SwissMediaForum

Gerhard Schröder eröffnet SwissMediaForum

Baden (ots) - Der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder eröffnete das SwissMediaForum 2016 mit einem Plädoyer für die politische Kooperation. Mit Blick auf Herausforderungen wie Brexit, Währungskrise, Terror und Flüchtlingskrise rief der 72-Jährige zur Weiterführung der Integrationsbemühungen auf. «Die Europäische Integration war und wird bleiben ein Segen für Europa», sagte er. Zum Brexit sagte der ehemalige Kanzler angriffig: «Was Cameron getan hat, gehört in die Kategorie des grösstmöglichen Politversagens.» Der britische Premier habe dem Volk ein Problem zugeschoben, das er innerhalb seiner Partei hätte lösen müssen.

Festhalten an «verdammt schwierigen Partern»

Die Bewältigung der Flüchtlingskrise könne kein Land im Alleingang schaffen. «Das gelingt nur gemeinsam», sagte Schröder. Dazu brauche es «einen europäischen Kompromiss». Das könne weder Angela Merkels «Strategie der offenen Tür» noch eine Abschottungspolitik eines Viktor Orbán oder gewisser Schweizer Politiker bedeuten. Europa müsse die Flüchtlingsströme «steuern und begrenzen» und die legale Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften aktiv gestalten.

Auch am Rand von Europa und der Europäischen Union möchte Schröder Kooperation statt Konfrontation. Es gelte, in die Beziehungen zur Türkei und zu Russland zu investieren. Diese seien vielleicht «verdammt schwierige Partner», aber unabdingbar für die Lösung der gegenwärtigen Probleme. «Die Zeiten der wertgebundenen Aussenpolitik sind vorbei», sagte Schröder. Es sei die Zeit für Realismus und Pragmatismus. Die versammelten Medienvertreter rief Schröder dazu auf, die schwierigen Zeitläufte zu erklären und Feindbilder abzubauen.

Hochkarätiges Programm mit Workshops und Bundesrätin

Den Abschluss des ersten Halbtags des SwissMediaForums wird Bundesrätin und UVEK-Vorsteherin Doris Leuthard machen. Am Freitagmorgen sind Break-Out-Sessions zum neuen Storytelling, zum investigativen Wissenschaftsjournalismus und zum Umgang der Medien mit den Protestparteien auf dem Programm. Den Abschluss macht der Chefredaktor des britischen «Guardian», Alan Rusbridger mit einem Keynote-Speech.

Das SwissMediaForum wurde 2016 zum ersten Mal gemeinsam mit dem Kongress des Verbandes Schweizer Medien veranstaltet. Am Vormittag wählten die Verleger Pietro Supino, den Verwaltungsratspräsidenten von Tamedia, als Nachfolger von Hanspeter Lebrument zum neuen Präsidenten. Ausserdem wurde beschlossen, die Zahlungen an den Presserat wieder auszurichten und die Ausarbeitung eines Gesamtarbeitsvertrags für die Medienbranche anzugehen.

Kontakt:

Bettina Bertschinger, 079 209 45 45 


Das könnte Sie auch interessieren: