Medienmitteilung
Finanzierung der ETCS-Umrüstung von Güterzugslokomotiven
2005-05-25T16:20:00
Bern (ots) - Die Inbetriebnahme des Lötschberg-Basistunnels (LBT)
im Dezember 2007 ist für das UVEK prioritär. Dieses Ziel ist
erreichbar, allerdings ist ein Effort nötig. Als zeitkritisch gilt
die Bereitstellung einer genügenden Anzahl von
Güterverkehrslokomotiven mit ETCS-Ausrüstung. Unter der Leitung des
UVEK haben sich das Bundesamt für Verkehr (BAV) und die
Bahnunternehmen SBB und BLS über deren Finanzierung geeinigt. ETCS-taugliche Lokomotiven sind unabdingbar, um zuerst die
notwendige Anzahl Fahrten im Rahmen des reduzierten Betriebs
durchführen zu können (rund 10'000 Testfahrten). Anschliessend
werden sie für den Vollbetrieb ab Dezember 2007 benötigt. Prioritätensetzung Im Hinblick auf die Inbetriebnahme des LBT haben die drei Eisenbahn-
Verkehrsunternehmen SBB Cargo, BLS Cargo und Railion[1] beim BAV
Gesuche für die Finanzierung der Umrüstung von Lokomotiven gestellt.
Weil die Gesuche die verfügbaren Mittel (Rest des Sonderkredits von
130 Mio. Fr. zur Fahrzeugumrüstung mit ETCS aus dem Jahr 2002)
übersteigen, konnten sie nicht vollumfänglich bewilligt werden. Oberste Priorität hat die volle kommerzielle Inbetriebnahme des
Lötschberg-Basistunnels ab Dezember 2007. Dafür sind ab Mai 2007
rund 10000 Testfahrten mit kommerziellen Güterzügen notwendig. Unter der Leitung des Eidgenössischen Departements für Umwelt,
Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) ist zwischen dem BAV und
den Güterverkehrsbahnen SBB Cargo und BLS Cargo eine gemeinsame
Lösung gefunden worden. Sie erlaubt es, mit den zur Verfügung
stehenden 72,4 Millionen Franken rund 115 Lokomotiven umzurüsten.
Damit können die Testfahrten im LBT-Basistunnel und später der
Verkehr über die Neubaustrecke Mattstetten Rothrist und über die
Lötschbergachse bewältigt werden. Auch wird eine
Wettbewerbsverzerrung zwischen den Güterbahnen verhindert. ETCS: Europäisches Zugssicherungssystem der Zukunft Das europaweit harmonisierte Zugsicherungssystem ETCS (European
Train Control System) ist mittel- und längerfristig von grosser
Bedeutung für eine Leistungssteigerung des Bahnnetzes (Kapazität,
Geschwindigkeit), das Gewährleisten der Sicherheit trotz
Leistungssteigerung und die Interoperabilität. Dieses High-Tech-
System ist eine Voraussetzung um bei künftigen Leistungssteigerungen
wesentlich teurere Infrastrukturausbauten zu vermeiden. Europaweit werden neue Bahnstrecken mit ETCS ausgerüstet, was später
ein durchgehendes Befahren von Güter- und Personenverkehrskorridoren
(z.B. Rotterdam Deutschland Schweiz Italien) vereinfachen und
damit die Konkurrenzfähigkeit der Schiene erhöhen wird. Zurzeit sind
europaweit rund 20 Projekte mit einer Streckenlänge von
schätzungsweise 3500 Kilometern im Bau oder teilweise im Betrieb.
Die EU-Kommission setzt auf den europäischen Transitkorridoren voll
auf ETCS als interoperables System der Zukunft. Systemführer SBB Infrastruktur ETCS ist ein sehr komplexes System. Für die Einführung von ETCS in
der Schweiz ist Ende 2004 in Übereinstimmung aller Beteiligter die
SBB Infrastruktur von als Systemführerin bestimmt worden. Die SBB
ist bereit, ihre Aufgaben betreffend Systemführerschaft unter der
direkten Leitung von Infrastrukturchef Hansjörg Hess voll und
diskriminierungsfrei wahrzunehmen. Auch die BLS und die BLS
AlpTransit stehen hinter dieser Systemführerschaft. Beides trägt
dazu bei, dass das Risiko der nicht rechtzeitigen Inbetriebnahme des
Lötschberg-Basistunnel vermindert werden kann. [1] Railion, die Güterverkehrstochter der Deutschen Bahn AG,
kooperiert in der Schweiz mit BLS Cargo, an der sie mit 20%
beteiligt ist. Bern, 25. Mai 2005
Bundesamt für Verkehr Auskünfte:
Bundesamt für Verkehr, Politik und Kommunikation, 031 322 36 43
Permalink:

https://www.presseportal.ch/de/pm/100001260/100490739
|
|