Medienmitteilung
Die Lage auf dem Lehrstellenmarkt bleibt angespannt
2005-10-27T10:30:00
(ots) - Gemäss Lehrstellenbarometer hat dieses Jahr parallel zur
Anzahl der Jugendlichen vor der Berufswahl auch die Anzahl der
angebotenen und vergebenen Lehrstellen zugenommen. Eine Umfrage bei
den Lehrbetrieben ergab Ende August 2005 70'000 abgeschlossene
Lehrverträge (2004: 67'000). Somit bleiben für das Lehrjahr 05/06
noch 6'000 (2004: 7'000) offene Lehrstellen. Die Umfrage bei den
Jugendlichen vor der Berufswahl hat ihrerseits ergeben, dass weniger
eine Lösung gefunden haben (63'000 gegenüber 66'000 im Jahre 2004). Gemäss Hochrechnung des Lehrstellenbarometers, das die Lage auf
dem Lehrstellenmarkt jedes Jahr mit Stichtag 31. August analysiert,
hat das Lehrstellenangebot verglichen mit 2004 um 2'000 Einheiten
zugenommen (76'000). Somit tragen die zahlreichen Massnahmen der
Kantone und die finanzielle Unterstützung des BBT Früchte. Auch
sehen sich die Voraussagen des Lehrstellenbarometers vom April 2005,
als ein Angebot von 72'500 Stellen prognostiziert wurde, als
bestätigt. Die befragten Unternehmen sind der Ansicht, etwa 2'500
der verbleibenden 6'000 Stellen für das Schuljahr 2005/2006 noch
besetzen zu können. Mit 72'500 vergebenen Lehrstellen würde die
letztjährige Zahl von 70'761 (BFS, Lehrstellenstatistik) übertroffen
werden. Trotz der von den Betrieben angegebenen Zunahme der vergebenen
Stellen ist die Zahl der jungen Menschen vor der Berufswahl, die
eine Anschlusslösung gefunden haben, laut der Umfrage bei den
Jugendlichen zurückgegangen (2004: 51% / 2005: 47%). Diese
Verschiebung hat einerseits demographische Gründe die Zahl der
Lehrstellensuchenden hat dieses Jahr um 3'500 zugenommen und beträgt
133'500 und erklärt sich zudem durch das steigende Interesse an
der dualen Berufsbildung. Andererseits stieg wiederum die Anzahl
Jugendlicher in den Übergangslösungen, die in diesem Jahr 1'000
Personen mehr umfassen (2004: 21'500 / 2005: 22'500). Dabei ist zu
bemerken, dass mehr als die Hälfte der Jugendlichen, die sich in
sogenannten Übergangslösungen befinden, in diesem Jahr gar keine
Lehrstelle suchten. Differenz zwischen Stadt und Land wird grösser Betrachtet man ausschliesslich die an einer Lehrstelle
interessierten Jugendlichen, so hatten per 31. August 72% (2004:
78%) einen Vertrag abgeschlossen. Die Differenz zwischen Stadt und
Land hat sich vergrössert. In den Stadtgebieten hatten 68% (-8% im
Vergleich zum Vorjahr) der interessierten Jugendlichen eine
Lehrstelle, auf dem Land hingegen 78% (-2%). 19% der jungen Menschen
entschieden sich für eine Übergangslösung (2004: 18%), und 8% der
Jugendlichen (2004: 6%) hatten Ende August noch keine Lösung
gefunden. Die Verschiebung zwischen Angebot und Nachfrage bestätigt sich
auch in den Berufsbranchen. Etwa 17% der angebotenen Stellen in den
Bereichen Bau, Malerei und Holzindustrie konnten nicht vergeben
werden. Hingegen wurden alle Stellen im Gesundheitswesen besetzt. In
den Bereichen Büro, Zeichnen und High-Tech sind kaum mehr Stellen
verfügbar. Lehrabbrüche Zum ersten Mal untersuchte das Lehrstellenbarometer die
Zahl der Lehrabbrüche im ersten Lehrjahr. Die Umfrage bei den
Betrieben ergab einen schweizweiten Prozentsatz von 8%,
aufgeschlüsselt in 6% Abbrüche und 2% Stellenwechsel. Auch hier
zeigen sich grosse Unterschiede zwischen den Berufsfeldern. Mit
einem Prozentsatz von 10% oder mehr sind das Bauwesen, der
Detailhandel und die Gastronomie deutlich stärker betroffen als die
Büroberufe (4%). Die meisten Jugendlichen, die ihre Lehre
abgebrochen haben, verfügen aber bereits wieder über einen
Ausbildungsplatz. Die Gesamtauswertung und eine Zusammenfassung des
Lehrstellenbarometers finden Sie auf unserer Website
www.bbt.admin.ch. Für weitere Auskünfte:
Hugo Barmettler, stv. Chef Berufsbildung, Tel. 031 323 20 29,
hugo.barmettler@bbt.admin.ch
Jacques Filippini, Kommunikation, Tel. 031 323 04 59,
jacques.filippini@bbt.admin.ch
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