Intergenerika

Preisüberwacher führt mit Generika-Attacke erneut das Volk in die Irre

Dr. Axel Müller, Geschäftsführer Intergenerika / Weiterer Text über ots und www.presseportal.ch/de/nr/100053453 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: "obs/Intergenerika"

Liestal (ots) -

- Anders als vom Preisüberwacher behauptet sind die konstant 
  sinkenden Generikapreise nicht für den Anstieg der 
  Krankenkassenprämien verantwortlich 
- Preisüberwacher-Kampagne vertreibt Generikahersteller aus der 
  Schweiz; Versorgungsengpässe und Kostensteigerungen sind die Folge 
- Durch konzertierte Förderung von Generika bei Ärzten, Apothekern
  und Krankenkassen lässt sich das Einsparpotential weiter 
ausschöpfen 

Angesichts eines bevorstehenden Anstiegs der Krankenkassenprämien greift der Preisüberwacher Stefan Meierhans im Interview mit der Sonntagszeitung vom 10. Juli 2016 erneut unverhohlen die Generika-Industrie an und stellt die angeblich zu hohen Generika-Preise ins Zentrum seiner Kritik. "Mit dieser Position steht der Preisüberwacher alleine da" kontert Dr. Axel Müller, Geschäftsführer des Branchenverbands Intergenerika. "Selbst der Krankenkassenverband santé-suisse führt den Kostenanstieg im Gesundheitswesen hauptsächlich auf mehr Inanspruchnahme ambulanter ärztlicher Leistungen zurück. Nach seiner wiederholten falschen Darstellung des Sachverhaltes, sollten die Institution wie auch die Person des Preisüberwachers ernsthaft in Frage gestellt werden. Wenn Herr Meierhans zudem expressis verbis mehr Macht für sein Amt fordert, kommt vielmehr der Verdacht auf, dass ihm seine persönlichen Interessen vor dem Wohl der Bevölkerung stehen."

Konstant sinkende Generikapreise in der Schweiz

Dass der Preisüberwacher ein falsches Bild der Realität im Schweizer Generikamarkt zeichnet, monieren auch unabhängige Stimmen wie der Journalist Ralph Pöhner in "Unsere Medikamente sind zu billig!", seinem in der Wochenzeitung "DIE ZEIT" vom 13. Juni erschienenen Artikel: "Gerade bei gängigen Heilmitteln ist nicht der zu hohe, sondern der tiefe Preis das Problem. Preisüberwacher Stefan Meierhans, Konsumentenschützerinnen oder Krankenkassen veröffentlichen unentwegt Zahlen und Studien, welche die Schweiz als Arzneimittel-Luxusinsel erscheinen lassen. Aber wer dann in die Apotheke geht und einen Blutdrucksenker benötigt, der merkt: Er bezahlt weniger als vor zehn Jahren." Nicht nur sind die Generikapreise unter Kontrolle, mit dem dynamischen differenzierten Selbstbehalt sinken die Preise kontinuierlich und auch der Patient wird schon heute in eine sozial verträgliche ökonomische Pflicht genommen.

Generika sind zu billig - nicht zu teuer

Die undifferenzierte Forderung des Preisüberwachers nach immer tieferen Generikapreisen kann nicht aufgehen - neben den Herstellern müssen Grossisten und Apotheker verdienen. Hierzu kommen noch weitere Kosten wie für Bewilligungen durch Swissmedic. "Schon heute liegen bei einigen Generika die vom BAG (Bundesamt für Gesundheit) akzeptierten Preise unter den Herstellungskosten. Als Konsequenz daraus trennen sich die Hersteller von sich nicht rentierenden Medikamenten und konzentrieren sich auf spezialisierte und sehr teure Mittel. Unter den daraus resultierenden Versorgungsengpässen, beispielsweise bei essentiellen Medikamenten wie Antibiotika, haben Ärzte und vor allem Patienten zu leiden" sagt Axel Müller, der als promovierter Apotheker die Herausforderungen für alle Marktteilnehmer kennt. "Mit seinen populistischen Forderungen fördert der Preisüberwacher die Gefahr, dass sich Generikahersteller aus dem Land verabschieden. Will die Schweiz wirklich Verhältnisse, wie sie häufig im europäischen Ausland vorzufinden sind, wo nur tiefe Preise und nicht Qualität zählen?"

Nachhaltige Schäden durch Referenzpreissystem und Billigstmedizin

Offensichtlich will der Preisüberwacher mit seinem erneuten unqualifizierten Vorstoss die Einführung des Referenzpreis- bzw. Festbetragssystems unterstützen, welches momentan vom Bundesrat geprüft wird. "Bei der Einführung dieses auf dem Billigstprinzip basierenden Systems in der Schweiz gäbe es nur Verlierer" warnt Axel Müller. "Ärzte und Apotheker würden entmündigt, denn sie müssten jeweils das billigste Arzneimittel verschreiben bzw. abgeben, welches ihnen die Krankenversicherung erlaubt. Die grossen Verlierer aber wären die Patienten, die mit häufigen Medikamentenwechseln konfrontiert wären. Gerade bei älteren Patienten droht die Gefahr einer Übermedikation. Am Ende sind aufgrund der mangelnden Rentabilität eine Reduktion der Anbieter im Markt und damit Versorgungsengpässe zu erwarten. Wir sollten nicht falschen Argumenten folgen, ohne sie zu hinterfragen. Am Schluss bleibt ein Scherbenhaufen."

Generika umfassend fördern

"Statt Generika unqualifiziert und undifferenziert zu attackieren, sollten die patentfreien Qualitätsarzneimittel durch umfassende Anstrengungen von allen Beteiligten gefördert werden", fordert Axel Müller. Mit Einsparungen von einer Milliarde Franken pro Jahr leisten Generika heute schon einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung des Kostenanstiegs im Gesundheitswesen. "Die Kritik an Generika ist unverständlich. Die patentfreien Qualitätsarzneimittel sollten doch eigentlich als die besseren Medikamente angesehen werden, da sie im Vergleich zu den älteren Originalen mit zum Teil moderneren Methoden entwickelt und hergestellt werden und oft eine verbesserte Galenik aufweisen. Und das noch zum günstigeren Preis!"

Kontakt:

Axel Müller, Geschäftsführer
Telefon: +41 61 927 64 08 / Mobile: +41 79 428 03 11
E-Mail: axel.mueller@intergenerika.ch



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