Fürstentum Liechtenstein

pafl: "Respekt und Anerkennung für Liechtenstein"

      (ots) - Vortrag des deutschen Botschafters Frank Elbe im Vaduzer
Saal

    Vaduz, 11. Februar (pafl) - "Ich empfinde hohen Respekt vor den Liechtensteinern und ihrer wirtschaftlichen Leistungskraft", eröffnete Botschafter Frank Elbe seinen Vortrag. Auf Einladung von Aussenminister Ernst Walch sprach der deutsche Botschafter für die Schweiz und Liechtenstein zum Thema "Herausforderungen an Europa 2004". Kernthemen waren die EU-Erweiterung, die transatlantischen Beziehungen sowie die bilateralen Beziehungen Deutschland - Liechtenstein.

    "Ich komme immer gerne nach Liechtenstein", hielt Botschafter Elbe zu Beginn seines Vortrags fest und unterstrich damit seine Absicht, Liechtenstein regelmässig zu besuchen.

Ansehen verbessert

    "Ich wünschte mir, dass mehr Menschen in Europa dieses Land so sehen würden wie ich", führte Botschafter Elbe in seinem Vortrag aus. Insbesondere gelte seine Achtung der Bevölkerung und dem Gewerbe, das Liechtenstein zu einer Wirtschaftsnation von internationaler Bedeutung gemacht habe.

    Darüber hinaus würdigte Botschafter Elbe auch die Anstrengungen, die durch Liechtenstein unternommen wurden, um das Ansehen des Finanzplatzes zu verbessern: "Es gibt sicherlich noch das eine oder andere zu tun, aber das bisher Erreichte verdient unsere Anerkennung."

Bedrohung der Sicherheit

    Zentrales Thema in den Ausführungen von Botschafter Elbe war die zunehmende Bedrohung der Sicherheit. Angesichts des internationalen Terrorismus, der organisierten Kriminalität, der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und schwerwiegenden wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheiten sei die Sicherheit bedroht. "Es geht darum, diese neuen Formen der Bedrohung unserer Sicherheit zu beherrschen," so Botschafter Elbe.

    Dies könne erreicht werden, indem die europäische Einheit ausgebaut, der Terrorismus entschieden bekämpft und die transatlantischen Beziehungen partnerschaftlich gestaltet werden.

Chance EU-Erweiterung

    Das Jahr 2004 sei durch die Osterweiterung ein Wendepunkt in der Geschichte Europas. Die Erweiterung führe langfristig zu einem Ausgleich des wirtschaftlichen und sozialen Gefälles in Europa. Daher sei die Osterweiterung eine Investition in die Sicherheit Europas.

    Daneben würden sich Europa in der Osterweiterung aber auch weitere Möglichkeiten bieten: "Es ist die Chance, im Herzen Europas zur Region des grössten wirtschaftlichen Wachstums werden zu können". Dabei sei es wichtig, Europa nicht als "Fertigprodukt" zu sehen, sondern als einen allmählichen Prozess.

Transatlantische Partnerschaft

    In seinen Ausführungen bezeichnete Botschafter Elbe die transatlantischen Beziehungen als eines der "wichtigen politischen Güter der Gegenwart". Diese Partnerschaft bilde ein zentrales Bindeglied für die Gestaltung einer gemeinsamen Zukunft. Sie vertrage und brauche auch Meinungsverschiedenheiten. Dies habe dem transatlantischen Verhältnis nie geschadet.

    Wichtig sei zu verstehen, dass Europa sich nicht gegen die USA entwickle, sondern als starkes Europa in eine starke transatlantische Partnerschaft.

Wachsende Verantwortung

    Abschliessend hielt Botschafter Elbe fest, dass angesichts des enormen Zerstörungspotentials keine Generation je eine solch grosse Verantwortung getragen habe wie heute. Die Achtung der Menschenwürde und der Schöpfung würden uns schliesslich dazu verpflichten, künftigen Generationen Lebensfähigkeit und Freiraum zu erhalten. Es gehe darum, "die Weiterwohnlichkeit der Erde zu sichern". Der Mensch müsse sich daher seiner Verantwortung stellen und sich neuem Denken öffnen, wie Botschafter Elbe abschliessend festhielt.



Weitere Meldungen: Fürstentum Liechtenstein

Das könnte Sie auch interessieren: