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Fakten zur Physiotherapie

Factsheet

Sursee (ots) - SRF hat am 16.8.2017 die Kostenentwicklung der Physiotherapie 2011 - 2016 in den Fokus gestellt. Das Thema muss im Zusammenhang und mit dem entsprechenden Hintergrund betrachtet werden.

1. Die Kosten der ambulanten Physiotherapie sind zwar gestiegen, damit aber auch der Nutzen, den die Bevölkerung daraus zieht. Schnellere Rückkehr an die Arbeit, Vermeidung von Invalidität und Pflegebedürftigkeit, Erhaltung von Mobilität und Lebensqualität sind nur einige Stichworte.

2. Gründe für die Kostenentwicklung sind generell die medizinische Entwicklung, die die Effektivität der Physiotherapie belegt, die Einführung von SwissDRG und die demografische Entwicklung.

3. Weitere spezifische Gründe sind, dass die Abgeltung für ambulante Physiotherapie zwischen 1996 und 2014 bis zur einmaligen Erhöhung um 8,41% im 2014 (von einzelnen Versicherern gar erst per 1.1.2016) unverändert blieb. Diese einmalige Erhöhung hat selbstverständlich einen Effekt gehabt, ist aber in der Zeitachse 1996 - 2014 zu betrachten: 0,41% pro Jahr!

4. Die Zahl der ärztlichen Anordnungen von Physiotherapie in den Jahren 2011 - 2014 ist um 34% gestiegen. Der medizinische Fortschritt zeigte in jüngster Vergangenheit Erkenntnisse bezüglich unnötiger Operationen, die zu mehr Physiotherapiebehandlungen führen - siehe das Beispiel Rupturen des vorderen Kreuzbandes (http://ots.ch/KkLVr).

Tatsache ist, dass die Physiotherapie nur auf ärztliche Anordnung zu Lasten der OKP verrechnet werden darf. Die Krankenversicherer führen damit ausschliesslich Leistungen auf, die nach KVG erbracht wurden und die WZW-Regel (wirksam, zweckmässig und wirtschaftlich) eingehalten haben.

5. Die Physiotherapiekosten steigen zu Recht, weil dahinter medizinisch erforderliche Leistungen auf ärztliche Anordnung hin stehen. Nachweislich liegen die Physiotherapiekosten grundsätzlich innerhalb oder sogar unterhalb des Rahmens der allgemeinen Kostenentwicklung. Dies zeigt auch der stabile Anteil der Physiotherapie an den Gesamtkosten: Der Anteil der Physiotherapiekosten lag im Einführungsjahr des KVG, also 1996, bei 1,3% und lag gemäss BFS im 2014 bei 1,4%!

Dies alles bei zunehmenden Ansprüchen an Qualität, Ausbildung und administrativem Aufwand an die Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten.

physioswiss hält für Interessierte ein Factsheet bereit, um die Aussagen zu untermauern: https://www.physioswiss.ch/de/news/2017/fakten-zur-physiotherapie

Weitere Informationen: www.physioswiss.ch

Physiotherapie ist eine eigenständige Disziplin, die auf die Behebung von körperlichen Funktionsstörungen und Schmerzen ausgerichtet ist. Sie kommt sowohl in der ambulanten und stationären Therapie, Rehabilitation und Palliativbehandlung wie auch in der Prävention und Gesundheitsförderung zur Anwendung. physioswiss, der Schweizer Physiotherapie Verband, vertritt die Interessen von über 9'000 selbständig erwerbenden und angestellten PhysiotherapeutInnen in der ganzen Schweiz.

Kontakt:

Mario Evangelista, Generalsekretär ad interim, 079 238 61 08,
mario.evangelista@physioswiss.ch



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