Bundesamt f. Umwelt, Wald und Landschaft

Die 10. Weltklimakonferenz in Buenos Aires ¬Ė ein historischer Wendepunkt

      Bern (ots) - Die zehnte Vertragsstaatenkonferenz der
UNO-Klimakonvention tagt vom 6. bis 17. Dezember in Buenos Aires
(Argentinien). Durch das bevorstehende Inkrafttreten des
Kyoto-Protokolls ¬Ė einem entscheidenden Schritt im Kampf gegen die
Erw√§rmung des Klimas ¬Ė gewinnt der Gipfel zus√§tzlich an Bedeutung.
Die Schweiz wird sich daf√ľr einsetzen, dass m√∂glichst bald mit
Gespr√§chen √ľber die Massnahmen begonnen wird, die nach 2012
insbesondere von den Schwellenl√§ndern getroffen werden m√ľssen.
Bundesrat Moritz Leuenberger wird die Schweiz am Klimagipfel
vertreten.

    Anl√§sslich der Weltklimakonferenz in Buenos Aires wird das zehnj√§hrige Bestehen der UNO-Klimakonvention (√úbereinkommen der Vereinten Nationen √ľber Klima√§nderungen) gefeiert; zudem sollen die n√§chsten Etappen der internationalen Klimapolitik festgelegt werden. Dabei will sich die Schweizer Delegation f√ľr den raschen Beginn der Diskussionen √ľber die zuk√ľnftigen Reduktionssziele f√ľr Treibhausgasemissionen einsetzen. Nach Ansicht der Schweiz ist die Teilnahme der Entwicklungsl√§nder im n√§chsten Verpflichtungszeitraum, d.h. nach 2012, unumg√§nglich. Ab ca. 2015 wird n√§mlich die H√§lfte der weltweiten Treibhausgasemissionen aus den Entwicklungsl√§ndern kommen. Bundesrat Moritz Leuenberger wird am Ministertreffen teilnehmen, das vom 15. bis 17. Dezember stattfindet. Am 16. Dezember moderiert er ein Rundtischgespr√§ch √ľber neue Technologien zum Kampf gegen Klima√§nderungen. Ausserdem sind mehrere bilaterale Treffen geplant.

Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls

    Mit dem Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls (siehe Kasten 1) im Februar 2005 beginnt f√ľr die internationale Klimapolitik eine neue √Ąra. Damit die Industriel√§nder den Verpflichtungen nachkommen k√∂nnen, die sie mit der Ratifizierung des Protokolls eingegangen sind, m√ľssen sie nun konkrete Massnahmen zur Verringerung ihrer Treibhausgasemissionen treffen. Das Reduktionsziel muss im ersten Verpflichtungszeitraum von 2008 bis 2012 zwingend erreicht werden, da sonst Sanktionen drohen. Das Inkrafttreten des Protokolls ist eine Bekr√§ftigung f√ľr die Klimapolitik der Schweiz. Um ihre eigenen Verpflichtungen erf√ľllen zu k√∂nnen, hat der Bundesrat im Rahmen des CO2-Gesetzes vier Varianten mit Massnahmen zur CO2-Reduktion in die Vernehmlassung geschickt, da CO2 das h√§ufigste Treibhausgas in der Schweiz ist (√ľber 80% der Gesamtemissionen). Nach Abschluss des Vernehmlassungsverfahrens am 20. Januar 2005 wird der Bundesrat die zur Erreichung der Reduktionsziele geeignetste Variante ausw√§hlen.

Bern, 1. Dezember 2004

UVEK Eidgen√∂ssisches Departement f√ľr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation Pressedienst

Ausk√ľnfte: Pressedienst des UVEK, Tel. 031 322 55 11 Philippe Roch, Staatssekret√§r, Direktor des BUWAL, Tel. 079 277 51 88 Beat Nobs, Botschafter, Chef der Abteilung Internationales des BUWAL, Tel. 079 687 11 68 Jos√© Romero, Sektion Konventionen, BUWAL, Tel. 079 251 90 69

Beilagen: Kasten 1: Das Protokoll von Kyoto Kasten 2: Treibhausgase in der Schweiz 2002: leichter R√ľckgang gegen√ľber 1990

Internet: Umsetzung des CO2-Gesetzes: Der Bundesrat schickt vier Varianten in die Vernehmlassung http://www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de/index.html Klimaschutzmassnahmen in der Schweiz: http://www.umwelt- schweiz.ch/imperia/md/content/buwalcontent/folder/04-06-11co2/d2.pdf

    Konktam√∂glichkeiten mit der Schweizer Delegation w√§hrend der Klimakonferenz (vom 6. bis am 17. Dezember) Achtung: Zeitverschiebung 4 Stunden.

