Tourismusverband Ramsau am Dachstein

Klettersteig-Jubiläum und hitzige Diskussion zur Sonnenwende in der Ramsau am Dachstein - BILD

Ramsau am Dachstein (ots) - Der erste Klettersteig der Alpen wurde von Geograf Friedrich Simony, dessen Geburtstag sich 2013 zum 200. Mal jährt, in Auftrag gegeben. Das 170-Jahr-Jubiläum wurde am Samstag stilgerecht in Szene gesetzt. Bergführer in historischer Kletterausrüstung führten tagsüber rund 30 sportliche Festgäste auf den Dachstein und damit an eine der Geburtsstätten des alpinen Bergtourismus.

Zwtl.: Spannende Diskussion am Bio-Bauernhof

Am Abend diskutierte dann eine hochkarätige Expertenrunde von Vertretern der Wirtschaft und des Sports am Ramsauer Biobauernhof "Frienerhof" über die Zukunft des Tourismus und die Bedeutung von traditionellen Angeboten. Die Tourismusregion Ramsau am Dachstein hat sich genau in diesem Segment erfolgreich positioniert und auf Basis der unverfälschten, authentischen und traditionellen Lebensweise große Anziehungskraft entwickelt. Thesen von Zukunftsforscher Andreas Reiter bildeten dabei den Ausgangspunkt einer äußerst spannenden Diskussion. Die Globalisierung, so ist Reiter etwa überzeugt, verstärkt ländliche Rückzugs-Phantasien und macht das Leben in kleinen, überschaubaren Räumen wieder attraktiv. Österreichs Ausnahmesportler Felix Gottwald, bestätigte diese Einschätzung und betonte den Wert, das eigene Leben langsamer und leiser zu machen. Georg Bliem, GF von Steiermark Tourismus, bestätigte, dass Gäste gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Herkunft, Geschichte und Geschichten nachfragen. "Individualisierte Angebote sind eine große Chance, sich vom Durchschnitt abzuheben." Auch Hans Embacher, GF von Urlaub am Bauernhof, bestätigte mit Blick auf seine Gäste: "Unsere Urlauber suchen eine heile Welt , wollen gerade angesichts von Lebensmittelskandalen darauf vertrauen, dass wir regional gewachsene und nachvollziehbare Produkte anbieten." Österreichs ehemaliger Vorzeigeathlet und Ausdauersportler Alois Stadlober bestätigte die Suche der Menschen nach einem sicheren Hafen. "Regionalität braucht aber Ehrlichkeit und Ehrlichkeit braucht Selbstbewusstsein."

Unter dem Stichwort "Nachhaltigkeit" würde heute vielfach ein Etikettenschwindel vollzogen, deshalb wolle man in der Ramsau zeigen, dass es auch anders geht, erklärte Georg Berger vom Frienerhof, einer der Initiatoren der "Ramsauer Bioniere". Schlussendlich wurde im Rahmen der kontroversen Diskussion auch der Wachstumsbegriff kritisch beleuchtet. Bliem betonte dabei, dass Tradition immer modern interpretiert werden sollte und auch legitime wirtschaftliche Entwicklungen lebensnotwendig seien. "Denn wo nichts ist, ist auf Dauer auch nichts."

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TPT0009 2013-06-24/15:09


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