Kunsthalle Wien

Das Politische neu denken

Die Kunsthalle Wien präsentiert ihr Jahresprogramm 2017

Wien (ots) - Mit einem Programm, das neben Personalen bedeutender zeitgenössischer Künstler/innen auf Themen setzt, die auf die sozialpolitischen Herausforderungen des Zusammenlebens in einer polarisierten und radikalisierten Gesellschaft reagieren, beschäftigt sich die Kunsthalle Wien im Jahr 2017. "Die Welt befindet sich im Umbruch - wie kann Kunst, wie können Ausstellungen auf die Entwicklungen der jüngeren Vergangenheit, die unsere Gesellschaft vor neue Herausforderungen stellen, reagieren?" So formuliert Nicolaus Schafhausen, Direktor der Kunsthalle Wien, die Ausgangssituation, wie sie sich für ihn und das kuratorische Team in der Programmierung 2017 stellte. "Es ist unsere Aufgabe als zeitgenössisches Ausstellungshaus, das Politische neu zu denken und aktuellen Themen einen fixen Platz in unserem Programm und unseren Räumen zu geben."

Zwtl.: Gesellschaft Im Wandel

Insofern bildet das Politische das Kernthema des Jahres, und die meisten Ausstellungsprojekte lassen sich als Versuche der Annäherung an die politischen Verwerfungen unserer Zeit lesen. Kunst fungierte immer schon als Medium, um Gesellschaftsbilder einer jeweiligen Zeit nachzuzeichnen und Reflektion für gelebte Erfahrung zu bieten. Die großangelegte Themenausstellung HOW TO LIVE TOGETHER (25. Mai - 15. Oktober 2017) beschäftigt sich im Haupthaus im MQ mit den fragilen individuellen wie gesellschaftlichen Bedingungen unseres Zusammenlebens. Ausgehend von Alltagserfahrungen in unterschiedlichen historischen Räumen untersucht die Ausstellung die sich verändernden Verhältnisse von Privatem und Politischem, von Individuum und Gesellschaft, Religion und säkularem Leben. Sie reflektiert neue Ideen von Lebensgemeinschaften, die tradierte Familienbilder und Lebensentwürfe ablösen.

Nahezu zeitgleich findet in der Kunsthalle Wien Karlsplatz die Ausstellung WORK IT, FEEL IT! (21. Juni - 10. September 2017) statt. Der Beitrag der Kunsthalle Wien zur Vienna Biennale 2017 widmet sich dem menschlichen Körper und den neuen Anforderungen, die vor dem Hintergrund der Automatisierung der Arbeitswelt an diesen gestellt werden. Die ausstellenden Künstler/innen setzen sich mit den Disziplinierungs- und Kontrollmechanismen auseinander, die entwickelt werden, um den Körper zu einem adäquaten Produktionswerkzeug und Konsumträger zu modellieren.

Zwtl.: Starke Einzelpositionen

Neben Themenausstellungen werden 2017 Personalen bedeutender zeitgenössischer Künstler/innen gezeigt: Den Auftakt macht bereits Anfang Februar die Einzelausstellung des Videokünstlers MARCEL ODENBACH, die ihren Titel dem Gedicht BEWEIS ZU NICHTS (5. Februar - 30. April 2017) von Ingeborg Bachmann entlehnt. Marcel Odenbachs Arbeiten tragen eine eindeutig politische Handschrift. Seine Videoarbeiten - die aktuellste feiert ihre Premiere in der Kunsthallenausstellung - widmen sich dem Komplex Vergangenheitsbewältigung und Erinnerungskultur. Dass diese Themen nicht ausschließlich europäische sind, vermittelt Odenbachs Werk, das den Nachhall des Nationalsozialismus bis in die Gegenwart ebenso reflektiert wie die Auseinandersetzung mit internationalen Krisenherden der jüngeren Vergangenheit.

CAMILLE HENROT, Gewinnerin des Silbernen Löwen bei der 55. Biennale in Venedig und eine der prominentesten Künstlerinnen ihrer Generation, zeigt in der Kunsthalle Wien ihre erste institutionelle Präsentation in Österreich. IF WISHES WHERE HORSES (22. März - 28. Mai 2017) besteht zur Gänze aus Werken, die für die Ausstellung neu produziert wurden und denen Henrots Interesse für Gedankensysteme zugrunde liegt, die auf der Grundlage binärer Gegensätze aufgebaut sind wie maskulin/feminin oder Dominanz/Submission. In spielerischer Herangehensweise erforscht sie so, was es bedeutet, Mensch zu sein.

Eine dezidierte Design-Ausstellung ist WAS IST LOOS (27. September - 12. November 2017) der Niederländerin INEKE HANS. Sie zeigt ihre hybriden Designobjekte, die auf eine Auseinandersetzung mit Wien als Design- und Produktionsstätte, geprägt von Adolf Loos und der Firma Thonet verweisen. In Rückbindung auf diese Wiener Ikonen spürt sie Fragen nach der Funktion zeitgenössischen Designs und der Interaktion von Mensch, Objekt und Raum nach.

FLORIAN HECKER (17. November 2017 - 14. Jänner 2018) wiederum, dessen Personale ursprünglich bereits für 2016 angedacht war, wird nun Ende 2017 bildende Kunst und elektronische Musik in einer großen skulpturalen Komposition im Ausstellungsraum zusammenführen.

Zwtl.: Wort Und Bild

Mit der Poesie als Quelle der Inspiration für die bildende Kunst beschäftigt sich die Ausstellung MEHR ALS NUR WORTE [ÜBER DAS POETISCHE] (8. März - 7. Mai 2017). Nicht die sich reimenden Worte stehen im Zentrum, sondern die poetische Funktion der Kommunikation als Ausgangspunkt für Möglichkeiten des Ausdrucks von Gedanken und Ideen, die sich in Filmen, Audioarbeiten, Collagen, Installationen und Performances finden.

Das Jahre 2017 findet seinen Abschluss in einem Projekt, das sich mit dem publizierten Wort auseinandersetzt: PUBLISHING AS A TOOLBOX FOR THE 21ST CENTURY. 1989-2017 (3. November 2017 - 28. Jänner 2018) wird ausgehend von der Kommerzialisierung des Internets und der Zäsur, die dieses für die Produktion von Druckwerken bedeutete, den jüngsten Entwicklungen in der Geschichte des Publizierens nachspüren.

Ausstellungsprogramm der Kunsthalle Wien zum Download: www.kunsthallewien.at/presse

Bildmaterial zum Ausstellungsprogramm der Kunsthalle Wien 2017 zum Download: www.kunsthallewien.at/presse/programm-2017

Rückfragehinweis:
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