Das könnte Sie auch interessieren:

Zum Frauenstreiktag ein Blick auf Afrika: Mehr Power für die Frauen

Zürich/ Addis Abeba (ots) - Am 14. Juni gehen die Frauen in der Schweiz für Lohngleichheit und gegen ...

Sicheres und legales Fliegen dank der neuen TCS-Drohnen-App

Bern (ots) - Der Bund schätzt die Zahl der in den vergangenen Jahren verkauften Drohnen in der Schweiz auf ...

Alle Meldungen
Abonnieren Sie alle Meldungen von Parkinson Schweiz

09.11.2012 – 15:53

Parkinson Schweiz

Die Schweizerische Annemarie Opprecht-Stiftung vergab heute in Basel zum 5. Mal ihren mit 100'000 Franken dotierten Parkinson-Forschungspreis
Preisträger ist der Schweizer Prof. Lorenz Studer, New York

Die Schweizerische Annemarie Opprecht-Stiftung vergab heute in Basel zum 5. Mal ihren mit 100'000 Franken dotierten Parkinson-Forschungspreis / Preisträger ist der Schweizer Prof. Lorenz Studer, New York
  • Bild-Infos
  • Download

Ein Dokument

Basel (ots)

Die Schweizerische Annemarie Opprecht-Stiftung und Parkinson Schweiz haben heute in Basel zum fünften Mal den Annemarie Opprecht Parkinson Award für hervorragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Parkinsonkrankheit verliehen. Der mit 100'000 Franken dotierte internationale Forschungspreis ging an den in Solothurn geborenen und heute in New York wohnhaften Neurowissenschaftler Professor Lorenz Studer für seine Arbeit «Dopamine neurons derived from human ES cells efficiently engraft in animal models of Parkinson's disease», Nature 2011.

Es ist das erste Mal, dass die 1998 von der selbst an Parkinson erkrankten Philantropin Annemarie Opprecht aus Bergdietikon gegründete und finanzierte Stiftung den Preis an einen Schweizer Forscher vergibt. 1999 wurden die Neurologen Anthony Shapira, London, und Pierre Pollak, Grenoble, der heute in Genf arbeitet, ausgezeichnet. 2002 ging der Preis an den Spanier Jose Obeso, 2005 an die beiden US-amerikanischen Forscher Zbigniew K. Wszolek, Jacksonville (FL), und Stanley Fahn, New York (NY), und 2008 an John A. Hardy, London, und Prof. Andrew B. Singleton, USA.

Professor Lorenz Studer ist ein weltweit renommierte Wissenschaftler auf dem Gebiet der Stammzellforschung. Er studierte Medizin an den Universitäten Fribourg und Bern und doktorierte 1994 an der Universität Bern in Neurowissenschaften. Im Anschluss absolvierte er ein postgraduate Fellowship zum Thema Neurotransplantation an der Neurochirurgischen Klinik des Universitätsspitals am Berner Inselspital, ehe er 1996 ans renommierte National Institute of Health (NIH) in Bethesda, USA, in die Stammzellbiologie ging. 2000 folgte der Wechsel nach New York in die Abteilung für Entwicklungsbiologie und Neurochirurgie des bekannten Memorial Sloan-Kettering Cancer Center (MSKCC). Zugleich wurde Lorenz Studer Professor für Developmental Neurobiology an der Cornell Medical School, New York. Seit 2010 ist er Direktor des Zentrums für Stammzellbiologie (Center for Stem Cell Biology, CSCB) am MSKCC in New York.

Die Forschung von Lorenz Studer konzentriert sich auf die Herstellung spezifischer Nervenzellen, welche die Dopamin produzierenden Neuronen, die bei Parkinsonpatienten degenerieren, ersetzen könnten. Er und seine Forschungsgruppe entwickelten neuartige Methoden, die es erlauben, menschliche pluripotente Stammzellen (humane PS-Zellen) in dopaminerge Neuronen umzuwandeln. Insbesondere konnten Lorenz Studer und sein Team belegen, dass diese Zellen sowohl in vitro (im Reagenzglas) als auch in vivo (im Tierversuch mit Maus-, Ratten- und Affenmodellen der Parkinsonkrankheit) überleben und die Funktion der bei Parkinson degenerierenden Zellen übernehmen können.

Da genau die Degeneration dieser Zellen den Grundprozess der Parkinsonkrankheit darstellt, repräsentiert die Transplantation von aus PS-Zellen hergestellten dopaminergen Neuronen die derzeit einzige potenziell kausale Therapiemöglichkeit bei Parkinson. Da es die von Lorenz Studer entwickelte Methode erlaubt, Dopamin produzierende Zellen aus den pluripotenten Stammzellen jedes einzelnen Menschen herzustellen, könnte für eine solche Therapie körpereigenes Gewebe der betroffenen Patienten verwendet werden - womit auf aus Embryonen gewonnene Stammzellen verzichtet werden kann.

Diese Entwicklung markiert einen grossen Fortschritt in der Entwicklung möglicher künftiger Zellersatztherapien bei der Parkinsonkrankheit. Entsprechende Ansätze auf Basis der Transplantation embryonaler (aus Föten gewonnener) mesencephaler Zellen wurden vor mehreren Jahren nach Misserfolgen quasi «begraben».

Die Herstellung dopaminerger Zellen aus körpereigenen pluripotenten Stammzellen ermöglicht des Weiteren ganz neue Ansätze in der Erforschung medikamentöser Therapieformen bei der Parkinsonkrankheit.

Das Preiskomitee der Annemarie Opprecht Stiftung und der Forschungsausschuss von Parkinson Schweiz gratulieren Prof. Lorenz Studer und seiner Forschungsgruppe zu diesen wertvollen Errungenschaften im Kampf gegen die Parkinsonkrankheit.

Kontakt:

Dr. Jörg Rothweiler, Leiter Kommunikation
Parkinson Schweiz
8132 Egg
Mobile: +41/79/439'87'87
E-Mail: presse@parkinson.ch

Prof. Dr. med. Mathias Sturzenegger
Leitender Arzt der Neurologischen Universitätsklinik am Inselspital
Bern und Präsident des Preiskomitees der Annemarie Opprecht Stiftung
E-Mail: matthias.sturzenegger@insel.ch

Alle Meldungen
Abonnieren Sie alle Meldungen von Parkinson Schweiz
  • Druckversion
  • PDF-Version

Orte in dieser Meldung

Themen in dieser Meldung