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15.04.2020 – 09:41

news aktuell (Schweiz) AG

BLOGPOST: Zwischen Zivilschutz, Home-Office und Familienleben

BLOGPOST: Zwischen Zivilschutz, Home-Office und Familienleben
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Marco Hiestand ist Head of Sales der news aktuell (Schweiz) AG, zweifacher Familienvater und Mitglied des Schweizer Zivilschutzes. Die Organisation ist darauf ausgerichtet, die Bevölkerung in (Natur-) Katastrophen und Notlagen zu betreuen und zu unterstützen. In 20 Jahren als Betreuer im Zivilschutz kam es nie zum Ernstfall – dann brach das Corona-Virus aus. Unser Head of Sales erzählt, was ein möglicher Einsatz für ihn und seine Familie bedeutet und was wir alle tun können, um die Pandemie einzudämmen.

news aktuell: Marco,erzähl uns doch ein bisschen etwas über deine Aufgaben und Einsätze im Zivilschutz. Was genau machst du dort?

Marco: Ich bin seit knapp 20 Jahren im Zivilschutz und dort jedes Jahr im Einsatz. Das sind in der Regel ein paar Tage oder auch mal eine Woche am Stück. Eine meiner Aufgaben war es zum Beispiel, dass ich mit meiner Gruppe als Betreuer in Schweizer Wohnhäusern Luftschutzkeller kontrolliert habe. Die gibt es in jedem Haus in der Schweiz, um die Bevölkerung im Ernstfall vor einem Angriff oder Ähnlichem zu schützen. Wichtig war im Zuge unserer Kontrollen, die Luftfilter der Bunker zu prüfen. Diese sollen gewährleisten, dass die Bevölkerung in den Bunkern auch im Falle eines Chemieangriffes mit Frischluft versorgt werden kann. Ich hatte aber auch schon soziale Einsätze und bin beispielsweise mit älteren Damen oder Herren in Altersheimen spazieren gegangen.

news aktuell: Ernsthafte Einsätze gab es für dich bisher nicht – dann kam Corona. Hast du damit gerechnet?

Marco: Ja, schon. Die Verbreitung des Virus hat sich hierzulande wie in vielen anderen Ländern auch sehr dynamisch entwickelt. Ich habe vor ein paar Wochen noch mit meiner Frau darüber gewitzelt, dass dieses Jahr ja mein letztes Jahr im Zivilschutz sein wird. Ich werde dieses Jahr 40 und bin damit ab nächstem Jahr nur noch in der „Reserve“. Ausgerechnet jetzt steht eine „echte“ Krise bevor. Ich war aber nicht überrascht, als vor zwei Wochen dann ein Schreiben vom Zivilschutz kam, welches uns über einen möglichen Einsatz informiert hat.

news aktuell: Ein solcher Einsatz bedeutet sicher auch einen grossen Einschnitt in dein „normales“ Leben. Du bist in einer Führungsposition und hast auch eine Familie – wie lässt dich das vereinbaren?

Marco: Das wird sich noch zeigen. Unsere Kunden waren bisher alle sehr verständnisvoll. Vergangene Woche musste ich z. B. einen Termin wegen dieser Corona-Schulung absagen, und die Rückmeldung des Kunden war durchweg positiv. Ich bin aber auch Familienvater. Wenn ich für einen Einsatz aufgeboten werde und meine Frau gleichzeitig arbeiten muss, wird sich die Frage der Kinderbetreuung stellen. Die Kindergärten und Schulen sind schließlich alle noch geschlossen und die Grosseltern kommen aus Risiko-Gründen nicht in Frage. Der Zivilschutz hat uns aber bereits zugesichert, auf genau solche Aspekte auch Rücksicht zu nehmen. Ich vertraue da voll und ganz auf die Organisation.

news aktuell: Am Freitag war Deine erste Schulung für den Einsatz des Zivilschutzes während der Covid-19 Pandemie. Was genau hast du dort gelernt?

Marco: Zuerst einmal ging es darum, den Bestand des Zivilschutzes in meiner Gemeinde zu zählen – wir sind insgesamt 250 aktive Zivilschützer. Und wir wurden informiert, wie es jetzt weitergeht. Bereits seit Ausbruch der Pandemie unterstützt der Zivilschutz unsere Gemeinde in Spitälern und Altersheimen. Aufrgund rechtlich fehlender Wegweisungsbefugnisse des Zivilschutzes müssen diese Tätigkeiten aber künftig durch die Polizei oder einen privaten Sicherheitsdienst durchgeführt werden. Konkrete, mögliche Aufgaben wurden uns noch nicht mitgeteilt, das hängt etwas von der Entwicklung der Situation hier in der Schweiz ab. In einer Schulung wurden wir dann über medizinische Aspekte zum Corona-Virus informiert. Uns wurde beigebracht, wie man mit Menschen umgeht, die in Quarantäne sind und wie man sich selbst z. B. in einem Einsatz schützen kann. Bei uns in der deutschen Schweiz ist die Situation noch relativ entspannt. Aber der Zivilschutz bereitet sich schon darauf vor, auch Notlazarette und Ähnliches aufzubauen. Momentan arbeitet meine Gemeinde mit 25 Zivilschützern im Rotationsprinzip, wohlwissend, dass diese Personen eben noch andere Verpflichtungen haben. Wann ich eingezogen werde, weiss ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Das hängt stark von der weiteren Entwicklung der Pandemie hierzulande ab.

news aktuell: Konntest du bei der Schulung vielleicht auch etwas für den privaten Umgang mit Corona mitnehmen?

Marco: Ja! Wir haben während der Schulung geübt, die Hände richtig zu waschen und zu desinfizieren. Da mag vielleicht erstmal banal klingen, aber so trivial ist das gar nicht. Nach dem Desinfizieren haben wir dann die Hände zur Kontrolle unter ein bestimmtes UV-Licht gehalten – und das Ergebnis war schon erschreckend. Man sieht schonungslos alle Stellen, die noch nicht desinfiziert wurden. Kindern bringt man bei, beim Händewaschen zweimal „Happy Birthday“ zu singen – so viel Zeit sollte man in jedem Fall in richtiges Händewaschen investieren. Nach „mal eben schnell Händewaschen“ sind nämlich fast genauso viele Viren und Bakterien an den Händen wie vorher. Das hat mir nochmal vor Augen geführt, wie viel Wert wir alle auf gründliches Händewaschen legen sollten. Spannend war auch der Instruktor selbst. Er war schon Covid-19 positiv und hat zwei Wochen in Quarantäne verbracht. Das einfach mal zu hören war sehr interessant, so surreal ist die Situation nämlich momentan gar nicht. Und außerdem weiss ich jetzt, was wir im Fall der Fälle im Kühlschrank bzw. im Keller haben sollten. So viel kann ich verraten: Berge an Klopapier gehören nicht dazu!

Dieser Beitrag ist ein Original-Post aus dem news aktuell Blog:

https://www.newsaktuell.ch/blog/zwischen-zivilschutz-home-office-und-familienleben/

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