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06.07.2005 – 12:38

UN World Food Programme WFP

UN World Food Programme erinnert G-8 Chefs an Hungernde in Afrika

Gleneagles (ots)

Anlässlich des Treffens der G-8 Länder heute in
Gleneagles weist das UN World Food Programme (Welternährungsprogramm)
die Regierungschefs darauf hin, dass Hunger weltweit die häufigste
Todesursache ist und mehr Menschen als AIDS, Malaria und Tuberkulose
zusammen tötet.
Zwar gebe es bescheidene Schritte zur Armutsbekämpfung, beklagt
WFP, aber die Unterklasse der hungernden Menschen auf der Welt 
wachse immer weiter. So wie die Dinge heute stünden, werde das UN
Millenniums-Entwicklungsziel die Zahl der Hungernden zu halbieren,
nicht erreicht werden können.
Der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo hat auf die
Wichtigkeit von Nahrungsmittelhilfe hingewiesen. "Es gibt ein
Sprichwort in meiner Heimat: Wenn Du der Armut den Hunger nimmst,
hast du die Armut schon halbiert" sagte er. "Deshalb ist es so
wichtig, dass wir diesem Ziel absoluten Vorrang geben."
Präsident Obasanjo, der an dem G-8 Gipfel als Vorsitzender von
NEPAD (New Partnership for Africa's Development) teilnimmt, hat zu
stärkeren Anstrengungen im Kampf gegen den Hunger aufgerufen.
"Nahrung heißt Leben. Ohne Nahrung bedeuten Freihandel,
Schuldenerlass und Armutsbekämpfung gar nichts für Millionen von
Afrikanern, die ihren Acker bestellen und ihre Ziegen hüten".
Seit den frühen 90er Jahren ist die Zahl der hungernden Menschen
sogar um 60 Millionen gestiegen und liegt heute bei 852 Millionen.
Und nur selten machen diese Menschen Schlagzeilen  - sie hungern weit
ab von Fernsehkameras, die über große humanitäre Krisen  berichten.
Nirgendwo sieht man das so deutlich wie in Afrika, wo Millionen unter
vergessenen Konflikten und Desastern leiden und jeder dritte
Afrikaner unterernährt ist. Im letzten Jahrzehnt hat es nur wenig
Fortschritte gegeben.
Hunger ist ein Zeichen des Versagens - Ernten schlagen fehl,
Naturkatastrophen werden nicht bewältigt und soziale Unterschiede,
ethnische Auseinandersetzungen und Rassenhass werden nicht
beseitigt.
In Afrika müssen WFP und seine Partner dieses Jahr 26 Millionen
Menschen in mehr als 20 Ländern humanitäre Hilfe bringen.
  • Im südlichen Sudan, wo die Menschen nach zwei Jahrzehnten Krieg endlich in ihre Heimatdörfer zurückkehren, hat WFP weniger als die Hälfte der Gelder bekommen , die es braucht (124 Millionen US-Dollar erhalten).
  • Im südlichen Afrika, wo HIV/AIDS, Dürre und schwache Regierungsfähigkeiten das Leben von mindestens 8 Millionen Menschen bedrohen. Bisher hat WFP noch nicht einmal 20 Prozent der benötigten Finanzmittel erhalten (67 Millionen US-Dollar)
  • In Niger und Mali sind Hunderttausende nach Dürre und Heuschreckenplage von Hunger bedroht. WFP hat für seine Operationen weniger als ein Drittel der benötigten 11 Millionen US-Dollar bekommen.
Zwar gibt es gute Signale über mehr Hilfszahlungen von den
Geberländern, aber die für Afrika so absolut wichtige
Nahrungsmittelhilfe kommt bisher viel zu kurz.  
Nahrungsmittelhilfe ist die "Erste Hilfe" für Afrikas Probleme. Sie
stabilisiert die Lage in vielen Regionen und ermöglicht, dass an
längerfristigen humanitären und politischen Lösungen gearbeitet
werden kann.
WFP ist die größte humanitäre Organisation der Welt und versorgt
jedes Jahr rund 90 Millionen Menschen in 80 Ländern.

Pressekontakt:

Bettina Lüscher, WFP Berlin, Tel (49)-30-206149-0, Handy
(49)-170-9039479. www.wfp.org, bettina.luescher@wfp.org