Schweizerischer Gewerkschaftsbund SGB

Lehrstellen - SGB fordert unverzüglich 5000 neue Ausbildungsplätze

    Bern (ots) - Der SGB begrüsst die Erhöhung der Lehrstellen, die heute vom BBT via Lehrstellenbarometer bekannt gemacht wurde. Es ist aber angesichts der Faktenlage falsch, von einer « Entspannung » der Lage zu sprechen, wie dies das BBT tut.

    Wie bereits in den letzten Jahren genügt das Angebot an Lehrstellen gegenüber der Nachfrage nicht (79'500 Plätze für 80'000 Jugendliche). Ein Ungleichgewicht ist insbesondere in den Branchen Informatik, Verkauf, visuelle Kommunikation und im Gesundheits- und Sozialwesen festzustellen. Die Fachleute sind sich darin einig, dass das Angebot an Lehrstellen die Nachfrage dauerhaft um 15 % übersteigen muss, damit den Jugendlichen eine funktionierende Berufswahl offen steht.

    19'000 Jugendliche verfügen im Moment noch über keine Lösung. Die Erfahrung zeigt, dass mehr als die Hälfte von ihnen zu einem « Zwischenlösungsjahr » gezwungen sein werden. An die 10'000 Jugendliche werden also keinen Zugang zur beruflichen Ausbildung haben. Zu gleichen Resultaten, 9300 Jugendliche ohne Lehrstellen, kommt eine Studie des «Sonntag» (25.5.). Die « Warteschlaufen » vor Eintritt in die Berufsbildung bilden sich somit trotz günstigen konjunkturellen und demografischen Voraussetzungen nicht zurück. Vielen Jugendlichen droht, keinen Zugang zur Berufswelt zu finden - und damit Abhängigkeit von der Sozialhilfe, schlimmstenfalls ein Leben lang.

    Verlangt sind deshalb zusätzliche 5000 Ausbildungsplätze und entsprechende Massnahmen dafür. Ausbildende Unternehmen sind zu fördern, indem ihnen im öffentlichen Beschaffungswesen prioritär der Zuschlag verliehen wird (aktuelle Revision), oder durch kantonale Berufsbildungsfonds. Diese haben sich in den Kantonen GE, FR, NE, VS und JU als sehr nützlich erwiesen (BS und ZH werden demnächst abstimmen). Zudem sind die Plätze in Vollzeit-Berufsschulen zu vermehren, denn die betriebliche Ausbildungsquote verharrt seit den 90er Jahren bei 17 % (BFS). Effiziente Übergangslösungen wie etwa die Motivationssemester sind beizuhalten, der Zugang dazu darf nicht erschwert werden. Das gilt auch für den Zugang der Jugendlichen zur Arbeitslosenversicherung, den die aktuelle Revision des AVIG erschweren will.

Kontakt:
Auskunft:
Jean Christophe Schwaab, Zentralsekretär SGB, 078 690 35 09.



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