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Studie "Value Creator IV": 121 Energieversorger in Deutschland, Österreich und der Schweiz zwischen 1999 und 2007 im Fokus - Kleine Energieversorger in der Klemme

Zürich (ots)

Jeder dritte Energieversorger im deutschsprachigen
Raum muss langfristig um seine Existenz bangen. Insbesondere kleinere
Versorgungsunternehmen verzeichnen jüngst massive Ergebniseinbussen 
und sind auf kommende Herausforderungen nicht vorbereitet. Das ist 
das Resultat einer Studie, für die der Managementberatungs-, 
Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture in 
Zusammenarbeit mit der Jacobs University Bremen über neun Jahre 
hinweg die wirtschaftliche Entwicklung von 121 Energieversorgern in 
Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht und 105 
Führungskräfte aus der Energiebranche nach künftigen Erfolgsfaktoren 
befragt hat.
Der Studie zufolge blickt jeder dritte Versorger nicht nur auf 
eine schwache Ergebnisentwicklung in der Vergangenheit zurück, 
sondern ist auch auf die künftigen Herausforderungen im Markt nicht 
vorbereitet. Diese Gruppe der "Gefangenen" macht 37 Prozent aus. 
Angesichts von härterem Preiswettbewerb, steigender 
Wechselbereitschaft, dem Trend zum Energiesparen, Fachkräftemangel 
und der Konkurrenz durch internationale Player sehen die 
Verantwortlichen deutlichen Handlungsbedarf. Bei Versorgern ganz oben
auf der Prioritätenliste: Veränderungen herbeiführen, Talente 
entwickeln, Innovationen schaffen und unternehmerisch im Markt 
agieren.
29 Prozent der betrachteten Unternehmen haben in den letzten 
Jahren überdurchschnittliche Ergebnisse realisiert und gleichzeitig 
ihre Fähigkeiten dahingehend entwickelt, um Marktchancen in der 
Zukunft für sich nutzen zu können ("Leuchttürme"). 19 Prozent der 
Unternehmen ("Herausforderer") weisen einen geringen vergangenen 
Erfolg auf, dem ein hoher zukünftig erwartender Erfolg gegenüber 
steht - was darauf hindeutet, dass der Grundstein künftiger 
Wettbewerbsfähigkeit unter Inkaufnahme vergangener Erfolgseinbussen 
gelegt wurde. Als "Abschöpfer" tun sich 15 Prozent der Unternehmen 
hervor, die in der Vergangenheit überdurchschnittliche Ergebnisse 
realisieren konnten, jedoch vor dem Hintergrund von nicht 
entwickelten Fähigkeiten heute vor grossen Herausforderungen stehen.
Kleine Versorger sind die Sorgenkinder
Der Unterschied zwischen den erfolgreichen und den weniger 
erfolgreichen Energieversorgern war nie grösser als heute - die 
Schere geht weiter auseinander. "Die Unternehmen der Branche werden 
heterogener, sie differenzieren sich mehr und mehr", sagt Prof. Dr. 
Andreas Bausch, Professor für Strategische und Internationale 
Unternehmensführung an der Jacobs University Bremen und der 
Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Unterschiede struktureller Art 
werden mit Fortschreiten der Liberalisierung nach und nach von 
abweichendem strategischen Handeln überlagert - was sich über alle 
Stufen des Strom- und Gasgeschäfts erstreckt". Dabei wird deutlich: 
Fehlende Grösse ist offensichtlich auch in der Energiewirtschaft ein 
Nachteil. Während die Grossen ihre Umsatzrendite weitestgehend stabil
halten konnten, haben insbesondere die kleinen Unternehmen erhebliche
Einbussen zu verzeichnen gehabt. Das wirtschaftliche Ergebnis der 
kleinen Versorger liegt erstmals seit dem Start der Erhebungen im 
Jahr 1999 deutlich hinter dem der grösseren Energieversorger. Bei den
kleinen Unternehmen mit weniger als 300 Mitarbeitern kommt es im 
zuletzt untersuchten Zeitraum 2005 bis 2007 zu einem massiven 
Ergebnisrückgang von mehr als fünf Prozent.
"Für kleine Versorger gilt, vorhandene Grössenvorteile in 
Vertrieb, Shared Services, Netz und Erzeugung so zu realisieren, dass
sie einerseits den eigenen Marktauftritt nicht gefährden. 
Andererseits sollten sie die Vorteile kleinerer Einheiten - nämlich 
Geschwindigkeit, Marktnähe und Innovationskraft - dort nutzen, wo es 
Mehrwert bringt", sagt Michael Nolte, Leiter des Bereichs 
Energieversorgungswirtschaft bei Accenture.
Energieversorger sind finanziell flexibel - noch
Zwar sank der Verschuldungsgrad der untersuchten EVU von 142 
Prozent in 1999 auf 133 Prozent in 2007. Dieser Entwicklung steht 
