FDI World Dental Federation

Seine natürlichen Zähne bis ins hohe Alter zu behalten ist kein Privileg, sondern ein Menschenrecht

Luzern (ots) - Heute wurde die dreitägige Konferenz der World Dental Federation (FDI) über Mundgesundheit für die alternde Bevölkerung eröffnet (Oral Health for Ageing Populations, OHAP), die vom 3. bis 5. Mai in Luzern stattfindet. 20 Experten aus der ganzen Welt, darunter auch Mitglieder der World Health Organization (WHO), treffen auf der Konferenz zusammen, um Strategien zur Bewältigung der steigenden Anzahl an Munderkrankungen und zur Zahnverlust-Prävention bei älteren Personen aufzuzeigen, damit Grundfunktionen wie schmerzfreies Essen, Kauen, Lächeln oder Kommunikation bis ins hohe Alter aufrechterhalten werden können.

Munderkrankungen betreffen 3,9 Milliarden Menschen weltweit, und fast die Hälfte der Weltbevölkerung (44 %) leidet an unbehandelter Zahnfäule (Karies). Damit gilt Karies als die häufigste der 291 Krankheiten, die im Rahmen der internationalen Global Burden of Disease Study (1990-2010)* untersucht wurden.

Fehlende, verfärbte oder beschädigte Zähne können sowohl psychologische als auch gesundheitliche Auswirkungen haben und einen bedeutenden Verlust der Lebensqualität nach sich ziehen. Zusätzlich zu funktionalen Problemen können schlechte Mundgesundheit und Zahnprobleme zu Zahnfleischentzündungen sowie zu einer minderwertigen und einseitigen Ernährung führen, was das Risiko einer Fehlernährung erhöht. Dieses Problem wird sich noch weiter verschlimmern, wenn nicht rasch geeignete Gegenmassnahmen ergriffen werden. Denn der WHO zufolge wird sich zwischen 2015 und 2050 der Anteil der Weltbevölkerung an über 60-Jährigen von 12 % auf 22 % beinahe verdoppeln.

Dr. Patrick Hescot, Präsident der FDI, erklärte: "Die höhere Lebenserwartung der Bevölkerung ist eine grossartige Errungenschaft, die wir den Fortschritten in der Medizin, Technologie, öffentlichen Gesundheit und Politik verdanken. Doch unsere Aufgabe als Zahnärzte ist es, dafür zu sorgen, dass die Menschen nicht nur länger, sondern auch gesünder und ohne Munderkrankungen leben. Denn dies spielt eine fundamentale Rolle für die Allgemeingesundheit und das Wohlbefinden eines Menschen. Die Mundgesundheit ist ein häufig vernachlässigter Aspekt des gesunden Alterns, daher ist diese Konferenz besonders wichtig. Wir müssen versuchen, die richtige Balance wiederherzustellen."

Dr. Beat Wäckerle, Präsident der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft SSO und lokaler Gastgeber der Konferenz, fügte hinzu: "Die Vermeidung von Zahnverlust ist ausschlaggebend für ein gesundes Älterwerden. Dabei ist der vollständige Verlust der natürlichen Zähne bei älteren Menschen weltweit sehr verbreitet, wofür schwere Zahnkaries und fortgeschrittene Parodontose die Hauptgründe sind. Wir müssen schnell handeln und Präventivstrategien einführen. Ich freue mich, dass diese Konferenz in Luzern stattfindet, und heisse alle Konferenzteilnehmer im Namen der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft willkommen."

Obwohl Zahnverlust in vielen einkommensstarken Ländern abnimmt und ältere Menschen ihre Zähne zunehmend in funktionstüchtigem Zustand bewahren, könnte Zahnverlust in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen zu einem verbreiteten Problem werden. Dies spiegelt sich in der Verbreitung von Zahn- und Mundproblemen bei der älteren Bevölkerung wider. Die Verbreitungsquote reicht von 42 % in Ländern mit niedrigem Einkommen bis hin zu 29 % in Ländern mit hohem Einkommen.**

