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06.08.2020 – 14:25

UNICEF Schweiz und Liechtenstein

Katastrophe in Beirut - Familien stehen am Rande des Abgrunds

Katastrophe in Beirut - Familien stehen am Rande des Abgrunds
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Zürich/Beirut, 6. August 2020 – Das Ausmass der Katastrophe in Beirut wird langsam sichtbar. Mehrere hunderttausend Menschen, darunter viele Kinder stehen vor dem Nichts. Nebst der gesundheitlichen Versorgung droht eine Nahrungsmittelknappheit. UNICEF hat eine Nothilfe-Aktion gestartet und unterstützt das Gesundheitssystem und hilft zusammen mit Partnern bei der unmittelbaren und mittelfristigen Versorgung der Familien und Kinder.

Am 4. August 2020 ereigneten sich in der Stadt Beirut zwei Explosionen. Gemäss offizieller Stellen starben mindestens 135 Menschen, über 5 000 Opfer wurden verletzt, über 300 000 verloren durch die immense Explosion ihr Daheim und sind nun obdachlos. Schulen, die derzeit in den Sommerferien geöffnet sind, wurden als Zufluchtsorte eingerichtet. Der wichtigste Verschiffungs-Hafen des Landes ist schwer beschädigt, der grösste Getreidesilo ganz zerstört. Die Nahrungs-Reserven sind dadurch zusammen mit wichtigen medizinischen Hilfsgütern auf weniger als einen Monat reduziert worden. Die bereits akute Ernährungsunsicherheit der Bevölkerung droht sich deshalb nochmals zu verschärfen.

Weitere Einrichtungen wurden beschädigt, darunter drei Hauptkrankenhäuser. Die Lage in den Krankenhäusern Beiruts ist prekär: Sie haben ihre volle Kapazität erreicht und berichten von einem Mangel an Geräten zur Behandlung von Verletzten und zur Versorgung von schwer verletzten Patienten. Im ganzen Land wurde ein dringender Aufruf zu Blutspenden gemacht.

Der Libanon leidet bereits unter politischer Instabilität, einem wirtschaftlichen Zusammenbruch und einem Anstieg der Covid-19-Fälle. Die Pandemie hat dazu geführt, dass die Krankenhäuser bereits überlastet und die Mitarbeiter an der Front erschöpft sind. Die riesige Anzahl von Opfern der Explosion überfordern nun die ohnehin angeschlagenen Gesundheitsdienste des Landes.

Unmittelbar nach den Explosionen hat UNICEF zusammen mit den nationalen Behörden und der Zivilgesellschaft die betroffene Bevölkerung mit lebensrettenden Massnahmen unterstützt. UNICEF hat Trinkwasser für Hafenarbeiter und Ersthelfer im Hafen von Beirut bereitgestellt. Zusammen mit Partnern unterstützt UNICEF das Gesundheitsministerium dabei, die Reste der gelagerten Medikamente und Impfstoffe aus dem beschädigten Lagerhaus am Hafen zu entfernen, um sicherzustellen, dass diese lebenswichtigen Vorräte sicher sind.

Die Priorität für UNICEF ist, dafür zu sorgen, dass die Kinder sicher sind. Traumatisierte Kinder erhalten psychosoziale Unterstützung. UNICEF stellt die Wiedervereinigung von Kindern sicher, die von ihrer Familie getrennt wurden. Ausserdem ist es zentral, dass UNICEF die Kontinuität der Gesundheitsdienste und der Impfungen sowie die Bereitstellung wichtiger Hygiene- Dienste gewährleistet, insbesondere im Hinblick auf die Covid-19-Pandemie. UNICEF wird voraussichtlich beim Wiederaufbau beschädigter Schulen helfen, wenn die Kinder wieder zur Schule gehen. Um auf all diese Bedürfnisse reagieren zu können, schätzt UNICEF den Bedarf auf 4,4 Millionen US-Dollar.

Für Interviewanfragen von Medien: UNICEF Schweiz und Liechtenstein, Jürg Keim, Mediensprecher, Tel.: 044 317 22 41, E-Mail: j.keim@unicef.ch

Über UNICEF
UNICEF, das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, hat über 70 Jahre Erfahrung
in Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe. UNICEF setzt sich weltweit für das Ü
berleben und das Wohlergehen von Kindern ein. Zu den zentralen Aufgaben gehören
die Umsetzung von Programmen in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Bildung, Wa
sser und Hygiene sowie der Schutz der Kinder vor Missbrauch, Ausbeutung, Gewalt
und HIV/Aids. UNICEF finanziert sich ausschliesslich durch freiwillige Beiträge
und wird in der Schweiz und Liechtenstein durch das Komitee für UNICEF Schweiz u
nd Liechtenstein vertreten. Seit 60 Jahren setzt sich UNICEF Schweiz und Liechte
nstein für Kinder ein – im Ausland wie im Inland. 

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