Soka Gakkai International

Buddhistischer Philosoph unterstreicht in Friedensappell den Einfluss junger Menschen bei weltweiten Solidaritätsbemühungen und fordert die Zivilgesellschaft zu aktiver Beteiligung bei Gesprächen über nukleare Abrüstung auf

Tokio (ots/PRNewswire) - Daisaku Ikeda, Präsident der buddhistischen Vereinigung Soka Gakkai International (SGI), hat am 26. Januar 2017 seinen 35. alljährlichen Friedensvorschlag unter der Überschrift "Die globale Solidarität der Jugend: Beginn eines neuen Zeitalters der Hoffnung" veröffentlicht.

Ikeda geht dabei auf die globalen Herausforderungen wie bewaffnete Konflikte oder die Flüchtlingsproblematik ein. Anstatt sich dabei von Pessimismus leiten zu lassen, betont er sein Vertrauen und seine Hoffnung in die junge Generation, denn diese sei in der Lage, in ihrem sozialen Umfeld eine Kettenreaktion an positiver Veränderung auszulösen. Er sagt: "Junge Menschen und ihr leidenschaftliches Engagement können unsere weltweiten Probleme lösen."

Für ihn ist auch die Jugend der Schlüssel, um die Nachhaltigen Entwicklungsziele (SDG) der Vereinten Nationen bis 2030 zu erreichen. Er unterstreicht, dass gemeinsame Initiativen der Weltgemeinschaft wie beispielsweise zuletzt beim Kampf gegen den Klimawandel wesentlich zur Umsetzung dieser Ziele beitragen.

Ikeda zeigt sich besorgt über polarisierende Rhetorik und die Zunahme an Hassreden. Fremdenfeindlichkeit werde durch eine scharfe Trennung der Welt in vermeintlich Gutes und Böses angefacht. Er zitiert den früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, der die Berliner Mauer als "versteinerte Absage der Politik an die Menschlichkeit" beschrieben hatte, und betont, dass wir diese Art der Teilung nie wieder zulassen dürfen.

Ikeda nennt den Geist des Bodhisattvas, der im Mahayana-Buddhismus eine zentrale Rolle spielt, als eine Grundlage für die Entstehung eines spirituellen Fundaments, um die Solidarität zu stärken. Den Bodhisattva beschreibt er als einen Menschen, der im Geist der Empathie die Motivation zur Bekämpfung gravierender sozialer Missstände findet - egal wo auf der Welt und unabhängig davon, ob er selbst davon betroffen ist oder nicht.

Er geht auf die Bedeutung der Erziehung zur Weltbürgerschaft ein und ruft zur Erschaffung einer Kultur des Friedens auf. Diese sollte sich auf der Erweiterung von Freundschaften über ethnische und religiöse Gruppierungen hinweg gründen. Er zeigt sich zuversichtlich, dass die freundschaftlichen Bande unter jungen Menschen stark genug sein können, um die "vergiftete Strömung der Spaltung" umzukehren und den Weg für eine solche Kultur des Friedens zu bereiten, die im Respekt für verschiedene Kulturen wurzelt.

Weiterhin fordert Ikeda die Machthaber der USA und Russlands, welche gemeinsam mehr als 90% des globalen Atomwaffenarsenals kontrollieren, dazu auf, schnellstmöglich ein Gipfeltreffen zur weltweiten nuklearen Abrüstung abzuhalten.

Er betont die Bedeutung der Deklaration zur Abschaffung von Atomwaffen, die sein Mentor Josei Toda, zweiter Präsident der Soka Gakkai, vor 60 Jahren, 1957, verfasst hatte. Toda wollte die trügerische Natur der nuklearen Abschreckung offenbaren und erklärte mit Nachdruck, dass der Einsatz von Atomwaffen niemals gerechtfertigt werden kann.

Ikeda begrüßt die Verabschiedung einer Resolution durch die UN-Vollversammlung im letzten Jahr, die den Beginn von Vertragsverhandlungen zum Verbot von Atomwaffen vorschreibt. In Anbetracht der schwierigen Aufgabe, Atommächte von der Teilnahme an diesen für März und Juni 2017 geplanten Verhandlungen zu überzeugen, unterstreicht er die moralische Verantwortung Japans -- dem einzigen Land, das jemals in einem Krieg mit Atomwaffen bombardiert wurde -- so viele Staaten wie möglich zur Teilnahme zu bewegen.

Er mahnt, dass die Schaffung einer solchen rechtlichen Grundlage eine weltweite Anstrengung sein sollte, mit dem Ziel, alle Länder dieser Welt vor den Schrecken eines Atomkriegs zu schützen. Er unterstreicht, dass diese Initiative in Einklang mit dem Atomwaffensperrvertrag (NPT) und seinem Artikel VI steht, der alle Parteien zur Teilnahme an den Verhandlungen zur vollständigen nuklearen Abrüstung verpflichtet.

Ikeda betont, dass die Aktionen der Zivilgesellschaft während des Verhandlungsprozesses dazu beitragen können, dem Vertrag den Status eines "von der Bevölkerung geschaffenen internationalen Gesetzes" zu verleihen.

Vor dem Hintergrund der Bedürfnisse von Flüchtlingen und ihren Aufnahmeländern - vor allem im Fall von Entwicklungsländern - schlägt er vor, dass die Vereinten Nationen die Entwicklung einer neuen Hilfearchitektur voranbringen, mit dem Ziel einer besseren Koordination zwischen Nothilfe und Entwicklungsarbeit: Eine Partnerschaft zur Überwindung von humanitären Herausforderungen und zum Schutz der Würde des Menschen. Denkbar wären hier beispielsweise Berufsausbildungsangebote, um Vertriebenen die Arbeit in Bereichen zu ermöglichen, die das Aufnahmeland weiter stärken und die Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele unterstützen.

Ikeda schließt seine Jahresbotschaft mit einem Aufruf zu stärkeren Bemühungen für die Erschaffung einer Kultur der Menschenrechte. Angesichts des 70-jährigen Jubiläums der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte im Jahr 2018 schlägt er Bildungsaktivitäten zur Aufklärung über Menschenrechte vor. Außerdem verspricht er sich viel von einer neuen Ausstellung über Menschenrechte, die während der Zusammenkunft des Menschenrechtsrats im Februar und März gemeinsam von der SGI und anderen Gruppen gezeigt wird.

Er unterstreicht die Bedeutung der Förderung von Geschlechtergleichstellung und der Abschaffung jeglicher Form der Diskriminierung. Nach seinen Worten spielt die Geschlechtergleichstellung eine wegbereitende Rolle, damit alle Menschen ihre innere Würde und Menschlichkeit getreu ihrem eigenen, individuellen Selbst leben können.

Zuletzt bestätigt Ikeda erneut die Verpflichtung der SGI-Mitglieder, insbesondere mit Blick auf die Jugend, an der Errichtung einer Weltgesellschaft zur arbeiten, in der niemand abgehängt wird.

Seit 1983 richtet Daisaku Ikeda eine Botschaft zu globalen Krisen an die internationale Gemeinschaft. Der Philosoph, Autor und Friedensinitiator ist seit 1975 Präsident der buddhistischen Vereinigung Soka Gakkai International. Im Gedenken an die Gründung der SGI wird sein Friedensappell jedes Jahr am 26. Januar veröffentlicht. Weitere Informationen finden Sie unter www.daisakuikeda.org

Der Volltext des Friedensvorschlags wird am 16. Februar auf Englisch veröffentlicht.

Kontakt:


Joan Anderson
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