studie
durchgeführt. Er erklärte: "ENDORSE zeigte, dass in allen 32
teilnehmenden Ländern eine erhebliche Anzahl der Krankenhauspatienten
einem VTE-Risiko ausgesetzt sind. Und obwohl gemäss diesen objektiven
Ergebnissen das VTE-Risiko ein weltweites Problem darstellt, ist der
Einsatz der empfohlenen Prophylaxen noch nicht optimal. Dies führt zu
einer unübersichtlichen Situation, die mehrere Lösungen notwendig
macht. Darin eingeschlossen: lokale und nationale
Aufklärungsprogramme, Erstellen von Richtlinien, erhöhte
Kostenerstattung für die Prävention und die Einführung der
VTE-Prophylaxen im Gesundheitswesen aller Länder."
VTE ist eines der grössten Probleme für die öffentliche Gesundheit
und wäre einfach zu vermeiden bei chirurgischen und medizinischen
Patienten mit akuten Erkrankungen. Tiefe Venenthrombosen (DVT - Deep
Vein Thrombosis) und Lungenembolien sind die häufigsten Arten von VTE
und können Morbidität und Mortalität massgeblich beeinflussen.
Dr. Ander Cohen, stellvertretender Vorsitzender des ENDORSE
Steering Committees, sagte: "Aus der Sicht der nationalen
Gesundheitswesen sind die Ergebnisse von ENDORSE wichtig. Sie
ermöglichen es, nach der Einführung von bewährten VTE-Prophylaxen bei
chirurgischen und medizinischen Patienten sowohl das Wohlbefinden der
Patienten als auch die ökonomischen Vorteile abzuschätzen. Falls wir
die Behandlungserfolge bei Krankenhauspatienten verbessern wollen,
müssen wir in allen Krankenhäusern dringend Strategien zur Erkennung
von chirurgischen und medizinischen VTE-Risikopatienten einführen.
Basierend darauf müssen dann die notwendigen Massnahmen zur
Prävention von VTE verbessert werden."
Trotz internationaler und lokaler Richtlinien zur Behandlung von
VTE belegen die Ergebnisse der ENDORSE, dass in Krankenhäusern
weltweit zwischen den Forderungen und der Realität eine grosse Lücke
besteht. Unwissen und Unsicherheit über die Prävalenz des
Patientenrisikos für VTE sind die wichtigsten Ursachen für diese
Lücke(2),(3).
Dr. Victor Tapson, stellvertretender Vorsitzender des ENDORSE
Steering Committees, fügte an: "ENDORSE belegt klar, dass venöse
Thromboembolie für Krankenhauspatienten ein bedenkliches
Sicherheitsrisiko darstellt, da die Mehrheit dem Risiko einer venösen
Thromboembolie ausgesetzt ist. In den chirurgischen Abteilungen sind
die Vorteile von Prävention seit Jahren akzeptiert und eine
Prophylaxe kommt häufiger zum Einsatz. Verglichen mit den
medizinischen Abteilungen, wo Versuche und Richtlinien neuer sind,
bedeutet das, dass wir das Augenmerk der Ärzte auf die Vorteile von
Prophylaxen, speziell bei Patienten in der medizinischen Abteilung,
lenken müssen."
Informationen zu venöser Thromboembolie (VTE)
Venöse Thromboembolie ist die allgemeine Beschreibung für die
Bildung von einem Blutgerinnsel (Thrombus), das eine Vene blockiert.
Diese können sich überall im Venensystem bilden, treten aber meistens
in den Beinen als so genannte tiefe Venenthrombosen (TVT) und als
Lungenembolien (LE) auf.
VTE ist eine häufige Komplikation bei Krankenhauspatienten, die
für schwierige Operationen oder mit schweren körperlichen Krankheiten
eingeliefert wurden.
