Medair

IRAK: Kurdische Regionalregierung beauftragt Medair mit der Registrierung von Tausenden von Vertriebenen in Flüchtlingslagern - eine lebensrettende Massnahme

Lausanne (ots) - Die humanitäre Hilfsorganisation Medair wurde von der kurdischen Regionalregierung damit beauftragt, nahezu 200 000 vertriebene Menschen in mehr als 16 Flüchtlingslagern in den Provinzen Duhok und Ninewa zu registrieren.

In dieser Woche startet Medair ein Pilotprojekt. 20 000 Menschen im Lager Shariya in der Provinz Duhok sollen mittels des Software-Systems Last Mile Mobile Solutions (LMMS) registriert werden. LMMS ist eine mobile Anwendung, die von World Vision entwickelt wurde. Die Initiative wird auf 15 weitere Lager in Duhok und Ninewa ausgeweitet.

Derzeit werden für die Registrierung der Familien ineffiziente Methoden eingesetzt: Tabellenkalkulationen oder sogar per Hand geschriebene Listen erschweren jedoch die Koordinierung der Hilfseinsätze zwischen den verschiedenen Organisationen und die Wirksamkeit der Leistungen. Ohne exakte Datenbanken und effiziente Registrierungssysteme sind Menschen stärker gefährdet, Opfer von Betrug oder Verlust zu werden. Hilfsbedürftigen könnte lebensrettende Unterstützung entgehen. Während des Einsatzes von Medair im vergangenen Jahr konnte sich die lokale Regierung von der Effizienz der mobilen Datenerfassung und der elektronischen Verwaltung von Dokumenten überzeugen. Daraufhin entschied sie sich für eine Zusammenarbeit mit Medair, um LMMS einzusetzen.

Mithilfe von LMMS gibt Medair jedem Haushalt einen Ausweis (ID-Card) mit Passfoto und dem Barcode der jeweiligen Flüchtlingssiedlung. Die Anzahl der Familienmitglieder, ihr Alter und Geschlecht können schnell zugeordnet werden. Die Verteilung von Hilfsgütern durch Hilfsorganisationen kann wirksamer erfolgen sowie besser auf die individuellen Bedürfnisse der Familien abgestimmt werden.

"Dieses Projekt wird uns helfen, vertriebene Familien innerhalb und ausserhalb der Lager zu erfassen", sagt Karwan Nazar Dawood, Information Manager beim Amt für humanitäre Hilfe der lokalen Regierung. "Das verbesserte Datenmanagement wird die Verteilung der Hilfsgüter und die Koordination zwischen den Organisationen erleichtern. Meiner Meinung nach löst der Einsatz von LMMS viele wesentliche Probleme."

Bereits im Libanon setzt Medair die Software ein für die Registrierung von Tausenden von syrischen Flüchtlingen in inoffiziellen Siedlungen im Bekaa-Tal.

"Das Projekt wird auch dafür sorgen, dass Familien in den riesigen Siedlungen nicht mehr anonym und unversorgt bleiben. Ihre Bedürfnisse werden erkannt und die Unterstützung wird wirkungsvoller", so Jaap Scheele, Leiter des Registrierungsprojektes von Medair. "Wir freuen uns, unsere Erfahrung im Bereich LMMS einsetzen zu können und die kurdische Regionalregierung dabei zu unterstützen, die Koordination mit anderen Hilfsorganisationen zu verbessern. So werden Menschen optimal mit Nothilfe versorgt."

Für weitere Informationen über die Arbeit von Medair im Irak klicken Sie hier: http://relief.medair.org/de/where-we-help/iraq/.

Kontakt für Medien und Journalisten

Für weitere Auskünfte und Interviews wenden Sie sich an:
Abigail Woodcock (Englisch)
Mitarbeiterin Pressestelle (Medair Schweiz)
E-Mail: abigail.woodcock@medair.org
Telefon: +41 (0)21 694 84 72 oder +41 (0)78 635 30 95

Für Anfragen und Interviews mit Mitarbeitern im Irak kontaktieren
Sie:
Bethany Williams
Mitarbeiterin Kommunikation (Englisch)
E-Mail: comms-irq@medair.org,
Telefon: +964 (0) 750 311 7326



Weitere Meldungen: Medair

Das könnte Sie auch interessieren: