Neue Bauern Koordination Schweiz

Schweizer Landwirtschaft schon lange unter wirtschaftlichem Druck

Weinfelden (ots) - Existenzunsicherheit, Planungsunsicherheit, wirtschaftlicher Druck und steigende Produktionsauflagen sind Stichworte, die jeden Landwirtschaftsbetrieb in der Schweiz in den letzten 20 Jahren betroffen haben. Dazu kommt alle 4 Jahre ein sich änderndes Landwirtschaftsgesetz, welches langfristige Investitionen und Planungen ad Absurdum führt.

Widersprüchlicher Konsument

Der Konsument verlangt nach ökologischen und günstigen Lebensmitteln, nimmt aber nicht zur Kenntnis, dass in Kanada und Teilen von Europa das günstigste Getreide mit Glyphosat kurz vor der Ernte abgespritzt wird, welches letztendlich auch in importierten Produkten auf den Schweizer Tellern landet. Teigwaren bestehen aus Hartweizengriess, welcher nur importiert und in der Schweiz kaum angebaut wird. Die landwirtschaftliche Produktion wird durch mehr Ökologisierungen und höhere Umweltstandards nicht billiger, sondern steckt in einer Zwickmühle zwischen Zielkonflikten und dem, was der Markt von ihm verlangt. Die Neue Bauern Koordination Schweiz stellt fest, dass die Landwirtschaft wegen dem aufgehobenem Euro-Franken-Mindestkurs auf einen Schlag 20% Prozent teurer als das Ausland geworden ist, im Gegensatz zu anderen Branchen aber schon seit 20 Jahren unter starkem Preisdruck steht, weil der Boden und das Kostenumfeld in der Landwirtschaft nicht einfach ausgelagert werden können. Wo andere Branchen durchaus noch Spiel hätten, ihre Produktivität und Margenhöhe zu steigern, kann es die Landwirtschaft nicht mehr, da diese in den letzten 50 Jahren alle Stellschrauben bewegt hat und ein Landwirtsbetrieb umgerechnet heute über 130 Personen ernährt.

Grössere Betriebe sind nicht die Lösung. Alle Wirtschaftsbranchen rufen plötzlich nach dem Staat, aber letztlich wird aller Preisdruck auf dem Buckels des Landwirtes abgetragen, da dieser sich als letzter in der Produktionskette befindet. Wo die Zürcher Kantonalbank (wann folgen andere Banken?) beispielsweise ihren Kleinkunden keinen Zins mehr bezahlen will, um Wertschöpfungsverluste auf andere Partner abzuwälzen, bleibt dem Landwirt nur die Möglichkeit, selber einige wenige bewilligte Produktionsmittel (Hürdenlauf, administrativer Aufwand) im Ausland einzukaufen, oder seinen Stundenlohn/Wohnkonfort/Lebensstandard zu reduzieren um seine Wertschöpfung nicht gegen Null fahren zu müssen oder sein Einkommen durch mehr Nebenerwerbstätigkeit aufzustocken. Die gesetzlichen Grundlagen/Vorschriften für derartige Vorhaben sind heute derart eng ausgelegt, dass ein rentabler Nebenerwerb ohne grosse Einstiegsinvestitionen (z.B. Hofbeizen, Pferdepensionen) kaum mehr für die Mehrheit der Landwirte möglich, d.h. realisierbar sind. Grössere Betriebe sind nicht die Lösung, weil damit auch das Kostenumfeld nicht umgangen werden kann und die Abhängigkeit von Marktpartnern und Grossbanken umso mehr zunimmt. Landwirte (nicht Landwirtschaftsbetriebe!) haben in den letzten 20 Jahren trotz Wachstum und Strukturwandel kein höheres Einkommen erzielt. Das widerspricht grundsätzlich der gepredigten Wirtschaftstheorie "Wachse oder Weiche"!

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