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European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer (ERSPC)

Auftrieb für Prostatakrebsvorsorge - Bericht belegt Verringerung der Sterblichkeit um bis zu 31 %

Rotterdam, Niederlande (ots/PRNewswire)

- Eine individuelle "Risikoabschätzung" verringert unnötige
Biopsien um 33 %, so die jüngsten Ergebnisse der ERSPC-Studie
Die Effizienz des PSA-Tests (Prostata-spezifisches Antigen) zur
Verringerung der Sterblichkeit durch Prostatakrebs erhielt durch neue
Ergebnisse der ERSPC-Studie (European Randomized Study of Screening
for Prostate Cancer) weiteren Auftrieb. Sie ergab, dass die
tatsächlichen Auswirkungen viel grösser als zuvor angegeben, nämlich
bei bis zu 31 % liegen.
Die vorläufigen Ergebnisse der ERSPC-Studie* zeigen, dass die
Vorsorgeuntersuchung die Zahl der durch Prostatakrebs verursachten
Todesfälle um 20 % senkt. Bei der jüngsten ERSPC-Auswertung** wurden
die Ergebnisse auf nicht erfolgte Teilnahme und Kontamination hin
korrigiert, sodass die Effizienz des PSA-Tests nur für die
tatsächlich untersuchten Männer erfasst wurde:
http://www.erspc.org.com.
Für die ERSPC-Studie wurden seit 1992 162.000 Männer im Alter
zwischen 55 und 69 Jahren in sieben Ländern Europas nach dem
Zufallsprinzip entweder dem Screening- oder dem Kontrollarm
zugeteilt. Bei Personen im Screening-Arm wurde der Bluttest zur
Bestimmung des PSA-Wertes durchgeführt. Lag dieser bei 3,0 ng/ml oder
darüber, wurde eine Biopsie vorgenommen. Die Vorsorguntersuchungen
fanden im Durchschnitt alle vier Tage statt. Die mittlere
Nachbeobachtung betrug neun Jahre.
In jeder randomisierten Studie nehmen einige dem Screening-Arm
zugeteilte Personen an der Studie letztlich nicht teil und bei
einigen aus der Kontrollgruppe wird versehentlich ein PSA-Test
durchgeführt (Kontamination). Kontamination erschwert die
Feststellung von Unterschieden. Man nimmt an, dass aus diesem Grunde
die PLCO-Studie (Prostate, Lung, Colon and Ovarian) keine
signifikante Verringerung der Sterblichkeit hat feststellen können.
Ein PSA-Wert von 3 ng/ml ist ein sicherer Grenzwert und
verringert die Zahl der Biopsien
Anhand retrospektiver Daten des niederländischen Arms der
ERSPC-Studie konnte gezeigt werden, dass der Einsatz eines
Vorsorgealgorithmus, d.h. einer individuellen Risikoabschätzung,
neben dem PSA-Test die Zahl unnötiger Biopsien verringern kann. Der
PSA-Test ist zwar empfindlich aber nicht spezifisch, sodass erhöhte
Werte nicht notwendigerweise auf Krebs zurückzuführen sind. Ca. 30 %
aller entdeckten Krebsfälle sind nicht aggressiv, d.h. indolent bzw.
langsam wachsend.
Diese Ergebnisse, die in der Januar-Ausgabe 2010 von European
Urology veröffentlicht werden (und bereits online unter
http://www.europeanurology.com/current-issue zur Verfügung stehen),
legen nahe, dass ein PSA-Wert von 3 ng/ml in Kombination mit einer
individuellen Risikoabschätzung die Zahl der Biopsien um 33 %
verringern würde. Die Mehrzahl der auf diese Weise möglicherweise
nicht entdeckten Krebsfälle wäre indolent, sodass eine aktive
Behandlung keine Vorteile erbrächte. Die Erhöhung des PSA-Grenzwertes
von 3 auf 4 ng/ml würde möglicherweise eine vergleichbare Zahl von
Biopsien einsparen, würde jedoch zu einer grösseren Zahl nicht
entdeckter, klinisch signifikanter Krebsfälle führen.
*NEJM, März 2009
**European Urology, Oktober 2009

Pressekontakt:

Ansprechpartner: Jennie Wilde: E-Mail: jennie@carverwilde.com, Tel.:
+44(0)20-3178-5563/4, +44(0)7799-412230