Die Expertenkonferenz, zu der nur geladene Teilnehmer zugelassen sind, beschäftigt sich mit dem Thema "Lebenslange Mundgesundheit: ein menschliches Grundrecht". Die FDI und GC International AG (GC) haben gemeinsam die Initiative "OHAP" ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass die Herausforderungen der Mundgesundheit für die alternde Bevölkerung durch breiter angelegte Massnahmen zur Krankheitsprävention effektiv bewältigt werden können - bezugnehmend auf den Welt-Kongress 2015: Zahnpflege und Mundgesundheit für ein gesundes langes Leben in einer alternden Gesellschaft, der von der Japan Dental Association in Tokio durchgeführt wurde. Die Ergebnisse des Treffens werden beim Annual World Dental Congress vom 7. bis 10. September in Poznan, Polen, (http://ots.ch/XPNEq) präsentiert. Dort sollen auch Strategien eingeleitet werden, mit denen Munderkrankungen bei älteren Bevölkerungsschichten bekämpft werden können.

Der Präsident von GC, Makoto Nakao, betonte: "In Ländern wie Japan sind 30 % der Bevölkerung über 60 Jahre alt. Entwicklungsländer und Schwellenländer erleben derzeit die stärksten Veränderungen. GC ist entschlossen, mit der FDI und ihrem Netzwerk von über 200 nationalen zahnärztlichen Vereinigungen gemeinsam daran zu arbeiten, dieses Problem auf globaler Ebene anzugehen und positive Veränderungen für Millionen von Menschen zu schaffen, die an vermeidbaren Munderkrankungen leiden, während sie eigentlich aktiv und gesund altern könnten." -Ende-

Hinweise an Redakteure

Über FDI World Dental Federation (FDI)

Die FDI World Dental Federation vertritt über eine Million Zahnärzte weltweit. Der Weltverband umfasst etwa 200 nationale Mitgliedsverbände und Expertengruppen in über 130 Ländern. Die Vision der FDI lautet: "der Welt zu optimaler Mundgesundheit verhelfen". www.fdiworldental.org; www.facebook.com/FDIWorldDentalFederation; http://twitter.com/worldentalfed

Über die Oral Health for Ageing Population's Partnership (OHAP)

Das Altern der Weltbevölkerung wird sich auch im 21. Jahrhundert weiter fortsetzen. Die Erhaltung eines optimalen Gesundheitszustandes bis zum Lebensende auf Ebene des Einzelnen sowie der Bevölkerung stellt daher eine bedeutende Herausforderung dar. Die Mundgesundheit ist ein grundlegender Bestandteil der Allgemeingesundheit und Lebensqualität im Verlauf eines menschlichen Lebens - dennoch wird diese bei integrierten Ansätzen zur Förderung der Allgemeingesundheit häufig ignoriert. Die FDI und GC International AG (GC) haben gemeinsam die Initiative "OHAP" ins Leben gerufen, um sicherzustellen, dass die Herausforderungen der Mundgesundheit für die alternde Bevölkerung durch breiter angelegte Massnahmen zur Krankheitsprävention effektiv bewältigt werden können. http://ots.ch/jIesS

Arbeitsgruppe Oral Health for an Ageing Population (Mundgesundheit für die alternde Bevölkerung): Ehrenvorsitzender: Dr. Kenro Hori (Präsident, Japan Dental Association (JDA)); Vorsitzender: Dr. Kakuhiro Fukai (JDA), Dr. Keita Kobayashi (JDA), Prof. Yoshihiro Shimazaki (JDA), Prof. Judith A. Jones (FDI/American Dental Association), Prof. Dr. Christoph Benz (FDI/Bundeszahnärztekammer, Deutschland) und Dr. Sophie Dartevelle (FDI/Association Dentaire Française (ADF), Frankreich).

Referenzen

1Global Burden of Disease Study (Studie zur globalen Krankheitslast).
The Institute for Health Metrics and Evaluation, 2012 
(http://www.healthdata.org/gbd, Zugriff am 25. April 2016). 
2Oral Health Fact Sheet (Datenblatt zur Mundgesundheit). World Health
Organization, 2012 
(http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs318/en/, Zugriff am 25. 
April 2016) 

Medienkontakte:

Charanjit (Chaz) Jagait PhD, Communications & Advocacy Director, FDI 
World Dental Federation; E-Mail: cjagait@fdiworldental.org; Tel.: +41
22 560 81 48 (Auskünfte nur Englisch)


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