ORS Service AG

Ausbau und Verbesserung des Betreuungsangebots
Die ORS folgt externen Empfehlungen und nimmt Stellung zu grundsätzlichen Forderungen

Zürich (ots) - Am 25. September besuchte Amnesty International (ai) das Bundeszentrum Eigenthal/LU. Zuvor hatte das Asylnetz Luzern den Betrieb der Bundesunterkunft Eigenthal kritisiert. Die ORS nimmt die von ai bemängelten Punkte und die Forderungen sehr ernst. Die ORS hat den Zentrumsleiter beurlaubt und weitere Massnahmen ergriffen. Sie beauftragte zudem die Schweizerische Flüchtlingshilfe (SFH), Vorwürfe zur Bundesunterkunft Eigenthal zu Handen der ORS ebenfalls zu beurteilen.

Ende September besuchte ai die Bundesunterkunft Eigenthal/LU und beurteilte die Situation der dort lebenden Asylsuchenden. Bemängelt wurden die Zentrumsführung, die Betreuung der Kinder und deren Ernährung sowie der Zugang zur ärztlichen Versorgung. Ein Grossteil der Feststellungen betreffen nicht die der ORS übertragenen Aufgaben, sondern die Unterkunft sowie grundsätzliche Fragen der Asylbetreuung und der Sicherheit.

Auftrag an die Schweizerische Flüchtlingshilfe

In wesentlichen Punkten kommt die von der ORS mit einer weiteren Prüfung beauftragte SFH zu ähnlichen Schlüssen. «Wir sind sehr dankbar für diese objektive und sachliche Aussensicht», sagt Stefan Moll-Thissen, CEO der ORS. Wo es im Rahmen des bestehenden Bundesmandates möglich sei, verbessere man die Betreuung im Eigenthal. «Wir nehmen alle Feststellungen und Forderungen sehr ernst und haben erste Massnahmen ergriffen. So haben wir beispielsweise die Situation für die Familien und Kinder so weit wie möglich bereits verbessert».

Sofortmassnahme und verbesserte Situation für Kleinkinder

Der Leiter des Zentrums wurde beurlaubt. Stefan Moll-Thissen anerkennt, in Eigenthal habe die Zentrumsleitung in zentralen Bereichen den Anforderungen nicht vollumfänglich genügt: «Asylsuchende betreuen erfordert Empathie, Engagement und viel Fingerspitzengefühl».

Namentlich im Bereich der Kleinkinder sind Verbesserungen umgesetzt worden: Das Angebot an kindergerechter Verpflegung und Zwischenmahlzeiten wurde erweitert. Für die Kleinkinder und Kinder wird es einen Zvieri geben. Beim schulischen Angebot wird der zentrumseigene Unterricht optimiert, indem ein strafferer Stundenplan eingeführt und das Angebot an Lernstoff erhöht wird. Die Tagesstruktur der Bewohner wurde abwechslungsreicher und wo immer möglich mit zusätzlichen Beschäftigungen ausgestaltet: Das Programm für den Unterhalt der örtlichen Wanderwege (Verein Pro Eigenthal) wird noch bis zur Schliessung der Unterkunft von Anfang Dezember fortgesetzt.

Systemfragen mit Partnern gemeinsam angehen

Das SFH stellt ferner fest, dass die Koordination zwischen Behörden, Securitas und ORS, aber auch die rechtlichen Grundlagen der Asylbetreuung teilweise verbessert werden können. «Verbesserungen, die durch engere Koordination und klarere Aufgabenteilung möglich sind, möchten wir gerne gemeinsam mit unserem Auftraggeber und der Securitas umsetzen», sagt Stefan Moll-Thissen. Forderungen hingegen, wonach Rahmenverträge für die Betreuung in Bundeszentren klarere Anforderungen und konkretere Definition der nötigen Angebote enthalten müssten, richten sich an die zuständigen Behörden.

Lehren aus dem Einzelfall

Die ORS betreut seit 1992 Asylsuchende im Auftrag des Bundes, von Kantonen und von Gemeinden. «Zu dieser Kontinuität gehört auch: Aus Fehlern ziehen wir Lehren. Deshalb passen wir unser Betreuungskonzept im Rahmen unseres Auftrags auch an». Moll-Thissen betont, er bedaure sehr, dass es in der Bundesunterkunft Eigenthal zunächst nicht immer gelungen sei, den von der ORS definierten, hohen Betreuungsstandard zu erreichen und den Rahmenvertrag zu erfüllen. «Wo wir korrigieren können, tun wir dies rasch», sagt Moll-Thissen. Anschliessend sei es an der Politik, den Standard für die Betreuung und Unterbringung von Asylsuchenden allenfalls teilweise neu zu definieren. Wie auch immer die Asylgesetzrevision vom Parlament beschlossen wird: Die ORS bleibt ein verlässlicher und flexibler Partner für die Betreuung von Asylsuchenden.

Die wichtigsten Forderungen von ai, die sich an die ORS richten:

- Medizinische Sofort-Betreuung optimieren
- Angebot an (klein-)kindergerechter (Zwischen-)Verpflegung
  verbessern
- Schulunterricht regelmässig und strikt durchführen
- Familienleben (Intimität) ermöglichen
- Beschäftigungsprogramme optimieren
- Genügend warme Kleider zur Verfügung stellen
- Effizientere Beheizung der Familienräume 

Die wichtigsten Empfehlungen der SFH an die ORS:

- Medizinisches Konzept verbessern
- Verpflegung den Bedürfnissen von Familien und Kindern anpassen
- Abgabe von Kleidern, die der Jahreszeit entsprechen, gewährleisten
- Tagesstrukturierung verbessern und ausbauen
- Ressourcen für die Betreuung, Schulung und Animation von Kindern
  ausbauen
- Betreuungsprogramm ausbauen 

Die SFH empfiehlt in einigen Punkten einen Ausbau der Betreuungsleistungen. Solche zusätzlichen Aufgaben müsste das BFM in den Dienstleistungskatalog aufnehmen und anschliessend den mit der ORS bestehenden Vertrag um diese erweitern.

Kontakt:

Stefan Moll-Thissen, CEO
Tel.: +41/44/386'67'67
E-Mail: smoll-thissen@ors.ch

Roman Della Rossa, Leiter Kommunikation
Tel.: +41/44/386'67'67
E-Mail: rdellarossa@ors.ch



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