Medienmitteilung
Künftiger Ausbau des Bahnangebots:
Marktpotenzial nutzen, Engpässe beheben
2005-09-23T14:30:00
Bern (ots) - Wie der Schienenverkehr im Jahr 2030 aussehen soll,
erarbeitet zurzeit eine Planungsgruppe von BAV und SBB. Bis im
kommenden Sommer will sie konkrete Vorschläge über das Bahnangebot
der Zukunft auf den Tisch legen. Der Bund möchte das Angebot des öffentlichen Verkehrs schrittweise
verbessern. Bezahlt wird der Ausbau mit den verbleibenden Mitteln
aus dem FinöV-Fonds. Das Bundesamt für Verkehr geht davon aus, dass
zwischen 2013 und 2030 noch sechs bis sieben Milliarden Franken zur
Verfügung stehen werden. Wie hoch die Summe letztlich sein wird,
hängt unter anderem von der Kostenentwicklung der NEAT ab.
Vorschläge für die Verwendung dieser Mittel erarbeitet derzeit eine
Planungsgruppe unter dem Titel Zukünftige Entwicklung der
Bahnprojekte (ZEB). Der Planungsgruppe gehören Experten des
Bundesamtes für Verkehr und der SBB an. Im Auftrag des Parlamentes soll die Planungsgruppe ihre Vorschläge
im Sommer 2006 präsentieren. Einbezogen in die Planung werden die
ausstehenden FinöV-Grossprojekte von BAHN 2000, NEAT und HGV.
Berücksichtigt werden die Bedürfnisse des Personenfern-, Regional-
und Güterverkehrs. Die Planungsgruppe hat die Vorgabe, dass der Ausbau dort erfolgen
soll, wo das Marktpotenzial und die Kapazitätsengpässe für den
öffentlichen Verkehr am grössten sind. Ausgebaut wird die
Bahninfrastruktur dort, wo dies aufgrund der geplanten
Angebotsschritte zwingend ist. Wegen des knappen Finanzrahmens muss
auf Grossprojekte verzichtet werden. Verbesserungen für die ganze Schweiz Ziel von ZEB ist es, das Angebot im Personen- und Güterverkehr alle
zwei bis vier Jahre schrittweise zu verbessern. Damit setzen die
Bahnen die Bahn-2000-Philosophie fort, die einen Ausbau des
Fahrplans in den Jahren 1997, 2001 und 2004 vorsah. Das modulartig
aufgebaute ZEB-Programm bringt Angebotsverbesserungen für die
gesamte Schweiz. Mit dem modulartigen Ausbau und der Aufteilung in kleinere
Angebotsschritte weicht ZEB von der ursprünglichen Planung der 2.
Etappe von BAHN 2000 ab. Sie stützte das Angebot stark auf die
geplanten Ausbauten der Bahninfrastruktur bis ins Jahr 2022 ab. Die
überarbeitete Angebotsplanung basiert auf dem heutigen Fahrplan,
schliesst aber bereits den 2007 in Betrieb gehenden Lötschberg-
Basistunnel ein. Der Gotthard-Basistunnel sowie die bereits vom
Parlament beschlossenen Ausbauten zur Verbesserung der Anschlüsse an
das europäische Hochgeschwindigkeitsnetz bilden ebenfalls die
Grundlage für die Gesamtplanung. Schnellere und häufigere Verbindungen Im Personenverkehr setzt ZEB bei der 1. Etappe BAHN 2000 an. Das
heutige Angebot wird vervollständigt und besser vernetzt. Weitere
Bahnhöfe werden analog zu Zürich, Bern und Basel nach und nach
zu Vollknoten ausgebaut. Dies ermöglicht Anschlüsse in alle
Richtungen zur vollen und zur halben Stunde. Auf der OstWest-Achse
stärken schnellere Verbindungen durch das Mittelland und entlang dem
Jurasüdfuss die Bahn im Verkehrsmarkt. Geplant ist auch eine
Verdichtung des Angebots auf stark frequentierten Strecken. Der
NEAT-Basistunnel am Gotthard bietet auf der NordSüd-Achse die
Voraussetzung für einen schnelleren alpenquerenden Verkehr sowie für
eine Optimierung des Taktfahrplans. Ziel ist es, mit den Ausbauten
im Fernverkehr von Anfang an dem Regionalverkehr die gewünschten
Entwicklungsspielräume zu ermöglichen. Die Module zum Ausbau der Bahninfrastruktur berücksichtigen auch die
Bedürfnisse des Güterverkehrs. Die zusätzliche Schienenkapazität
ermöglicht ein Wachstum und erlaubt gezielte Verbesserungen bei der
Angebotsqualität. Mehr Netzkapazität, schnellere Strecken und eine
Flachbahn durch die Alpen schaffen gleichzeitig die Voraussetzungen
für eine höhere Produktivität und damit für die Verkehrsverlagerung
von der Strasse auf die Schiene. Die Planung des künftigen
Güterverkehrsangebots basiert ebenfalls auf dem heutigen Fahrplan.
ZEB soll sicherstellen, dass der Güterverkehr auch in bereits heute
stark belasteten Räumen weiter wachsen kann und die heutigen
Kundennetzwerke weiter verbessert werden können. BAV/SBB, 23. September 2005 Auskünfte: BAV, Politik und Kommunikation 031 322 36 43
SBB, Zentrale Medienstelle 0512 20 41 11 Die Folien der Referate von BAV-Direktor Max Friedli und dem
Vorsitzenden der SBB-Geschäftsleitung, Benedikt Weibel, können auf
dem Internet unter folgenden Adressen heruntergeladen werden:
www.bav.admin.ch und www.sbb.ch/press
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100001260/100496836
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