VIER PFOTEN - Stiftung für Tierschutz

VIER PFOTEN: Bär Mario aus engem Käfig befreit

Der 23jährige Braunbär Mario hat Glück: Er wird am 6. Juli 2006 in den Bärenpark Worbis (D) umgesiedelt. Für alle anderen gefangenen Bären fordert VIER PFOTEN 20 Mal mehr Platz, als die minimalistische Tierschutzverordnung vorsieht. Weiterer Text über ots:... mehr

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    Zürich/Rüfenach (ots) - Nach 23 Jahren hinter Gittern wird Bär Mario heute Nacht in einen grosszügigen Bärenpark gebracht. Vor den Medien im aargauischen Zoo Hasel kritisierte die Tierschutz-Organisation VIER PFOTEN scharf die Tierschutz-Verordnung, die solch tierquälerische Haltung zulässt.

    Bär Bruno durchstreifte auf seiner zweimonatigen Alpenwanderung 600 Quadratkilometer. Zoobär Mario ist in seinen 23 Lebensjahren nie über den 160 m2-Käfig hinaus gekommen, den ihm der Haselzoo in Rüfenach (AG) zubilligt. Jahrelang war Mario sogar in einer noch kleineren Grube versenkt. "Die Leidensgeschichte von Mario steht symbolisch für eines der grössten Tierschutzprobleme im Land; dass nämlich Politik und Behörden solche jämmerlichen Haltungen tolerieren", sagte VIER PFOTEN-Geschäftsführer Marcel Odermatt an der Medienorientierung vor dem Bärenkäfig.

    Die Tierschützer formulierten konkrete Forderungen am Beispiel des Bären: "Statt den völlig ungenügenden Mindestanforderungen müssen die Behörden Massstäbe für eine gute Praxis der Tierhaltung definieren. Für einen Bären heisst das 3000 m2 Platz, Wald, Wasser zum Schwimmen, Bäume zum Klettern und Rückzugsmöglichkeiten."

    Nationalrätin Barbara Marty (ZH) zitierte die rechtlichen Grundlagen für die Wildtierhaltung. "Nach der Diskussion um das neue Tierschutzgesetz erwarten wir heute vom Bundesrat, dass er die Verordnung im Sinne einer artgerechten Tierhaltung präzisiert", sagte die Politikerin. Der Verordnungsentwurf wird nächste Woche veröffentlicht.

    Für den Bären Mario ist das jetzt bedeutungslos. Er zieht heute Nacht um. VIER PFOTEN hat die Verantwortung für den Bären übernommen und im Alternativen Bärenpark Worbis (D) einen Platz gefunden, wo Mario seine natürlichen Instinkte wieder entdecken kann. "Er lernt erst einmal ganz allein und in Ruhe, ein Bär im Wald zu sein", schilderte Parkleiter Uwe Lagemann die Eingewöhnung. Später wird Mario auf elf Artgenossen und ein Rudel Wölfe treffen, die das 40'000 m2 grosse Wald- und Wiesen-Areal zusammen bewohnen.

    Der Transport des Tieres wurde wegen der hohen Tagestemperaturen auf die Nacht verlegt. Die Bären-Fachleute von Worbis haben bereits 14 Bären erfolgreich in den Park chauffiert. Der Tierarzt des Bärenpark begleitet die Reise und untersucht Mario vorgängig.

    "Dieser Bär hier wird es bald viel besser haben", freute sich Marcel Odermatt. "Ich gönne ihm das von Herzen. Doch bis all die anderen Wildtiere in Schweizer Privatzoos genug gesetzlichen Schutz haben, werden leider noch viele Besucher die stereotypen, krankhaften Bewegungen der gefangenen Tiere beobachten müssen."

ots Originaltext: Vier Pfoten
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