Medienmitteilung
Landverkehrsabkommen Schweiz-EG: Sitzung des Comité mixte
2005-06-29T16:50:00
Bern (ots) - Der Gemischte Landverkehrsausschuss Schweiz-EG
(Comité mixte) hat heute in Brüssel zum siebten Mal ge-tagt. Im
Zentrum der Gespräche stand die Einrichtung der
Verkehrsbeobachtungstelle EU/Schweiz, die Anfang 2006 ihre Arbeit
aufnehmen soll. Die Schweizer Delegation stand unter der Leitung von
Max Friedli, dem Direktor des Bun- desamtes für Verkehr (BAV). Die
EU-Delegation wurde von Enrico Grillo Pasquarelli, dem zuständigen
Direktor der Generaldirektion Energie und Verkehr der EU-Kommission,
angeführt. Die Schaffung des Verkehrsobservatoriums ist im Landver-
kehrsabkommen vorgesehen. Es soll dem Gemischten Aus-schuss
gestützt auf die bestehenden nationalen und interna-tionalen
Statistiken jährlich einen Bericht über die Entwick-lung des
Strassen- und Eisenbahnverkehrs in den Alpenlän-dern vorlegen. Die
Beobachtungsstelle wird ausserdem Statistiken im Hinblick auf ein
mögliches Auslösen der Schutzklauseln des Landver- kehrsabkommens
zusammentragen. Gemäss einer dieser mit der EU vereinbarten
Schutzklauseln kann die Schweiz die Strassenverkehrsabgaben für eine
bestimmte Zeit um 12,5% erhöhen, wenn Störungen im alpenquerenden
Strassenschwer-verkehr auftreten und gleichzeitig die Bahnkapazität
zu weniger als zwei Dritteln ausgelastet ist. Im Weiteren wird die Beobachtungsstelle den Gemischten Aus-schuss
bei der Festlegung der LSVA-Sätze unterstützen, die ab der Eröffnung
des Lötschberg-Basistunnels oder spätestens ab dem 1. Januar 2008
gültig sein werden. Die Verkehrsbeobachtungstelle hat eine beratende Funktion. Die
verkehrspolitischen Entscheide werden vom Gemischten Ausschuss
gefällt. Die statistischen Aufgaben des Verkehrsob-servatoriums
sollen bei einer externen Stelle angesiedelt wer-den. Das
Ausschreibungsverfahren dieses Auftrags wird nach der Unterzeichnung
des Beschlusses über die Beobach-tungstelle gemeinsam mit der EU
eingeleitet. Im Weiteren wurde eine Reihe neuer EG-Rechtsakte (acquis
communautaire) im Bereich Landverkehr diskutiert, welche in einem
späteren Zeitpunkt durch die Schweiz übernommen werden könnten. Es
handelt sich dabei insbesondere um das Erste und das Zweite
Eisenbahnpaket der EU. Diese Direktiven streben die Verstärkung der
Wettbewerbsfähigkeit der Bahnen an und können somit einen wertvollen
Beitrag zur Verlagerung des Verkehrs von der Strasse auf die Schiene
liefern. Der Gemischte Ausschuss überwacht die Umsetzung des am 1. Juni 2002
in Kraft getretenen Landverkehrsabkommens Schweiz-EU. 29. Juni 2005
Bundesamt für Verkehr Auskünfte:
Bundesamt für Verkehr, Politik und Kommunikation, 031 322 36 43
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100001260/100492638
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