Cabinet Office, Government of Japan

Cyber3 Konferenz - Mehr Sicherheit in einer weniger sicheren Welt

Tokio (ots/PRNewswire) - Die japanische Regierung veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Weltwirtschaftsforum Cyber3, einen Multi-Stakeholder-Dialog zu Cybersicherheit, Cyberkriminalität und Cyberverbindungen und den Auswirkungen dieser Themengebiete auf die Zukunft des Internets.

7. bis 8. November 2015; Bankoku Shinryokan, Okinawa, Japan

Wir leben in einer extrem vernetzten Welt, in der niemand mehr "eine Insel ist". Es ist für eine einzelne Person, Organisation oder politische Einheit mittlerweile unmöglich geworden, sämtliche Konsequenzen zu überblicken und zu verstehen, die vermeintlich unabhängige Handlungen nach sich ziehen. Dieser neue globale Kontext bringt es mit sich, dass wir immer rascher von einem unsichtbaren Netzwerk von Menschen, Geräten und Systemen abhängig werden. Das führt zu einem Netz an Verbindungen, die weit über das hinausreichen, was wir uns im Generellen unter "dem Internet" vorstellen.

Die Bedrohungen der Cyber- beziehungsweise Internetsicherheit bedeuten nicht nur, dass wir ein enorm nützliches Werkzeug verlieren könnten. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass wir erleben müssen, was geschieht, wenn man dieses Werkzeug gegen uns richtet. Bei dieser Konferenz wird es selbstverständlich um Technologie gehen, aber mehr noch um das Festsetzen von Richtlinien und die Entwicklung gemeinsamer Standards und Normen. Zu diesem Zweck sollen Unternehmenslenker, führende Akademiker und ranghohe Regierungsvertreter aus aller Welt eingebunden werden. Beim Internet kann nicht länger unterschieden werden zwischen "Gleis 1"-Dialogen (staatliche Belange) und "Gleis 2"-Dialogen (Privatsektor). Was heute gebraucht wird, ist ein "Gleis 1,5"-Ansatz, der beide Wege miteinander verbindet.

Leider reicht es dabei nicht aus, Best Practices zu teilen und Checklisten für Abwehrmaßnahmen zu erarbeiten, denn derartige Strategien können sich über Nacht als veraltet erweisen. Gefährdungen der Cybersicherheit entstehen zu plötzlich und verändern sich viel zu rasch - deutlich schneller, als Sicherheitslösungen sich darauf einstellen können. Die Bedrohungen erwachsen zusehends asynchron. Eine effektive Reaktion darauf kann sich nicht auf die rein technische Ebene beschränken, sondern muss auch zwischenmenschlich erfolgen: durch Netzwerken auf hoher Ebene, durch das Knüpfen von Beziehungen, die auf Vertrauen basieren, durch interaktive Debatten, offene Kommunikation und durch Platform-Building.

Das Internet überschreitet Ländergrenzen, kulturelle, sprachliche und ethnische Grenzen. Insofern lassen sich auch Cyberprobleme nur durch globale Kooperation lösen. Es muss ein Multistakeholder-Modell mit gemeinsamen Zielen geben. Genau aus diesem Grund eignet sich das Weltwirtschaftsforum als unabhängige internationale Organisation so hervorragend dafür, diese Diskussion anzuführen.

Japans Regierung hat Cybersicherheit kürzlich zur höchsten Priorität erklärt. Es sei ein "Thema von zentraler Bedeutung", erklärte Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga, denn in Tokio finden 2020 die Olympischen Sommerspiele und die Paralympics statt. Darüber hinaus ist Japan eine der weltweit am stärksten vernetzte Gesellschaft und muss sich damit auseinandersetzen, dass die Gesellschaft rasch altert. Insofern muss Japan sich zunehmend auf IT, Automatisierung und Robotertechnologie verlassen. Das steigert die Bedeutung von Fragen zu Sicherheit, Benutzerfreundlichkeit, Zuverlässigkeit und nahezu allumfassender Vernetzung.

Um in diesen komplexen Themenbereich eine dringend benötigte klare Linie zu bringen, wird sich Cyber3 mit drei zentralen Aspekten befassen. Wichtig dabei ist, dass dies keine eigenständigen Themen sind, sondern voneinander abhängig und eng miteinander verknüpft sind.

1. Cybersicherheit: Wie können Organisationen aller Arten und Größen ein grundlegendes Maß an Cyberhygiene entwickeln und für mehr Sicherheit sorgen? Wie können unterschiedliche Unternehmen aus aller Welt lernen, miteinander zu kooperieren, und zwar nicht nur, um sich vor bösartigen Angriffen zu schützen und von derartigen Attacken zu erholen, sondern auch zu dem Zweck, den Informationsaustausch zu verbessern und Vernetzung zu einem Pluspunkt anstatt zur Belastung zu machen?

2. Cyberkriminalität: Traditionelle Verbrechen finden immer stärker ein entsprechendes digitales Gegenstück, sei es elektronischer Diebstahl oder körperliche Angriffe. Die globalen Stakeholder müssen sich abstimmen, ihr Gefahrenbewusstsein schärfen und Informationen und Erkenntnisse ohne Einschränkung austauschen.

3. Cyberverbindungen: Wir müssen die Frage untersuchen, wie sich die Menschen ins Internet einwählen und was dies für die Zukunft bedeutet. Bei den Debatten wird es in erster Linie um drei Unterthemen geben:

- Die digitale Kluft. Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung hat keinen Zugang zum Internet. Alle Nationen müssen sich mit diesem zentralen Thema befassen, damit eine friedlichere und produktivere Welt entstehen kann.

- Fragmentierung. Das Internet umfasst eine Vielzahl nationaler Gerichtsbarkeiten, weshalb es zur technischen Interoperabilität, die das Internet überhaupt erst ermöglicht hat, kein rechtliches Gegenstück gibt. Für die grenzüberschreitende Onlinewelt muss ein flexibles Grundgerüst entworfen werden, das ein Miteinander unterschiedlicher nationaler Gesetze und Bestimmungen ermöglicht.

- Das Internet der Dinge (IoT). Zunächst vernetzte das Internet Computer und im Zuge dessen auch Menschen. Inzwischen wächst sich das Internet zu einem Netzwerk aus, das Autos verbindet, Telefone, Haushaltsgeräte, Herzschrittmacher, Fertigungsroboter und vieles mehr. Die Welt wird immer stärker vernetzt. Welche Bedenken können/sollten damit einhergehen? Welche Folgen hat eine IoT-Welt für die Sicherheit und wie sollten Unternehmen darauf reagieren?

Um die Pläne for die Cyber3-Konferenz zu diskutieren und eventuelle Fragen zu beantworten, findet am Donnerstag, den 22. Januar 2015, von 12.15 Uhr bis 12.45 Uhr eine Pressekonferenz statt, und zwar im Pressekonferenzraum des Kongresszentrums im Schweizer Davos.

Kontakt: William H. Saito Sonderberater Regierungsbüro der Regierung von Japan Mitglied des Global Agenda Council on Cyber Security, Weltwirtschaftsforum Telefon: +41-79-785-03-96 E-Mail: hiroyuki.saito@cao.go.jp[mailto:hiroyuki.saito@cao.go.jp]



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