Medienmitteilung

Walfangkonferenz: Kein Konsens über Kompromiss

2010-06-23T13:21:22

Agadir, Marokko (ots) -

Keinen Konsens fand ein über drei Jahre
ausgehandeltes Kompromisspapier bei der derzeitigen Konferenz der IWC
(Internationalen Walfang-Kommission).
In einer Plenumssitzung heute Morgen stellten viele der 88 
Mitgliedsstaaten fest, dass es keinen Konsens für das Papier gibt und
die Meinungen über die zukünftige Walfangpolitik sehr weit 
auseinander liegen. In den vergangenen zwei Tagen hatten die Länder 
hinter verschlossenen Türen noch nach einer gemeinsamen Lösung 
gesucht.
"Die IWC entscheidet sich so für einen sicheren Kurs, der das 
Walfang-Moratorium beschützt", kommentiert Dr. Ralf Sonntag, 
Meeresbiologe des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds). "Einige 
Mitgliedsländer der IWC waren zudem mit ernst zu nehmenden 
Korruptionsvorwürfen konfrontiert worden. Nur ein transparenter 
Prozess kann jetzt den Weg zum Ende des Walfangs weisen."
Das vorgelegte Kompromisspapier sollte die konträren Interessen 
von Walschutz- und Walfangländern berücksichtigen. Das Papier sah 
vor, das bestehende Verbot des kommerziellen Walfangs für zehn Jahre 
außer Kraft zu setzen. Die IWC hätte zudem Island, Norwegen und Japan
den jährlichen Fang von fast 1.400 Walen gestattet, teils sogar im 
Antarktis-Schutzgebiet und somit den Walfang dieser Länder 
legalisiert. Die drei Nationen haben seit Beginn des Moratoriums fast
35.000 Wale illegal gefangen.
"Die hinter geschlossenen Türen geführten Verhandlungen der 
letzten drei Jahre hatten sich zu sehr darauf konzentriert, die 
Rahmenbedingungen für den kommerziellen Walfang zu definieren, 
anstatt nach einem Weg zu suchen, wie der Walfang endlich beendet 
werden kann", so Sonntag weiter. "Zukünftige Verhandlungen sollten 
die Meinung der Zivilgesellschaft berücksichtigen und die Expertise 
der NGOs hinzuziehen."
Die Konferenz der IWC-Staaten wird noch bis Ende der Woche 
andauern.

Pressekontakt:

Für weitere Informationen, Rückfragen, Interview mit Dr. Ralf Sonntag
vor Ort:
Andreas Dinkelmeyer, Tel.: 040-866 500 15
Mobil: 0173 - 622 75 39; E-mail: adinkelmeyer@ifaw.org

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