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16.03.2021 – 00:31

comparis.ch AG

Medienmitteilung: Autoversicherung: Ausländer zahlen fast doppelt so hohe Prämien wie Schweizer

Medienmitteilung: Autoversicherung: Ausländer zahlen fast doppelt so hohe Prämien wie Schweizer
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Medienmitteilung

Comparis-Analyse zu Ungleichheit bei Autoversicherungsprämien

Autoversicherung: Ausländer zahlen fast doppelt so hohe Prämien wie Schweizer

Autoversicherer berechnen Ausländern teils massive Prämienzuschläge. Besonders Staatsangehörige aus dem Balkan und der Türkei müssen bluten: Sie bezahlen durchschnittlich bis zu 61 Prozent mehr als Schweizer Autofahrer. Je nach Anbieter werden die Unterschiede im Einzelnen noch extremer: So verlangt Basler Versicherungen (Produkt «BaloiseDirect M») von Kosovaren, Serben, Albanern und Türken eine 89 Prozent höhere Prämie als von Schweizern. Das zeigt eine Analyse von Comparis.

Zürich, 16. März 2021 – Ausländer werden von ihrer Versicherung kräftig zur Kasse gebeten. Bis zu 61 Prozent betragen die durchschnittlichen Prämienzuschläge für eine Vollkaskoversicherung im Vergleich mit Schweizer Autofahrern. Noch extremer sind die Unterschiede mit Blick auf einzelne Anbieter. Je nach Nationalität und Anbieter zahlen ausländische Versicherte fast doppelt so hohe Prämien. Das zeigt eine Analyse des Online-Vergleichsdienstes Comparis. Ausgewertet wurden die Prämien zwölf verschiedener Nationalitäten.

Staatsangehörige aus Balkanstaaten und Türken mit höchsten Prämienzuschlägen

Am meisten bluten müssen Kosovaren. Sie bezahlen im Vergleich zu Schweizern durchschnittlich 61 Prozent höhere Autoversicherungsprämien. Auch Albaner und Serben mit rund 60 Prozent sowie Türken mit 57 Prozent Prämienzuschlag sind ähnlich stark betroffen. Mit durchschnittlich 23 Prozent Prämienaufschlag bezahlen auch Portugiesen für eine Autoversicherung im Schnitt knapp ein Viertel mehr als Schweizer.

Bürger aus Nachbarländern von Prämienaufschlag nur selten verschont

Auch Staatsangehörige aus den Nachbarländern der Schweiz müssen teils tiefer in die Tasche greifen. Allen voran die Italiener: Sie bezahlen im Schnitt einen Zuschlag von 13 Prozent. Weit weniger Aufpreis gibt es für Franzosen (4 Prozent). Österreicher und Deutsche zahlen praktisch gleich viel wie Schweizer (Aufschlag 1 Prozent).

«Die Prämie mag zwar für einzelne Individuen unfair erscheinen. Aber das Wesen der Versicherung ist nun einmal die Risikosolidarität», sagt Comparis-Mobilitätsexpertin Andrea Auer. Denn für die Prämienberechnung würden Statistiken herangezogen, um die Wahrscheinlichkeit eines Schadenseintritts und somit des Risikos für die Versicherung zu kalkulieren. «Ist ein Lenker stets unfallfrei unterwegs, wird er dennoch aufgrund seiner Peers eingeschätzt und bezahlt möglicherweise eine höhere Prämie.»

Einzelne Versicherer verlangen von Ausländern fast das Doppelte

Mit Blick auf die einzelnen Angebote sind wiederum Kosovaren, Albaner, Serben und Türken mit dem höchsten Prämienaufschlag konfrontiert. Mit 89 beziehungsweise 88 Prozent Zuschlag verlangen Basler Versicherungen (Produkt «BaloiseDirect M») und TCS (Produkt «M») von ihnen fast doppelt so viel wie von Schweizer Autofahrern. Auch bei Helvetia (Produkt «Premium») sind die Zuschläge mit 85 Prozent noch immer beträchtlich (nur Kosovaren, Albaner und Serben; Türken erhalten von Helvetia für die angefragten Profile kein Angebot).

«Die teils massiven Unterschiede zwischen den Anbietern rühren daher, dass Versicherer für die Prämienberechnung in der Regel zwar ähnliche Statistiken heranziehen, der Faktor Nationalität jedoch je nach Anbieter unterschiedlich stark gewichtet wird», sagt Andrea Auer.

Einzig Generali kennt keinen Prämienzuschlag für Ausländer.

«Grösster Prämienzuschlag bedeutet nicht gleichzeitig die teuerste Versicherung»

«Beim Prämienvergleich ist Vorsicht geboten», sagt die Comparis-Expertin. «Die Versicherung mit dem grössten Prämienzuschlag für Ausländer muss nicht zwingend die teuerste sein.» Es könne vorkommen, dass Versicherungen mit geringen Zuschlägen für Ausländer auch für Schweizer Autofahrer zu den teureren gehörten, so Auer.

Diese Tatsache zeigt sich auch im Comparis-Vergleich: So verlangt etwa die Axa höhere Prämienzuschläge für Ausländer als Zurich (siehe Tabelle oben). Dennoch resultieren im Vergleich für Ausländer wie auch Schweizer bei der Zurich höhere Prämien.

«Die Comparis-Analyse zeigt auch, dass die Prämien zwischen den Anbietern noch immer stark variieren», analysiert Auer. «Wer vergleicht, kann oftmals sparen, unabhängig von der Nationalität.»

Methodik

Comparis hat im Februar 2021 insgesamt 232’553 Online-Angebote untersucht. Dabei wurden für 12 Nationalitäten, 14 Fahrzeugmodelle und 79 Postleitzahlen die Vollkaskoprämien (Haftpflicht- und Kaskoversicherung) abgefragt und berechnet (Lenkerprofil: Mann, 39 Jahre, Neuwagen, 13’000 Kilometer pro Jahr, private Nutzung, kein Leasing, Versicherungsnehmer ist häufigster Lenker). Die aktuell auf comparis.ch angezeigten Angebote können von den in der Analyse verwendeten abweichen, da die Versicherer ihre Angebote laufend anpassen können.

Weitere Informationen
Andrea Auer
Expertin Mobilität
Telefon: 044 360 53 91
E-Mail: media@comparis.ch
comparis.ch




Über comparis.ch
Mit über 100 Millionen Besuchen im Jahr zählt comparis.ch zu den meistgenutzten Schweizer Webseiten. Das Unternehmen vergleicht Tarife und Leistungen von Krankenkassen, Versicherungen, Banken sowie Telecom-Anbietern und bietet das grösste Schweizer Online-Angebot für Autos und Immobilien. Dank umfassender Vergleiche und Bewertungen bringt das Unternehmen Transparenz in den Markt. Dadurch stärkt comparis.ch die Entscheidungskompetenz der Konsumenten. Gegründet 1996 vom Ökonomen Richard Eisler beschäftigt das Unternehmen heute rund 180 Mitarbeiter in Zürich.