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auto-schweiz: Falsche Öko-Symbolik

    Bern (ots) - Gross war die Entrüstung Ende 2008, als die Chefs der drei grossen US-Autokonzerne mit ihren Firmenjets in Washington einschwebten, um vor dem Kongress um Multimilliarden-Staatshilfe zu betteln. So gross, dass sie zwei Wochen später zur erneuten Anhörung - bei der ersten hatten sie eine böse Abfuhr erlitten - die knapp 900km lange Strecke von Detroit zur Hauptstadt ganz profan im Auto zurücklegten. Die klare Botschaft: Wir haben verstanden - das Symbol zählt.

    Als symbolischen Akt bezeichnete auch Umweltminister Moritz Leuenberger seine gross angekündigte Reise per Sonderzug zum Umweltgipfel in Kopenhagen. Ein klassisches Eigengoal: Der Nutzfahrzeugverband Astag rechnete glasklar vor, dass Leuenberger und sein fast 80köpfiger Begleittross nur einen Bruchteil der CO2-Menge verursacht hätten, wäre ihre Fahrt statt im Zug in zwei Cars erfolgt. Erstaunlicherweise nahmen nicht nur Leuenberger-kritische Medien das Thema auf und kommentierten die bundesrätliche Öko-Inszenierung zum Teil sarkastisch.

    Dabei wussten sie zu dem Zeitpunkt nur die halbe Wahrheit. Denn inzwischen haben wir hören müssen, dass es mit dem Symbol noch viel weniger weit her ist als angenommen. Für die Rückreise wählte der Magistrat das Flugzeug. Aber nicht etwa Linie, sondern der Bundesratsjet düste am Samstagmorgen nach Kopenhagen, um den sonst so heftig um das Klima besorgten Umweltminister standesgemäss heimzuholen.

    Unter dem Strich resultierte ein CO2-Fussabdruck, der grösser nicht sein könnte. Und der - ebenso wie der beinahe 30-jährige, katalysatorlose Fiat Ritmo seiner Lebensgefährtin Gret Loewensberg - schwer an der ökologischen Glaubwürdigkeit des Moritz L. kratzt. Daran gilt es zu denken, wenn im Zuge der anvisierten Teilrevision des CO2-Gesetzes von den Autofahrern vor allem Verzicht und Geld eingefordert wird.

    Bei allen Fehlern, welche die US-Autobosse in der Vergangenheit gemacht haben: Mit Symbolen verstehen sie weit besser umzugehen als unser Umwelt- und Verkehrsminister.

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