Kantonsspital St.Gallen

Studie des Kantonsspitals St.Gallen zeigt: Das Sterberisiko bei Hochrisiko-Krebsoperationen wird signifikant reduziert, wenn die Operationen an Zentrumsspitälern durchgeführt werden.

St.Gallen (ots) - Seit mehreren Jahren wird in der Schweiz - u. a. im Rahmen der Planung und Koordination der Hochspezialisierten Medizin (HSM) - debattiert, ob Hochrisiko-Operationen z. B. die Entfernung eines bösartigen Tumors in der Speiseröhre, Magen oder Bauchspeicheldrüse, zentralisiert werden sollen. Die zugrundeliegende Hypothese ist simpel: mehr Erfahrung, mehr Kompetenz, bessere Resultate für die Patienten. Zahlreiche Studien in den USA und Europa konnten aufzei-gen, dass Patienten, welche sich einer Krebsoperation mit hohem Risiko unterziehen, ein geringeres Sterberisiko haben, wenn dies an einem Zentrumsspital erfolgt. Für die Schweiz fehlte allerdings bislang diese wissenschaftliche Evidenz.

Eine Forschungsgruppe des Kantonsspitals St.Gallen unter Leitung von Prof. Dr. Ulrich Güller, Stv. Chefarzt Klinik für medizinische Onkologie/Hämatologie, konnte nun aber mit einer neulich im Swiss Medical Weekly publizierten Studie mit über 18`000 Patienten (1`487 mit Speiseröh-renkrebs; 4`404 mit Magenkrebs; 2`668 mit Bauchspeicheldrüsenkrebs; 9`743 mit Mastdarm-krebs) belegen, dass in der Schweiz die Sterberate nach Krebsoperationen mit hohem Risiko allein durch Zentralisierung massiv gesenkt werden kann. Bei dieser Studie basierend auf Daten des Bundesamtes für Statistik (BFS) wurde die Sterberate nach Hochrisiko-Krebsoperationen verglichen zwischen Zentren mit grossen Patientenzahlen und kleineren Spitälern. Hierbei fand sich, dass bei Operationen von Mastdarmkrebs die Sterberate in grossen Institutionen um 29% tiefer lag als in kleinen Spitälern. Bei Magenkrebs konnte das Sterberisiko in grossen medizinischen Zentren um 32%, bei Speiseröhrenkrebs um 49% und bei Bauchspei-cheldrüsenkrebs gar um 68% reduziert werden im Vergleich zu kleineren Spitälern.

Die Publikation von Güller und Kollegen ist die erste in der Schweiz, welche demonstriert, dass das Sterberisiko bei einer Hochrisiko-Krebsoperation signifikant reduziert werden, wenn die Operation von einem erfahrenen Team durchgeführt wird. Somit ist es unabdingbar, dass Schweizer Krebspatienten, welche sich einer Hochrisiko-Operation unterziehen müssen, an Spitälern mit grossen Fallzahlen ausgewiesener Expertise operiert werden.

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Prof. Dr. Ulrich Güller, am besten erreichbar per E-Mail:
ulrich.gueller@kssg.ch (Telefon 071 494 62 68) oder Kontaktaufnahme
via Medienstelle des Kantonsspitals St.Gallen: philipp.lutz@kssg.ch



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