jedoch ein steigender Investitionsbedarf in den kommenden Jahren 
gegenüber, sei es, aufgrund neuer Technologien wie beispielsweise 
Energiespeicherung oder intelligenten Stromzählern (Smart Metering). 
"Wir rechnen damit, dass es nicht zuletzt infolge sinkender 
operativer Cashflows bei gleichzeitig steigendem Finanzierungsbedarf 
in den kommenden Jahren zu weitaus kleineren Handlungsspielräumen bei
den Gewinnausschüttungen kommt", sagt Prof. Dr. Andreas Bausch. 
Betrachtet man den Studien-Zeitraum 1999-2007, sind die 
Gewinnausschüttungen noch um fast 40 Prozent gestiegen.
Wo Versorger Handlungsbedarf sehen
Fragt man die Versorger nach den Faktoren, die künftig den 
grössten Einfluss auf die Branche haben werden, steht das Thema 
Fachkräftemangel ganz oben auf der Agenda, gefolgt vom Gaspreis, der 
Wechselbereitschaft im Industriekundenmarkt, dem Preiswettbewerb und 
dem Zusammenschluss zu Netzwerken. Den grössten Handlungsbedarf in 
der Zukunft sehen die Befragten in puncto Veränderungsfähigkeit. Als 
weitere Prioritäten werden genannt: Personalentwicklung, 
strategischer Einsatz von IT, Prozessinnovation und Personalführung. 
Während bei den Stadtwerken zusätzlich die Akquisition von 
Privatkunden im Vordergrund steht, haben sich die Regionalversorger 
und multinationalen Konzerne mehr unternehmerisches Denken und 
Handeln auf die Fahne geschrieben. Auf die Frage "Welches Unternehmen
im deutschsprachigen Energiemarkt würden Sie am unternehmerischsten 
beurteilen"? antworteten die Teilnehmer der Studie: E.ON, MVV, 
Trianel, RWE und EWE (Platz 1 bis 5, sortiert nach der Anzahl der 
Nennungen).
"Neue Produkte, Dienstleistungen und Prozesse werden künftig eine 
zentrale Rolle spielen, gepaart mit dem richtigen Instinkt, neue 
Geschäftsgelegenheiten aktiv zu suchen, um  im Markt wachsen zu 
können", sagt Michael Nolte. "Im Vergleich zu den Monopoljahren 
erwartet die Öffentlichkeit von der Energiewirtschaft jetzt 
innovative Lösungen, insbesondere für Herausforderungen bei den 
Themen Klimaschutz und Energieeffizienz. Will ein Versorger von 
diesen Chancen profitieren, muss er jedoch zunächst ein neues 
Nutzenversprechen definieren und das Unternehmen in Folge konsequent 
danach ausrichten - was nur im Zuge einer fundamentalen Erneuerung 
des Geschäftsmodells gelingt."
Über die Studie
Für die Studie "Value Creator IV" hat Accenture in Zusammenarbeit 
mit der Jacobs University Bremen die Ergebnisentwicklung von 121 
Energieversorgern in Deutschland, Österreich und der Schweiz im 
Zeitraum 1999 bis 2007 analysiert und 105 Führungskräfte nach den 
künftigen Erfolgsfaktoren befragt.
Über Accenture
Accenture ist ein weltweit agierender Managementberatungs-, 
Technologie- und Outsourcing-Dienstleister. Das Unternehmen bringt 
umfassende Projekterfahrung, fundierte Fähigkeiten über alle Branchen
und Unternehmensbereiche hinweg und Wissen aus qualifizierten 
Analysen der weltweit erfolgreichsten Unternehmen in eine 
partnerschaftliche Zusammenarbeit ein. So schafft Accenture für seine
Kunden nachhaltigen Markterfolg. Das Unternehmen beschäftigt rund 
177'000 Mitarbeiter, die in mehr als 120 Ländern für seine Kunden 
tätig sind, und erwirtschaftete im vergangenen Fiskaljahr (zum 31. 
August 2008) einen Nettoumsatz von 23,39 Mrd. US-Dollar. Die 
Internetadresse lautet www.accenture.ch.
Über die Jacobs University Bremen
Die Jacobs University Bremen ist eine internationale, staatlich 
anerkannte, private Universität. Ihr transdisziplinärer Ansatz ist 
für deutsche Hochschulen einmalig und prägt den Anspruch von 
Exzellenz in Forschung und Lehre. Lehre und Forschung an der 
englischsprachigen Campusuniversität sind in drei akademischen 
Einheiten organisiert, der School of Engineering and Science, der 
School of Humanities and Social Sciences und dem Jacobs Center on 
Lifelong Learning and Institutional Development. Im Studienjahr 
2008/2009 studieren an der Jacobs University rund 1'200 Studierende 
aus über 90 Nationen. Die Internetadresse lautet 
www.jacobs-university.de

Kontakt:

Accenture
Fraumünsterstrasse 16
8001 Zürich
www.accenture.ch

Jacqueline Leichsering
Tel.: +41/44/219'55'28
Fax: +41/44/219'45'28
E-Mail: j.leichsering@accenture.com

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