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Naturgefahren - Unternehmen beachten die Präventionsmassnahmen zu wenig

Zürich (ots)

Naturgefahren sind keine unbeeinflussbare und
unvorhersehbare Schicksalsschläge. Die Gefahren sind im Gegenteil
bekannt und dadurch auch zu vermeiden - sofern man will. Zu oft
allerdings werden die Risiken bewusst in Kauf genommen. Dies das
Fazit an der Fachtagung des Sicherheitsinstituts im Zürcher
Kongresshaus.
Bezahle heute wenig oder später sehr viel
Günstiger, als einen Schaden zu versichern, ist dessen Vermeidung.
Grosse Schäden wären mit Prävention zu verhindern. Deshalb zahlen
sich Schutzmassnahmen aus - auch wenn sie etwas kosten. Denn die
Präventionskosten sind unvergleichbar tiefer als die Kosten für die
Schadensbehebung. Das Sicherheitsinstitut, das mehrere Tausend
Unternehmen in Sicherheitsfragen berät, bietet deshalb neu das "Audit
Naturgefahren" an, das es an seiner Fachtagung erstmals über 400
Sicherheitsfachleuten aus der Privatwirtschaft und der Verwaltung
vorstellte.
In verschiedenen Referaten beleuchteten Fachexperten das Thema
"Naturkatastrophen". Den Beginn machte die Historikerin Stephanie
Summermatter (Universität Bern). Auch im 19. Jahrhundert wurde die
Schweiz von grossen Naturkatastrophen heimgesucht, deren
Schadensummen mit jenen der letzten Jahrzehnte vergleichbar waren.
Naturkatastrophen trafen die Bevölkerung besonders hart, da
Versicherungen und andere soziale Netze fehlten. Mit Sammelaktionen
musste die Bevölkerung die Mittel zur finanziellen Bewältigung selbst
beschaffen. Heute ist die Solidarität institutionalisiert. Schäden
aus Naturgefahren werden von Versicherungen und vom Staat beglichen.
In den vergangenen 150 Jahren hat der Staat sehr viel Geld in die
Prävention investiert. Dank Schutzmassnahmen wurde es möglich,
Gefahrenzonen zu nutzen. Heute befinden sich Werte von Milliarden in
altbekannten Gefahrenzonen. Andreas Götz (Vizedirektor Bundesamt für
Umwelt) zeigte, dass der Staat in Zukunft Gefahren nicht mehr um
jeden Preis abwehren will. "Es muss ein bewussterer Umgang mit
Risiken gefunden werden, Gefahrenzonen müssen besser respektiert
werden und dem Thema Eigenverantwortung ist wieder mehr Gewicht
beizumessen.
Teure Sünden der Vergangenheit
Verschiedene Gemeinden, die seit Jahrzehnten keine Überschwemmung
mehr erlebt hatten, wurden vom Augusthochwasser 2005 überrascht.
Besonders grosse Schäden erlitt die Gemeinde Brienz. Der
Gemeindepräsident Peter Flück erinnerte sich, wie er über Nacht im
Rampenlicht stand und Hauptverantwortlicher für die
Katastrophenbewältigung wurde. Als Milizpolitiker musste er den
vielfältigen Anforderungen aus Gemeinde, Gewerbe, Tourismus, dem
eigenen Unternehmen sowie Familie und Freunden genügen und teilweise
auch unpopuläre Entscheide fällen.
Ganze Betriebsteile des Technologiekonzerns Ruag wurden am
Standort Altdorf (UR) im August 2005 zerstört. Wie Ruedi Müller
(Leiter Real Estate, Ruag) ausführte, erlitt die Ruag einen hohen
Sachschaden von 150 Mio. Fr. In der Folgen mussten ganze Teile der
Produktion ins Ausland ausgelagert werden.
Hinweise an die Redaktion: Das Schweizerische Institut zur
Förderung der Sicherheit ist das neutrale schweizerische
Kompetenzzentrum für Risiko und betriebliche Sicherheit. Die rund 100
Mitarbeitenden in Zürich, Basel, Neuchâtel und Lugano-Massagno
beraten weltweit mehrere Tausend Unternehmen in Sicherheitsfragen.
Rund 3000 Schweizer Unternehmen haben sich dem Sicherheitsinstitut
als Mitglieder angeschlossen.
Die vorliegende Medienmitteilung, sowie Impressionen der Fachtagung
finden Sie auf www.swissi.ch.

Kontakt:

Sicherheitsinstitut
Dr. Matthias Wegmann
Leiter Risk Training & Information
Tel.: +41/79/424'4'51
E-Mail: matthias.wegmann@swissi.ch

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