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Protest gegen Tarifstruktur des Bundesrates

Vernehmlassungsverfahren

Sursee (ots) - physioswiss fordert zum Verordnungs-Protest auf! Alle Mitglieder sind aufgerufen, möglichst viele Vernehmlassungsantworten im Sinne der Physiotherapie an den Bundesrat zu senden, damit dieser seine Verantwortung wahrnimmt und zugunsten einer zukunftsorientierten ambulanten Versorgung 2020 nochmals über die Tarif-Bücher geht.

Die vom Bundesrat vorgeschlagene Tarifstruktur in der Physiotherapie bietet eine schlechte Basis für eine Neuausrichtung der Verhandlungen unter den Tarifpartnern. Es ist falsch, die Tarifstruktur als Mittel der Kostenkontrolle, bzw. Kostensenkung zu implementieren. Der Bedarf an Physiotherapieleistungen wird nicht durch die PhysiotherapeutInnen geschaffen, sondern folgt der medizinischen, demografischen und gesundheitspolitischen Entwicklung. Diese geht weg von der stationären hin zur ambulanten Versorgung. Wenn diese nicht mit einem existenzsichernden Tarifwerk für die PhysiotherapeutInnen sichergestellt werden kann, verschlechtert sich die Versorgung der Patienten. Dies vor dem Hintergrund, dass immer mehr Patienten mit mehreren Krankheiten und komplexen Gesundheitsproblemen einen entsprechenden Behandlungsbedarf haben und auf Vernetzung der Gesundheitsfachpersonen angewiesen sind.

Mit einer Verschlechterung der Tarifsituation in der Physiotherapie kann es keine zukunftsorientierte ambulante Versorgung geben, schon gar nicht bei der vom Bundesrat postulierten Strategie «ambulant vor stationär». Die Physiotherapie leistet hier einen grossen, kostengünstigen und effizienten Beitrag. Dafür ist aber eine adäquate Tarifsituation notwendig und nicht eine unsägliche Vermischung von Pauschal- mit Zeittarifen.

Die Vernehmlassungsantwort von physioswiss finden Sie unter www.physioswiss.ch.

Chronik der Entwicklung der Tarifstruktur in der Physiotherapie 2014-2017:

Oktober 2014: Start der Verhandlungen mit den Tarifpartnern.

Bis Mai 2016: Intensive Verhandlungen, dazwischen Verlängerung der aktuellen Tarifstruktur, um weiterhin abrechnen zu können.

Mai 2016: Scheitern der Verhandlungen, keine Einigung auf eine gemeinsame Tarifstruktur.

Juni 2016: Gemeinsame Eingabe einer angepassten Tarifstruktur von physioswiss und ASPI auf der Basis der aktuellen Tarifstruktur.

Juli 2016: Eingabe von H+ und curafutura einer «neuen» Tarifstruktur.

30.9.2016: Die aktuelle Tarifstruktur verliert ihre Gültigkeit, da sich Tarifpartner nicht über eine weitere Verlängerung einigen.

November 2016: Der Bundesrat setzt die bisherige Tarifstruktur mit minimen Anpassungen per Verordnung rückwirkend per 1.10.2016 fest. Diese Tarifstruktur ist bis 31.12.2017 gültig.

22.3.2017: Keine Einigung der Tarifpartner auf gemeinsame Tarifstruktur ab 1.1.2018, deshalb muss der Bundesrat von seiner subsidiären Kompetenz Gebrauch machen und eine Tarifstruktur ab 1.1.2018 festlegen. Start der Vernehmlassung zum Vorschlag des Bundesrats, Dauer der Vernehmlassungsfrist bis 4.7.2017.

17.5.2017: physioswiss sendet Vernehmlassungsantwort an den Bundesrat und veröffentlicht Vorlage für Vernehmlassungsantwort für alle Interessierten auf der Webseite.

Kontakt:

Mario Evangelista, Generalsekretär a.i., 041 926 69 09,
mario.evangelista@physioswiss.ch



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