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28.08.2020 – 09:58

World Vision Schweiz

Schweizerinnen und Schweizer befürworten mehr Auslandshilfe im Kampf gegen Corona

Schweizerinnen und Schweizer befürworten mehr Auslandshilfe im Kampf gegen Corona
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Je jünger umso mehr befürworten die Menschen in der Schweiz stärkere Hilfe fürs Ausland im Kampf gegen Corona

Kinderhilfsorganisation World Vision stellt Umfrageergebnisse und Empfehlungen für zweite Phase im Kampf gegen COVID-19 vor

Eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer spricht sich aktuell dafür aus, mehr Auslandshilfe in den internationalen Kampf gegen die Corona-Pandemie zu investieren. Das geht aus einer Umfrage hervor, die diesen Monat im Auftrag der Kinderhilfsorganisation World Vision in der Schweiz und sechs anderen Ländern online durchgeführt wurde.

Drei von vier erwachsenen Schweizer (74%) sind der Ansicht, dass eine Rückkehr in ein normales Leben erst dann möglich sein wird, wenn die Ausbreitung des SARS-COV-2-Virus weltweit unter Kontrolle ist. Ebenfalls 74 Prozent erwarten wegen der starken Verflechtungen der Schweiz mit dem Rest der Welt Auswirkungen auf ihr eigenes Leben, wenn es in anderen Ländern zu neuen Infektionswellen kommt.

Vor diesem Hintergrund würden 60 Prozent der Befragten sogar einer Erhöhung der Entwicklungshilfe oder einer Aufstockung anderer internationaler Hilfen für ärmere Länder zustimmen. Überdurchschnittlich hoch ist die Zustimmung dafür bei jungen Menschen zwischen 18 und 24 Jahren, obwohl diese am wenigsten Ängste vor einer neuen starken Welle zeigen.

Aus Australien, Japan, Kanada, den Niederlanden, Deutschland und Grossbritannien liegen World Vision vergleichbare Umfragewerte vor. Im Durchschnitt befürworten 61 Prozent der befragten Frauen und Männer ein verstärktes internationales Engagement ihrer Regierungen, um die Pandemie einzudämmen und ihre negativen Auswirkungen zu begrenzen.

«Wir haben global gelebt aber nicht global gedacht»

«Vielen Menschen ist während der Pandemie bewusstgeworden, dass sie Teil einer grossen, sehr stark vernetzten und sehr verletzlichen Biosphäre sind. Diese ist nun plötzlich durch einen winzigen Organismus in Unordnung geraten. Oftmals haben wir global gelebt, aber nicht global gehandelt. Diese neue Herausforderung kann jedoch nur im globalen Schulterschluss, mit Vision und Solidarität gemeistert werden. Unsere Umfragewerte deuten darauf hin, dass die Menschen das jetzt verstanden haben», sagt Christoph von Toggenburg, CEO von World Vision Schweiz. «Auch die Schweiz sollte ihre Anstrengungen fortsetzen und dort helfend eingreifen, wo es an Mitteln fehlt, um das Leben besonders gefährdeter Kinder und Familien zu schützen.»

Drei Dinge sind jetzt wichtig:

- Mehr finanzielle Unterstützung: Besonders dringend ist nach Einschätzung von World Vision ein erhöhter Beitrag zum UN-Hilfsplan für fragile und konfliktbetroffene Regionen, da in diesen Ländern unter anderem mehr als 40 Millionen Binnenflüchtlinge mit schlechter medizinischer Versorgung leben. Wenn das Virus in fragilen Ländern weiter gedeihe, werde es eine ständige gesundheit-liche und wirtschaftliche Bedrohung sowohl für die ärmsten Menschen als auch für die Bevölkerung reicherer Länder darstellen, warnt der heute veröffentlichte 4. Nachbeben-Bericht (Aftershocks-Report) «Tödliche Wellen» der Kinderhilfsorganisation. 
 

- Mehr Investitionen: Einige ärmere Länder benötigten zudem massive Investitionen, um die indirekten, also die sozialen und wirtschaftlichen Folgen von COVID-19 (wie Zunahme an extremer Armut und Hunger) zu bewältigen. 

- Mehr Flexibilität: Die besonderen Umstände erforderten flexiblere Finanzhilfen als bisher. Die Krise kann unter anderem dazu führen, dass mehr Menschen gezwungen sein werden, ihre Heimat zu verlassen, schlichtweg um das Überleben von sich und ihren Kindern zu sichern. Diesen Umständen muss bei den Hilfsleistungen Rechnung getragen werden.  

Hintergrundinfo:

Zur Umfrage: In der Schweiz wurden insgesamt 1000 erwachsene Personen durch das Meinungsforschungsinstitut YouGov befragt. Die Umfrage wurde zwischen dem 12. und 19. August online durchgeführt, und die Ergebnisse wurden überprüft, so dass sie als repräsentativ gelten können. Hier finden Sie die Umfrageergebnisse pro Land: https://bit.ly/2QteyJ8

Zum Aftershocks-Report „Deadly Waves“: Der Bericht analysiert Erkenntnisse über die Geschichte mehrfacher Epidemie-Wellen sowie einige bisher vorliegende Studien über Auswirkungen der Corona-Pandemie und von World Vision erhobene Daten aus Entwicklungsländern.

Medienstelle World Vision Schweiz:
Alexander Koch, Mediensprecher
Alexander.Koch@worldvision.ch, 
T   044 / 510 14 28
M  079 / 439 18 54
 

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