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MEM-Industrie: Wettbewerbsfähigkeit in Gefahr

Zürich (ots) - Der überraschende Entscheid der Schweizer Nationalbank (SNB), den Mindestkurs aufzuheben, löst in der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) eine grosse Verunsicherung aus. Eine anhaltende und spürbare Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro und dem US-Dollar könnte viele Unternehmen in ihrer Existenz bedrohen. Nach den grossen Anstrengungen der letzten drei Jahre, die Wettbewerbsfähigkeit zurück zu gewinnen, könnten die Unternehmen nun gezwungen werden, neue, drastischere Massnahmen zu ergreifen.

Die Unternehmen der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) und Swissmem sind sehr überrascht, dass die Schweizer Nationalbank (SNB) den Mindestkurs aufgehoben hat. Dieser Entscheid der SNB widerspricht diametral den noch im Dezember gemachten Zusicherungen.

Die MEM-Industrie exportiert fast 80 Prozent ihrer Güter. Mit einem Exportanteil von rund 60 Prozent ist Europa der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt. Die Unternehmen der Branche stehen in diesen Märkten in einem harten Wettbewerb. Auch bei einem Wechselkurs von CHF 1.20 war der Schweizer Franken gegenüber dem Euro überbewertet. Mit diesem Entscheid der SNB muss damit gerechnet werden, dass sich diese Überbewertung spürbar akzentuieren wird. Dadurch wird die gesamte Exportindustrie auf dem europäischen Markt deutlich an Wettbewerbsfähigkeit verlieren. Die Margen, die in der MEM-Branche vergleichsweise knapp sind, werden wegschmelzen.

Die Unternehmen der MEM-Industrie haben in den letzten drei Jahren grosse Anstrengungen unternommen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit bei einem Wechselkurs von CHF 1.20 zurück zu gewinnen. Der Entscheid der SNB nimmt ihnen die Chance, an Substanz aufzubauen. Sie werden wohl nun gezwungen, neue und weit drastischere Massnahmen zu ergreifen.

Wie gravierend die Konsequenzen für die Unternehmen der MEM-Industrie sein werden, hängt davon ab, auf welchem Niveau sich die Wechselkurse - nebst dem Euro auch der US-Dollar - einpendeln werden. Falls es über eine längere Zeit zu einer deutlichen Überbewertung des Schweizer Frankens kommen sollte, würde diese Situation für viele exportorientierte Unternehmen der MEM-Industrie existenzbedrohend - mit entsprechenden Folgen für die Beschäftigung.

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