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30.11.2006 – 09:00

PwC Schweiz

PwC-Studie: Mehr Steuereinnahmen durch einfachere Systeme

Zürich (ots)

PwC-Studie "Paying Taxes - The Global Picture"
Die Schweiz besitzt eines der besten Steuersysteme weltweit
Weltweit sind die Steuersysteme zu komplex, und
vielfach ist nicht bekannt, wie viele Steuern Unternehmen insgesamt
tatsächlich zahlen. Die in 175 Ländern durchgeführte Studie "Paying
Taxes - The Global Picture" von PricewaterhouseCoopers und der
Weltbank kommt zum Schluss, dass hohe Körperschaftsteuersätze nicht
immer zu einem insgesamt grösseren Steueraufkommen führen. Das
Hauptaugenmerk sollte nicht allein auf den Körperschaftsteuersatz,
sondern auf die in der Summe eingenommenen Unternehmenssteuern
gerichtet werden. Das Schweizerische Steuersystem gehört zu den am
einfachsten verständlichen der Welt. In der Schweiz wenden
Unternehmen durchschnittlich 68 Stunden für die Einhaltung der
Steuervorschriften auf - das weltweite Mittel beträgt 332 Stunden pro
Jahr.
Staat und Industrie können aus einer Zusammenarbeit Vorteile
ziehen, wenn die Steuersysteme vereinfacht werden und die
Steuererhebung verbessert wird. Dies gilt vor allem für
Entwicklungsländer, in denen die Schattenwirtschaft beträchtlich und
die Steuerhinterziehung ein gravierendes Problem ist. Hier bietet
sich für viele Länder die praktische Möglichkeit, von den Erfahrungen
des jeweils anderen Landes zu lernen. Gemäss der Studie gehört das
schweizerische Steuersystem zu den verständlichsten der Welt. Die
Schweiz rangiert diesbezüglich unter den untersuchten 175 Ländern auf
Platz sieben, nach den Malediven, Irland, Oman, den Vereinigten
Arabischen Emiraten, Hongkong und Saudi-Arabien.
Am niedrigsten sind die Steuersätze im Nahen Osten und in
Nordafrika, am höchsten in Schwarzafrika, wo Unternehmen
durchschnittlich mehr als 60 Prozent ihres Gewinns als Steuern
abführen. In der Schweiz beträgt der Steuersatz 24,9 Prozent vom
Gewinn - die Schweiz liegt damit weltweit auf dem 10. Rang nach den
Malediven, Vanuatu, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen
Emiraten, Oman, Samoa, Sambia, Kambodscha und Mauritius. "Allerdings
beträgt der Anteil der Gewinnsteuern an den gesamten Steuereinahmen
in der Schweiz lediglich 12,5 Prozent.  Auch darf nicht übersehen
werden, dass die Fiskalquote in unserem Land über die letzten Jahre
sich insgesamt stetig etwas erhöhte", präzisiert Armin Marti, Partner
und Leiter Corporate Tax von PricewaterhouseCoopers Zürich.
Schweizerisches Steuersystem vorbildlich
In den meisten Ländern stellt die Einhaltung der administrativen
Steuervorschriften ein echtes Problem für die Unternehmen dar. Die
Untersuchung von 175 Volkswirtschaften ergab, dass Unternehmen jedes
Jahr im Durchschnitt eine 35-seitige Steuererklärung abgeben, um den
Vorschriften zu genügen. Die Schwankungsbreite zwischen einzelnen
Ländern ist jedoch enorm. In Kamerun umfasst die durchschnittliche
Jahressteuererklärung für Unternehmen 172 Seiten, in Österreich 17
Seiten. Weltweit wenden Firmen im Schnitt 332 Stunden pro Jahr für
die Einhaltung sämtlicher Steuervorschriften auf. Dabei reicht die
Bandbreite von 2'600 Stunden in Brasilien bis zu 68 Stunden in der
Schweiz. "Steuersysteme können einen signifikanten ökonomischen
Einfluss darauf haben, wo multinationale Konzerne investieren. In der
Schweiz sind die Steuervorschriften sehr effektiv, das ist ein
grosser Vorteil. Davon profitieren sowohl der Staat, für den sich das
Steueraufkommen erhöht, als auch die Unternehmen, die die
Vorschriften leichter befolgen können", erläutert Armin Marti.
Erhöhung der Transparenz zentral für Steuerreform
Die Erhöhung der Transparenz ist ein elementarer Bestandteil einer
Steuerreform. Diskussionen zu diesem Thema legen den Schwerpunkt oft
auf die Höhe der Körperschaftsteuersätze. Wie die Studie zeigt, ist
die Körperschaftsteuer nur ein kleiner Teil der von den Unternehmen
getragenen Gesamtsteuerlast. Andreas Staubli, Partner Steuer- und
Rechtsberatung von PricewaterhouseCoopers Schweiz, meint dazu: "Der
Staat und die Finanzbehörden sollten die relative Komplexität
bestehender Steuersysteme prüfen und diskutieren, welche Vorteile in
einer Herabsetzung der Steuersätze und einer Vereinfachung der
administrativen Prozesse mit dem Ziel einer grösseren
Steuerehrlichkeit liegen könnten. Unternehmen müssen ihrerseits
offener über die von ihnen entrichteten Steuern Bericht erstatten.
Wenn die gesamte Steuerbelastung eines Unternehmens deutlich wird, so
fördert dies ein verbessertes steuerliches Risikomanagement und hilft
gleichzeitig dem Staat und den Stakeholdern von Unternehmen, sich des
Gesamtbeitrags bewusst zu werden, den Unternehmen zu den öffentlichen
Finanzen beitragen."
Die PwC-Studie kann als PDF-File bei Claudia Sauter-Steiger
bezogen werden.

Kontakt:

Armin Marti
PricewaterhouseCoopers
Partner, Leiter Corporate Tax
E-Mail: armin.marti@ch.pwc.com

Andreas Staubli
PricewaterhouseCoopers
Partner Steuer- und Rechtsberatung
E-Mail: andreas.staubli@ch.pwc.com

Claudia Sauter-Steiger
Public Relations
E-Mail: claudia.sauter@ch.pwc.com