¬ē Catherine Bellini, pers√∂nliche Mitarbeiterin von Bundesrat Moritz Leuenberger. Sie ist in Buenos Aires pr√§sent vom 15. bis 17. Dezember. Tel. 079 408 69 04

¬ē Philippe Roch, Staatssekret√§r, Direktor BUWAL. Er ist in Buenos Aires pr√§sent vom 15. bis 17. Dezember. Tel. 079 277 51 88

¬ē Botschafter Beat Nobs, Chef der Abteilung Internationales des BUWAL. Er ist in Buenos Aires pr√§sent vom 6. bis 17. Dezember. Tel. 079 687 11 68

¬ē Elisabeth Maret, Informationsbeauftragte BUWAL, Tel. 031 323 28 69

    Kasten 1: Das Protokoll von Kyoto Seit Beginn des Industriezeitalters hat sich das Klima durch die Zunahme der Treibhausgase in der Atmosph√§re ohne jeden Zweifel ver√§ndert. Laut Sch√§tzungen der Wissenschaftler k√∂nnten die Temperaturen weltweit bis zum Ende des Jahrhunderts durchschnittlich zwischen 1,4¬įC und 5,8¬įC steigen. Die Auswirkungen eines solchen Temperaturanstiegs w√§ren in der Schweiz aufgrund des empfindlichen alpinen √Ėkosystems besonders deutlich zu sp√ľren. So sind die Temperaturen seit Beginn des 20. Jahrhunderts weltweit im Durchschnitt um 0,6 ¬įC gestiegen, in der Schweiz hingegen um 1,4 ¬į C.

    Um die Treibhausgasemissionen weltweit zu reduzieren und auf diese Weise die Erderw√§rmung einzud√§mmen, wurde vor zehn Jahren das Rahmen√ľbereinkommen der Vereinten Nationen √ľber Klima√§nderungen angenommen. 1997 folgte darauf die Annahme des Protokolls von Kyoto, das f√ľr die Industriestaaten verbindliche Reduktionsziele f√ľr einen ersten Verpflichtungszeitraum von 2008 bis 2012 festlegt. Die Massnahmen f√ľr den Zeitraum nach 2012 sollen zu einem sp√§teren Zeitpunkt verhandelt werden. Nachdem Russland das Protokoll ratifiziert hat, kann es nun am 16. Februar 2005 in Kraft treten.

    Zus√§tzlich zu den nationalen Reduktionsmassnahmen sieht das Protokoll flexible Mechanismen vor, mit denen Staaten Emissionsgutschriften schaffen und austauschen k√∂nnen. Die von einzelnen Staaten oder Unternehmen bezeichneten Kohlenstoff-Senken ¬Ė wie beispielsweise W√§lder, die so bewirtschaftet werden, dass sie mehr CO2 absorbieren ¬Ė k√∂nnen ebenfalls zur Erf√ľllung des Reduktionsziels angerechnet werden.

    Die Schweiz hat sich ¬Ė wie die Europ√§ische Union ¬Ė verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen um 8% im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Da der Ausstoss an Kohlendioxid (CO2) in der Schweiz mehr als 80% aller Treibhausgasemissionen ausmacht, d√ľrfte das Ziel haupts√§chlich durch die Umsetzung des CO2-Gesetzes erreicht werden k√∂nnen. Letzteres sieht vor, dass der CO2-Ausstoss bis 2010 um 10% niedriger sein muss als 1990.

    Die Erf√ľllung der Reduktionsverpflichtungen wird auf der Grundlage von Sachverst√§ndigenberichten und Treibhausgasinventaren √ľberwacht, die von jedem Vertragsstaat des √úbereinkommens aufgestellt werden. Erf√ľllt ein Staat die Reduktionsziele im Zeitraum zwischen 2008 und 2012 nicht, so wird er beispielweise durch die Einschr√§nkung der Nutzung der ¬Ąflexiblen Mechanismen¬ď sanktioniert. Siehe auch:

Die flexiblen Mechanismen des Kyoto-Protokolls: http://www.umwelt- schweiz.ch/imperia/md/content/buwalcontent/folder/04-10-20co2/d- faktenblatt-3.pdf Kohlenstoff-Senken: http://www.umwelt- schweiz.ch/buwal/de/fachgebiete/fg_klima/politik/And_Mass/index.html unter Forstpolitik

    Kasten 2: Treibhausgase in der Schweiz 2002: leichter R√ľckgang gegen√ľber 1990 Wie alle Vertragsstaaten der UNO-Klimakonvention muss die Schweiz jedes Jahr ein nationales Inventar ihrer Treibhausgasemissionen aufstellen. Das Kyoto-Protokoll h√§lt fest welche Gase erfasst werden m√ľssen. Es sind dies: Kohlendioxyd (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (HFC), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC) und Schwefelhexafluorid (SF6).

    2002 betrugen die Treibhausgasemissionen in der Schweiz insgesamt 52,3 Millionen Tonnen CO2-√Ąquivalente, d.h. 1,1 Millionen Tonnen weniger als 2001. Mit diesem R√ľckgang wurde allerdings nur der fast identische Anstieg zwischen 2000 und 2001 wieder wettgemacht. Im Jahr 2002 lagen die Emissionen um 1,7% unter dem Stand von 1990. Der Emissionsr√ľckgang zwischen 2001 und 2002 ist auf den verh√§ltnism√§ssig milden Winter und die schwierige Wirtschaftslage zur√ľckzuf√ľhren. Seit 1990 bewegt sich der Gesamtausstoss an Treibhausgasen in der Schweiz innerhalb einer engen Bandbreite zwischen 51,7 und 54,9 Millionen Tonnen (1990: 53,1 Millionen Tonnen).

Die Schweiz wird ihre Kyoto-Verpflichtungen einhalten, wenn es ihr gelingt, die Ziele des CO2-Gesetzes zu erreichen. Siehe auch: http://www.umwelt- schweiz.ch/buwal/de/fachgebiete/fg_klima/daten/thg-inv/index.html



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