Fürstentum Liechtenstein

pafl: Beiträge an mehrere Projekte in Bosnien und Herzegowina sowie im Kosovo im Rahmen der internationalen Flüchtlings- und Migrationshilfe

    Vaduz (ots) - Vaduz, 14. Dezember (pafl) - Die Regierung hat in ihrer Sitzung vom Dienstag, 14. Dezember, für das kommende Jahr Mittel von rund 650'000 Franken für die internationale Flüchtlings- und Migrationshilfe bewilligt. Eine Delegation des Ausländer- und Passamts nutzte in der vergangenen Woche die Gelegenheit, einen Teil der Projekte in Augenschein zu nehmen.

    Unterstützt werden mit den Geldern aus Liechtenstein vier Projekte der Caritas Schweiz in Bosnien und Herzegowina sowie eines im Kosovo. Sie dienen der Friedensförderung und der Integration ethnischer Minderheiten, dem Kampf gegen Menschen- und im Speziellen Frauenhandel sowie der Verminderung der Migration. Die Projekte sind auf zwei bis drei Jahre ausgelegt und werden von Liechtenstein zum Teil bereits seit zwei bzw. drei Jahren begleitet und unterstützt.

    So investiert Liechtenstein im kommenden Jahr rund 127'000 Franken in die Friedensförderung in multi-ethnischen Gemeinschaften in der Region um Srebenica, wo der Bürgerkrieg in den 1990er-Jahren schwere Zerstörungen verursacht und die ansässigen Volksgruppen entzweit hat. Das Projekt dient dem Wiederaufbau sowie der Zusammenführung einheimischer wie vertriebener bosnischer Serben und bosnischer Muslime. Unter dem Titel "Aktive Bürger" führten die Projektverantwortlichen aus den verschiedenen Bevölkerungsgruppen am vergangenen Donnerstag und Freitag die Abschlusskonferenz der zweiten Projektphase im nahe Sarajewo gelegenen Skigebiet Jahorina durch. Liechtenstein als Geldgeber war dabei vertreten durch Hans Peter Walch, Leiter des Ausländer- und Passamts, sowie Heribert Beck, Leiter der für die internationale Flüchtlings- und Migrationshilfe zuständigen Abteilung Asyl. Die Projektmitarbeiter aus den einzelnen Dörfern präsentierten dabei ihr persönliches Engagement für die Verbesserung der lokalen Infrastruktur - beispielsweise beim Bau von Wartehäuschen an Bushaltestellen, beim Erstellen von Strassenbeleuchtungen zur Verbesserung der Sicherheit für Fussgänger und Radfahrer oder beim Bau einer Brücke über einen Bach. Die Mittel aus Liechtenstein sollen dazu beitragen, dass das Projekt "Aktive Bürger" auch in den kommenden Jahren fortgesetzt und auf weitere Gemeinden ausgeweitet werden kann.

    Weitere 65'000 Franken aus Liechtenstein sollen dazu beitragen, einerseits die Bewusstseinsbildung im Kampf gegen den Menschen- und Frauenhandel zu fördern sowie diesem andererseits durch verbesserte Einkommensmöglichkeiten der Bevölkerung zu begegnen. 30'000 Franken gehen an ein Jugendheim in der Stadt Ljubija. Mit dem Beitrag soll gewährleistet werden, dass eine grosse Zahl junger Menschen aus der Stadt von zahlreichen Lernhilfen und Freizeitaktivitäten profitieren kann. Die Liechtensteiner Unterstützung leistet damit ihren Beitrag, die Infrastruktur der verarmten Stadt zu verbessern und die Abwanderung junger Familien zu vermindern.

    Ebenfalls der Verminderung der Abwanderung dient ein Projekt der Caritas Schweiz, bei dem in der Landwirtschaft tätigen Familien durch Kleinkredite ein Einkommen aus der Beerenproduktion gesichert wird. Liechtenstein steuert für das kommende Jahr 250'000 Franken bei. "Die Beerenproduktion stellt sicher, dass die teilnehmenden Familien bereits nach anderthalb Jahren ein erstes Einkommen aus ihren Pflanzen generieren können. Das Projekt kommt dementsprechend gut an und der Beitrag aus Liechtenstein sichert eine Ausweitung auf viele zusätzliche Familien", sagte Hemo Jusoviv, Verantwortlicher für die landwirtschaftlichen Projekte der Caritas Schweiz in Bosnien-Herzegowina, gegenüber der Liechtensteiner Delegation.

    140'000 Euro gehen an ein Infrastruktur- und Umsiedlungs-Projekt in Gjakova (Kosovo). Dort leben rund 700 Angehörige ethnischer Minderheiten aus 135 Familien unter prekären Verhältnissen auf und neben einer Müllhalde. Zu diesen problematischen hygienischen Verhältnissen hinzu kommen ungenügende Einschulungsmöglichkeiten und fehlende Ausbildungsmöglichkeiten. Mit der Unterstützung Liechtensteins, der Schweiz, Österreichs sowie nationaler Ministerien sollen auf einer kommunalen Parzelle 120 Häuser gebaut und Hygiene- und Einschulungsmassnahmen durchgeführt werden.

Kontakt:
Ausländer- und Passamt
Heribert Beck, Leiter Abteilung Asyl
T +423 236 61 54



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