Informationen zu ENDORSE
Bis heute ist ENDORSE die umfangreichste internationale Studie,
die in zufällig gewählten Krankenhäusern rund um die Welt das Risiko
für VTE und Vorbeugemassnahmen untersuchte. Die Patienten wurden in
358 zufällig gewählten Krankenhäusern in 32 Ländern in Europa,
Nordamerika, Südamerika, im Nahen Osten, Asien, Australien und
Nordafrika aufgenommen.
Die Hauptziele von ENDORSE waren die Ermittlung von Patienten mit
Risiko für VTE unter den Patienten in repräsentativen Krankenhäusern
rund um die Welt und das Feststellen des Patientenanteils mit
VTE-Risiko und effektiver Prophylaxe. Zum Vergleich wurden die
evidenzbasierenden Konsensusrichtlinien des American College of Chest
Physicians (ACCP) bezüglich Patienten mit VTE-Risiko und Empfehlungen
zur Prophylaxe benutzt(2). Die sekundären Ziele von ENDORSE waren das
Feststellen des weltweiten chirurgischen und medizinischen
Patientenanteils mit Risiko für VTE, der Anteil der Patienten mit
angemessener Behandlung in chirurgischen und medizinischen
Abteilungen sowie Analysen bezüglich Land und Region.
Die Studie unterscheidete zwischen zwei Kategorien von
Krankenhauspatienten: Patienten in medizinischen Abteilungen, 40
Jahre alt oder älter, und Patienten in chirurgischen Abteilungen, 18
Jahre alt oder älter. Alle Krankenhausabteilungen mit akuten
medizinischen oder chirurgischen Patienten wurden für die Studie
zugelassen.
Informationen zu COR (Center for Outcomes Research)
Das Center for Outcomes Research (COR) dient als wissenschaftliche
Koordinationsstelle für eine wachsende Anzahl von nationalen und
internationalen Ergebnisregister. Zu den Aufgaben von COR gehören das
Aufrechterhalten der Ärzteschweigepflicht, das Entwickeln von
Systemen zur Datenerfassung, das Verwalten von Datenbanken und das
Erstellen von Publikationen.
COR entstand aus der Worcester Deep Vein Thrombosis Study und
wurde im Jahr 1994 gegründet. Das fünfjährige Projekt mit
NIH-Unterstützung zeigte, dass Ärzte eher bereit sind, ihre
Behandlungsmethoden zu ändern, wenn sie über belegte Ergebnisse
bezüglich ihrer Behandlungsmethoden und -erfolge zusammen mit
regionalen und nationalen Bezugsnormen informiert werden.
Information zur University of Massachusetts Medical School
Die University of Massachusetts Medical School ist eine der am
schnellsten wachsenden akademischen Kliniken im Land. Sie hat den Ruf
einer Forschungsinstitution von Weltklasse und erzielt regelmässig
beachtliche Fortschritte in der klinischen und allgemeinen Forschung.
Die Medical School erhält jährlich mehr als 174 Millionen US-Dollar
Forschungsgelder. Davon stammen 80 Prozent aus Regierungsquellen. Für
weitere Informationen besuchen Sie bitte http://www.umassmed.edu.
ENDORSE Studienfinanzierung
Das Center for Outcomes Research (COR) an der University of
Massachusetts
Medical School erhielt einen unbeschränkten Zuschuss zur Förderung
dieses Projekts von Sanofi-Aventis.
Quellenangaben:
(1) Cohen AT, Tapson VF and all. The Lancet Vol 371, 2008
(2) Goldhaber SZ, Tapson VF. Am J Cardiol. 2004;93:259-62.
(3) Anderson FA, Jr., Zayaruzny M, Heit JA, Fidan D, Cohen AT.
Estimated annual numbers of US acute-care hospital patients at risk
for venous thromboembolism. Am J Hematol. 2007. Sep;82(9):777-82.

Pressekontakt:

Kontaktadresse für Medien: Alison M. Duffy, Public Affairs and
Publications, +1-508-856-2000, alison.duffy@umassmed.edu