Medienmitteilung
Neue Endkostenprognose für die NEAT: Bahntechnik und Geologie erhöhen Kostenschätzung
2005-01-14T10:10:32
Bern (ots) - Das Bundesamt für Verkehr (BAV) und die
Erstellergesellschaften der Neuen Eisenbahn-Alpentransversalen
(NEAT) erarbeiten derzeit eine neue Endkostenprognose (per Ende
2004). Dabei zeichnet sich aufgrund der Entwicklung bei der
Bahntechnik und der Geologie ein mutmasslicher Kostenanstieg ab.
Diese Kosten sind Teil des im letzten Standbericht ausgewiesenen
Risikopotentials von 1,3 Mrd. Franken. Die beiden
Erstellergesellschaften der NEAT-Basistunnel haben das BAV über
einen Anstieg der mutmasslichen Endkosten um schätzungsweise 400 bis
500 Millionen Franken informiert. Das BAV hat die so genannten
Ereignismeldungen als Aufsichtsbehörde entgegen genommen und wird
sie analysieren. Ausführlicher darüber berichtet wird mit dem
nächsten Standbericht (Stichtag: 31. Dezember 2004). Die AlpTransit Gotthard AG (ATG) und die BLS AlpTransit AG (BLS AT)
haben das BAV jeweils mit einer Ereignismeldung über die Entwicklung
der mutmasslichen Endkosten der Basislinien am Gotthard und am
Lötschberg informiert. Das BAV hat die Spitze des Eidg. Departements
für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und den
Präsidenten der NEAT-Aufsichtsdelegation (NAD) der Eidg. Räte
darüber orientiert. Dieses Vorgehen entspricht den Vorschriften der
NEAT-Controlling-Weisung (NCW). Ursachen: Bahntechnik und Baugrund Am Lötschberg hat vor kurzem der Einbau der Bahntechnik begonnen. Es
zeigte sich bereits in der Planung, dass der Einbau von Schienen,
Fahrleitung, Funkanlagen, Überwachungsanlagen usw. komplexer als
erwartet ist. Weitere Erfahrungen bezüglich Bahntechnik sind mit der
Neubaustrecke (NBS) Mattstetten Rothrist der BAHN 2000 gewonnen
worden. Die ATG hat nun das Bauprojekt Bahntechnik für den Gotthard-
Basistunnel unter Einbezug dieser Erfahrungen fertig gestellt. Es
zeigte sich auch hier, dass der Kostenvoranschlag gegenüber den mit
dem Bund vereinbarten Kosten höher eingeschätzt werden muss, und
zwar um ca. 300 Millionen Franken (Preisstand 1998). Ein Teil davon
war bereits im letzten Standbericht gemeldet und in die
mutmasslichen Endkosten eingerechnet worden. Bahntechnikprojekt wird erst 2007 vergeben Die Bahntechnik für den Gotthard-Basistunnel ist noch nicht
ausgeschrieben worden. Es ist noch keine Vergabe erfolgt, und es
sind noch keine Kosten angefallen. Dieses grosse Baulos soll im Jahr
2006 ausgeschrieben und 2007 vergeben werden. Das von der ATG erstellte Projekt wird nun plausibilisiert und wo
möglich optimiert. Dabei darf nicht übersehen werden, dass es
aufgrund der ernormen technischen Entwicklung der Bahntechnik
äusserst schwierig ist, einen auf Jahre hinaus verlässlichen
Kostenvoranschlag zu erstellen. Die ursprüngliche Kostenschätzung
des Vorprojekts 1994 bildete die Grundlage der Vereinbarungen
zwischen dem Bund und den NEAT-Erstellern. Beim Erstellen der
Kostenschätzung wurde von Entwicklungen des Bahntechnikmarktes
ausgegangen, die nun nicht eingetroffen sind. Für die Lötschberg-Achse meldet die BLS AT Mehrkosten in der Höhe
von rund 100 Millionen Franken. Gründe dafür sind Massnahmen für die
Einhaltung des Eröffnungstermins sowie schlechterer Baugrund als
aufgrund der Prognosen und Sondierungen absehbar, woraus sich unter
anderem Nachforderungen von Unternehmungen ergeben. Im Standbericht als Risiko ausgewiesen Um welchen Betrag die mutmasslichen Endkosten ansteigen könnten,
wird nun vom BAV zusammen mit den Erstellern geprüft. Die ATG wird
in Zusammenarbeit mit der SBB zu prüfen haben, inwieweit das
Bauprojekt Bahntechnik kostenmässig optimiert werden kann. Die
Informationen der Ersteller werden in den NEAT-Standbericht des BAV
per Ende 2004 einfliessen und dort eingeordnet und kommentiert
werden. Der Standbericht wird gegen Ende März 2005 vorliegen. Die
wesentlichen Erkenntnisse werden der Öffentlichkeit regelmässig
transparent kommuniziert. Die erwähnten Kosten waren bisher im Risikobereich der
Endkostenschätzung enthalten. Im September 2004 haben das BAV und
die Ersteller kommuniziert, dass die mutmasslichen Endkosten der
NEAT bei 15,9 Mrd. Fr. liegen und dass sie sich im
schlechtmöglichsten Fall noch um ca. 1,3 Mrd. Fr. erhöhen könnten. Steuerungsmassnahmen Als Sofortmassnahme hat das BAV nun angeordnet, verstärkt nach
Einsparungsmöglichkeiten zu suchen, insbesondere im Bauprojekt
Bahntechnik des Gotthard-Basistunnels. Im Weiteren müssen die
veranschlagten Bahntechnikkosten für den Ceneri-Basistunnel
überprüft werden. Ziel ist es, mit konkreten Massnahmen den Aufwärtstrend der
mutmasslichen Endkosten der NEAT zu brechen, auch mit Blick auf den
Einfluss dieser Kostenentwicklung auf andere aus dem FinöV-Fonds
finanzierten Eisenbahn-Grossprojekte Bau schreitet zügig voran Beim Lötschberg-Basistunnel sind zurzeit bereits 98 % des
Tunnelsystems ausgebrochen. Mit dem letzten Durchschlag
(Hauptdurchschlag zwischen dem Berner Oberland und dem Wallis) wird
für das Frühjahr 2005 gerechnet. Die Eröffnung erfolgt
voraussichtlich im Jahr 2007. Beim Gotthard-Basistunnel sind etwas über 40 % ausgebrochen. Pro
Monat werden dort über zwei Kilometer Tunnel gebohrt und gesprengt.
Die Eröffnung des Basistunnels wird auf 2015/2016 prognostiziert. Bern, 14. Januar 2005
Bundesamt für Verkehr Auskünfte:
Bundesamt für Verkehr, Politik und Kommunikation, Tel. 031 322 36 43
Permalink:

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