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Staatskanzlei Luzern

Luzerner Pfandleihanstalt schliesst nach 116 Jahren

Luzern (ots)

Die Pfandleihanstalt stellt ihren Betrieb auf Ende
dieses Jahres ein. Ausschlaggebend für den Beschluss der
Gemeinnützigen Gesellschaft der Stadt Luzern sind der hohe Aufwand
bei stark rückläufigen Erträgen und die steigenden Defizite der
Gesellschaft. Die Übergabe des Betriebs an eine andere gemeinnützige
Institution scheiterte mangels Interesse.
Die Aufsichtskommission der Gemeinnützigen Gesellschaft der Stadt
Luzern hatte bereits im Jahresbericht 2001 den Antrag auf Schliessung
der Pfandleihanstalt an der Münzgasse 5 gestellt. Die Suche nach
einer neuen Trägerschaft musste ergebnislos abgebrochen werden,
nachdem mit zwei gemeinnützige Institutionen ähnlicher Zielsetzungen
keine Übernahme erzielt werden konnte. Am 6. Mai 2002 hatte die
Generalversammlung deshalb für die Schliessung entschieden. Die
letzten noch nicht ausgelösten Pfänder sind kürzlich verwertet
worden. Die dabei erzielten Überschüsse können Berechtigte noch
während fünf Jahren beziehen.
"Versatzanstalt" gegen Kredithaie
Am 17. März 1886 hatte der Luzerner Regierungsrat die Statuten der
Gemeinnützigen Gesellschaft der Stadt Luzern für das Führen einer
"Versatzanstalt" genehmigt. Diese Institution sollte mit einer
korrekten Kreditgewährung den Winkelanstalten und dubiosen Geldgebern
den Garaus machen. Bis dahin war es nämlich nicht die Regel gewesen,
den Schuldnern Empfangsscheine für ihre Pfänder auszuhändigen, und
die Pfandverträge waren eigentliche Knebelverträge zu Gunsten der
Pfandleiher. Mit der korrekten Abwicklung der Pfandbeleihung stieg
jedoch auch der administrative Aufwand, so dass es der Anstalt nicht
immer gelang, sich finanziell selber zu erhalten und sie stets eine
grosse Sorge für den geschäftsführenden Vereins war.
Nach einer Reorganisation im Jahr 1955 konnte während längerer
Zeit eine befriedigende Geschäftstätigkeit erzielt werden. Von 1960
bis 1995 ging die Zahl von jährlich rund 1900 Darlehen allerdings um
rund zwei Drittel zurück. Im Jahre 2001 wurden lediglich noch 180
Fälle verzeichnet. Die Gesamtsumme der Ausleihung erreichte dabei
einen Tiefststand von 90'000 Franken, fünf Jahre zuvor hatte sie noch
knapp eine halbe Million Franken betragen. Die ursprüngliche Absicht,
Schuldnern aus einer momentanen Geldverlegenheit zu helfen, konnte in
den letzten Jahren nicht mehr erreicht werden: Häufig wurden Kredite
erneuert, sodass sich Zinsschulden anhäuften, was die Administration
wiederum belastete und meist dennoch nicht vor einem Verkauf des
Pfandes schützte.
Ab dem neuen Jahr wird sich die Gemeinnützige Gesellschaft der
Stadt Luzern auf ihre Hauptaufgaben, auf die Förderung des
Gemeinwohls und auf die Einzelfallhilfe konzentrieren.

Kontakt:

Franz Kurzmeyer
Mitglied der Aufsichtskommission der Pfandleihanstalt der
Stadt Luzern
Tel. +41/41/210'48'38
Mittwoch, 4. Dezember 2002, 14 bis 17 Uhr

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