Die Stiftung Menschen für Menschen

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Menschen für Menschen Schweiz trauert um Karlheinz Böhm

Zürich (ots) - In tiefer Trauer gibt die Hilfsorganisation Menschen für Menschen Schweiz den Tod ihres Gründers Karlheinz Böhm bekannt. Der ehemalige Schauspieler und Ehrenpräsident verstarb gestern im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit in seinem Wohnort in der Nähe von Salzburg.

Von der Wut eines Einzelnen zur nachhaltigen Hilfe für Millionen

Internationale Berühmtheit erlangte Karlheinz Böhm mit seiner Filmrolle als Kaiser Franz Joseph an der Seite von Romy Schneider in der "Sissi"-Trilogie. Bewegt von einem Afrika-Besuch in den Siebzigerjahren und der zu diesem Zeitpunkt verheerenden Dürrekatastrophe in Äthiopien, startete Karlheinz Böhm im Mai 1981 seinen legendären TV-Aufruf in der Sendung "Wetten, dass..?". Er wettete, dass "nicht einmal jeder dritte Zuschauer eine Mark, einen Schweizer Franken oder sieben österreichische Schilling für die notleidenden Menschen in der Sahelzone spendet". Karlheinz Böhm gewann die Wette - aber es kamen dennoch umgerechnet 1.2 Millionen Franken zusammen, die den Grundstock für seine Organisation bildeten. Im November 1981 gründete Karlheinz Böhm Menschen für Menschen und fand in der "Hilfe zur Selbstentwicklung" die Rolle seines Lebens.

Für ihn war dabei vor allem die Wut über die ungerechte und menschenverachtende Diskrepanz zwischen Arm und Reich eine starke Triebfeder. Für Karlheinz Böhm gab es stets nur eine Welt, für die wir alle gemeinsam die Verantwortung tragen. Mit grossem Respekt und Liebe zu den Menschen hat er sich dieser Verantwortung gestellt.

Das erklärte Ziel Karlheinz Böhms war von Beginn an, den Menschen Wissen zu vermitteln, damit sie selbst ihr Leben zum Besseren verändern können. Dabei war es ihm immer ein grosses Anliegen, dass die betroffenen Menschen den Weg mitbestimmen und auch selbst Verantwortung übernehmen. Daher werden seit den ersten Tagen der Organisation sämtliche Projekte nach wie vor gemeinsam mit der Bevölkerung umgesetzt und anschliessend in deren Eigenverantwortung übergeben - egal wie gross oder klein das Projekt ist.

Karlheinz Böhms Werk wird in der Schweiz weitergeführt

Als Karlheinz Böhm 1989 die Stiftung Menschen für Menschen Schweiz gründete, konnte er auf die Unterstützung seiner guten Freunde und bekannten Schweizer Persönlichkeiten, Carl Meyer und Rolf Knie, zählen. Als einer der ersten Berater von Karlheinz Böhm hat Äthiopienexperte Prof. Hans Hurni die Arbeit der Stiftung massgeblich mitgestaltet. Die drei Mitstreiter der ersten Stunde sind heute im Stiftungsrat der Schweizer Stiftung und führen Karlheinz Böhms grossartiges Lebenswerk in der Schweiz in seinem Sinn fort. Als Stiftungsratspräsident ist es Rolf Knie ein besonderes Anliegen, das Erbe von Karlheinz Böhm zu bewahren: "Mein lieber Freund Karlheinz Böhm hat mit Menschen für Menschen etwas Wunderbares geschaffen. Ich bin stolz seinen Kampf für eine gerechtere Welt gemeinsam mit meinen Stiftungsratskollegen, der Geschäftsleitung und dem Schweizer Team fortzuführen."

Zur Person

Am 16. März 1928 als einziger Sohn des berühmten Dirigenten Prof. Dr. Karl Böhm und der Sopranistin Thea Linhard in Darmstadt geboren, wuchs Karlheinz Böhm bedingt durch den Beruf des Vaters an mehreren Orten von Hamburg bis Dresden auf. Nach seinem Abitur 1947 in Graz begann Karlheinz Böhm, der sich immer als Weltbürger fühlte und neben der österreichischen Staatsbürgerschaft seit 2003 auch die äthiopische Ehrenstaatsbürgerschaft besass, zunächst ein Studium der Philosophie und Philologie an der Universität Graz. Doch es zog ihn in die Schauspielerei. Über Regieassistenz und Schauspielunterricht kam Böhm 1948 zu einer ersten Rolle am Wiener Burgtheater - erste kleine Filmrollen in "Der Engel mit der Posaune" (1948) und "Haus des Lebens" (1952) folgten. 1952 gab ihm Arthur Rabenalt die Chance, sich neben Hildegard Knef und Erich von Stroheim in einer Hauptrolle zu beweisen ("Alraune"). Internationale Berühmtheit erlangte Karlheinz Böhm mit seiner Filmrolle als Kaiser Franz Joseph an der Seite von Romy Schneider in der "Sissi"-Trilogie, 1955 bis 1957. Einen Kontrapunkt zum Image des Sissi-Kaisers setzte er 1960 als Mark Lewis in Michael Powells aufsehenerregendem Psychodrama "Peeping Tom" (Augen der Angst). Diesen Film, den das Publikum bei seiner Erstaufführung radikal ablehnte, zählt die New York Times heute zu den Top Ten der Film-Klassiker. Nach Gastspielen in Hollywood, Theaterengagements in Europa und eindrucksvollen Charakterrollen in Rainer Werner Fassbinder-Produktionen wie "Martha" (1973) oder "Effi Briest" (1974) nahm das Leben des Filmstars in den frühen 80er-Jahren aber eine entscheidende Wende.

"Wichtig ist für mich der Gedanke "Hilfe zur Selbsthilfe", denn mit einer Speisung ohne Zukunftsperspektive ist keinem langfristig gedient."

Karlheinz Böhm

Kontakt:

Herr Kelsang Kone, Leiter Kommunikation
k.kone@mfm-schweiz.ch, Tel.: 043 499 10 60



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