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11.07.2001 – 09:16

Kantonsschule Riesbach

Kantonsschule Riesbach: KRIsenstab der Schüler/-innen und Lehrer/-innen

Zürich (ots)

Kundgebung aller Schulangehörigen auf dem Areal der Kantonsschule:
heute Mittwoch 9.30
Sind wir eigentlich immer die letzten?
Der Bildungsrat hat gestern entschieden. Doch
wissen wir als Hauptbetroffene heute morgen immer noch nichts. Wer
wird wohl wieder vor uns informiert? Erfahren wir das Resultat wieder
über die Presseerklärung oder in einer Pressekonferenz? Ist das
Regierungsrat Buschors üblicher Kommunikationsstil? Wir können zur
Zeit nur mutmassen. Soll die Schule als Ganzes verschoben werden? Das
heisst nichts anderes als eine Schliessung auf Raten. Denn zwei
neusprachliche Profile in Oerlikon geben keinen Sinn. Und für die
Schliessung eines Profils braucht es dann keinen Kantonsratsbeschluss
mehr. Die politischen Instanzen könnten umschifft werden. Elegant
wäre das nicht. Dagegen wehren wir uns und hoffen weiterhin, dass die
Kantonsschule im Seefeld bestehen bleibt, denn nur so wird sie ihrem
Namen und ihrer Identität als "Kantonsschule Riesbach" gerecht. Wie
unsere Nachforschungen ergeben haben, gibt es aber noch eine ganze
Palette von Fragen zu beantworten, denn der Entscheid zur Auflösung
unserer Schule ist nicht nur eine Frage der Raumbedürfnisse der
Pädagogischen Hochschule.
Die Geschichte hinter der Geschichte
Am Sonderkonvent vom 15. Juni, als den Lehrerinnen und Lehrern die
Aufhebung der Schule mitgeteilt wurde, erläuterte Herr Höhener, dass
dieses Szenario "rein technisch auf den Quadratmeter genau" und unter
"alleiniger Berücksichtigung von rein finanziellen und rechtlichen
Gesichtspunkten" durchgerechnet wurde. Durchgerechnet wurde aber
schon vorher - unabhängig von den Raumproblemen der PH. Und
vorentschieden ebenso.  Die Bildungsdirektion geht von einem
Überangebot an Mittelschulen aus. Wir möchten wissen, wann zum ersten
Mal über die Schliessung von Schulen diskutiert wurde? Welche
Szenarien sind diesbezüglich noch vorgesehen? Sind beispielsweise
Pläne zur Abschaffung des Langzeitgymnasiums in der Pipeline, die
dann auf die gleiche Weise wie die sogenannte "Nicht-Abschaffung" der
Kantonsschule Riesbach realisiert werden sollen?
Frauengeschichten, etwas Spezielles, das man gerne vergisst
Welche Kriterien werden eigentlich neben den rein quantitativen
bei diesen Szenarien noch einbezogen? Herr Leumanns (Mittel- und
Berufsbildungsamts, MBA) einzige Antwort auf die Frage am
Sonderkonvent vom 29. Juni, ob beim Entscheid, die Kantonsschule
Riesbach zu schliessen, frauenspezifische Aspekte (z.Bsp. die prekäre
Situation vieler Lehrerinnen, das drohende Ende des traditionellen
Erbes der Töchterschulen inklusive deren Weiterentwicklung als
zukünftige Ressource für Forschung und Wirtschaft) mitberücksichtigt
wurden, lässt wenig Gutes erahnen: "Es ist ja auch die ganze
Frauengeschichte traktandiert. Gender-Fragen haben Sie aufgeführt,
das ist klar, das gehört rein, das ist etwas Spezielles, das man
gerne vergisst und darum erwähne ich es hier auch. Das ist ganz
klar". Klar ist damit ganz und gar nichts.
Welche Kriterien werden neben frauenspezifischen noch vergessen?
Warum werden die Mittelschulen und die Öffentlichkeit in diese
Diskussion nicht einbezogen?
Medien schaffen Öffentlichkeit
Für die Bildungsdirektion ist die gegenwärtige Auseinandersetzung
vor allem eine Pressekampagne. Damit macht sie sich die Sache zu
einfach. Es geht nicht an, dass ohne jegliche Transparenz die
Bildungslandschaft umgestaltet wird und folgenreiche Entscheide
gefällt werden, die der von der Bildungsdirektion ernannte
Bildungsrat ohne Kenntnisse über die wahren Hintergründe
nachvollziehen soll. Die Raumprobleme der Pädagogischen Hochschule
sind nur eine der vielen Facetten im Spiel um die Auflösung der
Kantonsschule Riesbach. So ist nach Vorstellung der Bildungsdirektion
die DMS zukünftig keine Mittelschule mehr. Damit übergeht sie
letztendlich den Bildungsrat, der zwar der Aufhebung der Schule
zugestimmt hat, aber an der selben Sitzung auch dem Vorbereitungskurs
für den Übertritt von der DMS in die PH seinen Segen erteilt hat.
Denn der Bildungsrat wertet dieses Projekt ebenso wie die schon
früher begrüssten Arbeiten zum zweisprachigen Maturitätslehrgang als
Ausdruck einer initiativen Schulleitung und Lehrerschaft.
Transparenz statt Überraschungscoup
Wie sollen Lehrkräfte motiviert werden, wenn sie über die wahren
Pläne nicht informiert werden? Warum soll die DMS abgewertet und vom
Mittelschulbereich losgelöst werden, wenn diese dank dem
Vorbereitungskurs auf die PH ein gutes Rekrutierungsfeld wäre  für
zukünftige Lehrerinnen und Lehrer aller Stufen der Volksschule?
Wir fordern dagegen eine breitere öffentliche Diskussion über die
Ausgestaltung des Bildungswesens, damit dieses von den Lehrerinnen
und Lehrern, Schülerinnen und Schülern und der Bevölkerung in Zukunft
mitgetragen wird. Damit könnte Krisensituationen wie der
gegenwärtigen um die Kantonsschule Riesbach oder dem sich für das
nächste Jahr abzeichnenden Debakel um die Wahlen in die Schulpflegen
entgegengewirkt werden.

Kontakt:

Kantonsschule Riesbach
Elisabeth Joris
Mühlestrasse 112
8008 Zürich
Tel. +41 1 386 43 14 oder +41 1 386 43 43
Fax +41 1 386 43 00
E-Mail: ursula.senne@kri.bid.zh.ch
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