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13.11.2001 – 10:00

Sucht Schweiz / Addiction Suisse / Dipendenze Svizzera

Trinkspiele im Internet: Bechern bis zum Systemabsturz

Lausanne (ots)

Wer im Internet surft, kann leicht in den Rausch
geraten. Die Schweizerische Fachstelle für Alkoholprobleme (SFA) in
Lausanne weist auf die Vielzahl von Adressen hin, die im Net
alkoholselige Trinkspiele anbieten, deren Zweck einzig die Anleitung
zum Volltrunk ist. Keine gute Idee in Zeiten, in denen jugendliches
Rauschtrinken schon weit verbreitet ist.
Im Net gibt es bekanntlich nichts, was es nicht gibt. Ein
besonders finsteres Kapitel sind Adressen, auf denen sich Anleitungen
zu systematischen Saufexzessen finden. Eher harmlos "Trinkspiele"
genannt, verstecken sich dahinter schamlose Aufforderungen, sich per
Alkohol um den Verstand zu trinken. Ob Karten-, Würfel- oder
Computerspiele, stets heisst es: hoch die Gläser (oder besser
Flaschen) bis zum Systemabsturz. Dass es dabei explizit nicht um
sittsames Mensch-ärgere-dich-nicht-Spielen geht, zeigen die
einschlägigen Tipps, wie man zügig in den Rausch und wieder heraus
gerät (Aspirinvorräte anlegen etc.).
Rauschsurfen im Net
Die Schweizerische Fachstelle für Alkoholprobleme (SFA) in
Lausanne kann diesen Alkoholvergnügungen naturgemäss nichts Positives
abgewinnen. Wie neuere Umfragen belegen, hat die Zahl der
Trunkenheitssituationen bei jungen Menschen in der Schweiz stark
zugenommen. Trinkspiele mag es zwar immer schon gegeben haben,
besonders in studentischen Kreisen, doch die Verbindung des bei
Jugendlichen so beliebten Spielzeugs Computer mit dem schnellen
Zugriff auf die Spiele im Net und des allgegenwärtigen Alkohols, gibt
den "spielerischen" Räuschen eine neue Aktualität. Mögen sich die
Formen der Trinkspiele auch wandeln, die Risiken wie Alkoholkoma, 
alkoholbedingte Unfälle und Gewalt bleiben. Ähnlich wie bei der
Darstellung von Gewalt und Porno im Net, ist eine Kontrolle der
Saufaufforderungen schwierig. Bleibt zu hoffen, dass die Rauschsurfer
den eingebildeten "Schutzengel der Betrunkenen" - der auf einem Site
angerufen wird - wirklich auf ihrer Seite haben.

Kontakt:

Sekretariat Prävention und Information, Tel. +41 21 321 29 76

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