Alle Storys
Folgen
Keine Meldung von World Vision Schweiz mehr verpassen.

20.05.2020 – 13:41

World Vision Schweiz

Indigene Bevölkerung im Amazonas Gebiet bedroht
Soziale Ungleichheit als Schlüsselfaktor für hohe COVID-19 Infektionsrate

Indigene Bevölkerung im Amazonas Gebiet bedroht / Soziale Ungleichheit als Schlüsselfaktor für hohe COVID-19 Infektionsrate
  • Bild-Infos
  • Download

Dübendorf (ots)

Schwächste Bevölkerungsgruppen in Brasilien am stärksten von der Corona Epidemie bedroht Indigene Bevölkerung im Amazonas könnte stark dezimiert werden

6% der Bevölkerung Brasiliens leben in Slums - Abstand halten kaum möglich

Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision warnt davor, dass sich in Brasilien das Corona Virus aggressiv verbreitet und das Land von allen südamerikanischen Staaten inzwischen am stärksten von der Epidemie betroffen ist. Besonders die schwächsten und ärmsten Menschen, die in den Favelas und an Flussufern leben, die Migranten und Flüchtlinge sind bedroht. Die indigene Bevölkerung im Amazonas könnte stark dezimiert werden. Soziale Ungleichheit als Schlüsselfaktor für hohe Infektionsrate Brasilien besitzt die neuntgrösste Wirtschaftsleistung der Welt. Aber laut Weltwirtschaftsforum verdient das reichste 1% der Bevölkerung 33-mal mehr als die ärmsten 50%. Martha Yaneth Rodríguez, die Landesdirektorin von World Vision Brasilien dazu: "Ungleichheit ist der Schlüsselfaktor, warum in Brasilien die Infektionsraten so stark steigen". Ganz unten in dieser sozialen Struktur befinden sich die Bewohner von Favelas am Rande der grossen städtischen Zentren. Offiziellen Daten zufolge leben dort 6% der brasilianischen Bevölkerung - das entspricht mehr als 11 Millionen Menschen. Abstand halten ist hier kaum möglich.

Der Bundesstaat Amazonas im Norden Brasiliens mit knapp 4 Millionen Einwohnern liegt bereits auf dem vierten Platz in der Gesamtzahl der Todesfälle. In Amazonas befinden sich auch 12 der 20 Städte mit der höchsten Zahl an Krankheitsfällen in Brasilien sowie fünf der zehn Gemeinden mit der höchsten Sterblichkeitsrate. "Die Krankenhäuser haben keine Betten mehr und das Gesundheitspersonal ist völlig überfordert. Schreckliche Szenen spielen sich bei Beerdigungen ab. Die Toten müssen in Massengräbern verscharrt werden. Wir tun, was wir können, um zu helfen, aber die Situation ist äusserst angespannt", sagt Luis Corzo, Einsatzleiter von World Vision in Brasilien.

An COVID-19 sterben oder verhungern

Manaus ist die Hauptstadt des Bundesstaates Amazonas und das Portal zu Gemeinden im gesamten Amazonasbecken. World Vision ist dort vor Ort und arbeitet mit Kirchengemeinden zusammen, um Nahrungsmittel und Sanitärpakete zu verteilen und die Bevölkerung im Bereich Hygiene und Sanitärmassnahmen zu schulen. "Die meisten Menschen, die im Amazonasgebiet leben, sind gezwungen, ihre Heimatorte zu verlassen, weil es keine Arbeit mehr gibt", erklärt Joao Diniz, Regionalleiter für Lateinamerika und die Karibik bei World Vision. "Die Menschen müssen sich derzeit entscheiden, ob sie das Risiko eingehen, an COVID-19 zu sterben, oder ob sie verhungern."

In 2 Monaten mehr als 1 Million Menschen versorgt

Amazonas ist einer der drei Staaten, in denen World Vision auch Flüchtlinge aus Venezuela versorgt. "Der World Vision-Nothilfeeinsatz in Bezug auf die Corona Pandemie begann vor 2 Monaten. Bisher haben wir mehr als eine Million Menschen besonders in den Regionen mit den höchsten Infektionsraten mit Hilfsmassnahmen versorgt", so Joao Diniz. Weltweit ist die Kinderhilfsorganisation im Kampf gegen die Ausbreitung von COVID-19 in mehr als 70 Ländern im Einsatz, wobei die am stärksten gefährdeten Länder Priorität haben. Insgesamt will die Hilfsorganisation 72 Millionen Menschen in Bezug auf den Kampf gegen Covid-19 unterstützten, mehr als die Hälfte davon Kinder. World Vision weist in einem kürzlichen erschienenen Bericht darauf hin, dass es wichtig ist, auch die Nachwirkungen der Pandemie zu berücksichtigen. Das Leben von 30 Millionen Kindern könnte durch tödliche Krankheiten wie Malaria, mangelnde Impfmassnahmen oder zunehmende Mangel- und Unterernährung gefährdet sein, da die Gesundheitssysteme überlastet sind.

Pressekontakt:

World Vision Schweiz
Alexander Koch, Mediensprecher
Alexander.Koch@worldvision.ch
Tel.: 044 / 510 14 28
Mobil: 079 / 439 18 54