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ikr: Synergieprojekte am Binnenkanal: unterschiedliche Interessen erfolgreich vereint

Vaduz (ots/ikr) -

Am Dienstag, 29. September 2015, fand an der Zollstrasse Vaduz die Besichtigung des neuen Verbindungskanals zwischen dem Giessen und dem Binnenkanal statt. Neben Regierungsrätin Marlies Amann-Marxer waren auch der Bürgermeister von Vaduz, Ewald Ospelt, sowie der Direktor der Liechtensteinischen Kraftwerke, Gerald Marxer, anwesend. Der Verbindungskanal ist eines von insgesamt vier Gemeinschaftsprojekten, die innerhalb eines Jahres mit höchster Effizienz und Zielstrebigkeit fertiggestellt werden konnten. "Vor etwas mehr als einem Jahr haben wir hier im wahrsten Sinne des Wortes eine grosse Baustelle eröffnet. Heute wissen wir, dass wir zusammen auch komplexe Aufgaben bewältigen können. Wir haben uns abgestimmt, Zufahrtswege gemeinsam genutzt, unsere Interessen miteinander abgeglichen und letztlich eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten erreicht. Dank aller Beteiligten konnte ein Mehrwert für Naherholung, Energiegewinnung, Hochwasserschutz und Ökologie erzielt werden", so Regierungsrätin Amann-Marxer in ihren Grussworten.

Ambitionierter Zeitplan konnte eingehalten werden

Zusätzlich zum Verbindungskanal wurden vom Sommer 2014 bis zum Spätsommer 2015 die Fuss- und Radwegverbindung Vaduz-Triesen, die Verbreiterung der Binnenkanalbrücke Zollstrasse und die Binnenkanalrenaturierung südlich der Zollstrasse realisiert. An den Projekten waren die Gemeinde Vaduz, die Liechtensteinischen Kraftwerke, das Amt für Bevölkerungsschutz und das Amt für Bau und Infrastruktur beteiligt. Durch das Amt für Bevölkerungsschutz konnte der Hochwasserschutz für das Siedlungsgebiet von Vaduz massiv erhöht werden. Zudem wurde das Profil des Binnenkanals südlich der Zollstrasse auf einer Länge von 220 Metern verbreitert und das Gewässer revitalisiert. Dadurch wurde mehr attraktiver Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten unseres Gewässersystems geschaffen. Darüber hinaus wurde zwischen der Zollstrasse und dem Neugutweg eine 750 Meter lange Fuss- und Radwegverbindung errichtet.

Ausgleichsmassnahmen gemäss Naturschutzgesetz

Seit Produktionsbeginn des alten Kraftwerks Samina Ende der 1940er-Jahre wurde das gesamte Triebwasser über den Vaduzer Giessen in den Binnenkanal und anschliessend in den Rhein abgeleitet. Durch den Ausbau des Saminakraftwerks fallen neu bei der Stromproduktion wesentlich grössere Spitzenabflüsse an. Durch den Bau eines unterirdischen Verbindungskanals zwischen Vaduzer Giessen und Binnenkanal können die Abflussspitzen infolge des Kraftwerksbetriebs auf beide Gewässer verteilt werden. Dadurch wird die Sunk/Schwall-Amplitude auf eine für die Gewässerökologie unproblematische Grösse reduziert. Der Verbindungskanal wurde so ausgestaltet, dass im Umkehrschluss bei einem Hochwasserereignis, beispielsweise bei einem 100-jährigen-Hochwasser, bis zu zehn Prozent des anfallenden Wassers in den Giessen abgeleitet werden kann.

Gemäss Naturschutzgesetz können bei Eingriffen in Natur und Landschaft vom Verursacher Ersatzmassnahmen gefordert werden. Für den Erweiterungsbau des Saminakraftwerks, der Ende Juni 2015 feierlich eröffnet wurde, sowie für die Erweiterung der Vaduzer Gemeindedeponie "im Rain" wurden Ersatzmassnahmen gefordert. Durch das Koordinieren dieser zwei Forderungen an Ersatzmassnahmen konnte das Renaturierungsprojekt des Amtes für Bevölkerungsschutz realisiert werden. Die Gemeinde Vaduz stellte die für die Gewässeraufweitung notwendige Fläche zur Verfügung und die Liechtensteinischen Kraftwerke übernahmen die Baukosten bei diesem Projekt.

Kontakt:

Ministerium für Infrastruktur und Umwelt sowie Sport
Jeannine Preite-Niedhart, Generalsekretärin
T +423 236 60 93

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