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Schweizerischer Baumeisterverband: Tag der Bauwirtschaft - SBV-Präsident Lardi garantiert auch 2016 Top-Arbeitsbedingungen auf dem Bau

Freiburg (ots) - Der Schweizerische Baumeisterverband bietet den Gewerkschaften die Verlängerung des auslaufenden Landesmantelvertrags (LMV) Bau über 2015 hinaus an. Das bekräftigte Präsident Gian-Luca Lardi am Tag der Bauwirtschaft vor rund tausend Bauunternehmern in Freiburg. Hauptreferentin an dem gemeinsamen Grossanlass von Baumeisterverband und HG Commerciale war Bundesrätin Doris Leuthard. Die UVEK-Vorsteherin wies in ihrer Rede auf die Bedeutung gut funktionierender Infrastrukturen und auf die Notwendigkeit einer nachhaltigen Sanierung des Gotthard-Strassentunnels mit einer Ersatzröhre hin.

Der Schweizerische Baumeisterverband setzt sich mit aller Kraft dafür ein, dass der Landesmantelvertrag (LMV) Bau mit seinen Top-Arbeitsbedingungen auch 2016 gilt. «Dass der Baumeisterverband 2016 keinen LMV mehr will, ist eine glatte Lüge der Unia. Unser Antrag zur Verlängerung des LMV liegt seit Tagen auf dem Pult der Unia und der Syna!», bekräftigte SBV-Präsident Gian-Luca Lardi am Tag der Bauwirtschaft in Freiburg. «Das Angebot beträgt für ausgebildete Maurer 5500 Franken Mindestlohn (x13) und für Hilfsarbeiter ohne Berufsausbildung 4600 Franken (x13). Das ist 12 Prozent mehr, als die Linke in ihrer Mindestlohninitiative gefordert hat», zeigte er auf. Der Durchschnittslohn auf Schweizer Baustellen beträgt 6000 Franken.

«Wird der LMV wie vom SBV angeboten verlängert, profitiert das Baustellenpersonal auch 2016 von Pensionsalter 60 dank dem frühzeitigen Altersrücktritt, fünf bis sechs Wochen Ferien pro Jahr sowie zahlreichen weiteren Entschädigungen», erklärte Lardi. Ein grosszügiges Angebot, dass die Gewerkschaftsvertreter aber bisher ignoriert haben. «Es ist bedauerlich, dass die Unia so wenig Kompromissbereitschaft zeigt. Ich bedaure es vor allem auch, weil damit die anderen Arbeitnehmervertreter wenig Handlungsspielraum haben», erklärte Lardi.

Bundesrätin Leuthard: Bauwirtschaft von zentraler Bedeutung für Wirtschaftsstandort

Hauptreferentin am Tag der Bauwirtschaft war Bundesrätin Doris Leuthard, Vorsteherin des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). In ihren Ausführungen wies sie darauf hin, dass eine gut funktionierende Bauwirtschaft von zentraler Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Schweiz sei. Denn Wirtschaft, Gesellschaft und Staat seien auf intakte nationale Infrastrukturen angewiesen.

«Dazu gehört in den nächsten Jahren neben der Erneuerung bestehender Infrastrukturen insbesondere die nachhaltige Sanierung des Gotthard-Strassentunnels. Aus technischen und staatspolitischen Gründen hat sich der Bundesrat für eine zweite Röhre entschieden», erklärte Bundesrätin Leuthard. «Damit bleibt die Strassenverbindung durch den Gotthard auch während der Sanierung erhalten und die Sicherheit kann verbessert werden», betonte die Verkehrsministerin.

Darüber hinaus sei das Augenmerk zunehmend auf die digitalen Netze zu legen. Denn eine umfassende ICT-Infrastruktur würde der Wirtschaft gerade in der schwierigen Phase helfen, um neue Geschäftsfelder zu eröffnen, Kosten zu senken und den Standort zu stützen. Solche Wachstumschancen müsse der Staat fördern.

Erfolgreich Bauen bedeutet Verdichten

Baumeister-Präsident Gian-Luca Lardi zeigte in seiner Standortbestimmung auf, dass jeder Unternehmer und auch die Branche als Ganzes sich neue Betätigungsfelder und Geschäftsmodelle erarbeiten müsse. «Vorbei sind die Zeiten, in der wir einfach auf der grünen Wiese bauen konnten. Erfolgreich Bauen bedeutet heute Siedlungsentwicklung nach innen. Erfolgreich Bauen im Jahr 2015 bedeutet Verbessern und Verdichten der Bausubstanz. Erfolgreich ist, wer das bestehende Bauland am besten nutzt», erklärte Lardi. Dabei sei auch die Politik gefragt: «Einschränkende Bestimmungen zu Abständen, Geschosszahlen sowie Höchstausnutzungsziffern behindern heute oftmals eine verdichtete Bauweise», zeigte Lardi auf. Um verdichtetes Bauen zu fördern, müssten deshalb höhere Ausnützungsziffern in Zentren zugelassen, Umnutzungen ehemaliger Industriebrachen erleichtert und für Nutzungsübertragungen flexible Möglichkeiten angeboten werden. Nicht zuletzt sei aber auch ein Umdenken bei allen Beteiligten gefragten: «Wir müssen die Akzeptanz des verdichteten Bauens bei Wohneigentümern, Mietern und lokalen Baubehörden verbessern», erklärte Lardi.

Solidaritätszeichen gegenüber der italienischen Schweiz setzen

Mit der Gotthardsanierung, der Milchkuhinitiative und dem Nationalstrassenfonds stehen in den kommenden Jahren für die Bauwirtschaft erneut sehr wichtige Abstimmungsvorlagen an. «Als Tessiner möchte ich Ihnen eine der drei Verkehrsvorlagen besonders ans Herz legen: den Bau der Ersatzröhre am Gotthard», erklärte Lardi. Für ihn sei unverständlich, dass die Gegner einer Lösung mit einem Sanierungstunnel das Tessin für drei Jahre vom Rest der Schweiz abtrennen wollten. «Man stelle sich den Aufschrei in der Westschweiz vor, wenn der Kanton Wallis durch eine Sperrung des Glion-Tunnel drei Jahre lang vom Bassin Lémanique getrennt würde. Oder wenn eine Sperrung der Transjurane oberhalb von Biel jahrelang die Jurassier abschneiden würde», empörte sich Lardi. Die Ersatzröhre am Gotthard sei zwar aus Sicherheitsgründen notwendig, sie sei aber vor allem aus regionalpolitischen Gründen essentiell. «Ich rufe an dieser Stelle vor allem auch die Romandie auf: die Ersatzröhre am Gotthard ist eine Gelegenheit für die Romandie, um ein klares Solidaritätszeichen gegenüber der italienischen Schweiz zu setzen. Die Schweiz ist dank überregionaler Solidarität zu dem geworden, was sie heute ist. Dies ist auch für die Zukunft wichtig, wir dürfen nicht dem regionalpolitischen Egoismus verfallen!», warnte er vor den anwesenden tausend Bauunternehmern.

Kontakt:

Gian-Luca Lardi, Zentralpräsident SBV
Tel.: +41/79/226'19'64
E-Mail: gllardi@baumeister.ch

Dr. Daniel Lehmann, Direktor SBV
Tel.: +41/79/129'11'52
E-Mail: dlehmann@baumeister.ch

Martin A. Senn, Vizedirektor SBV
Leiter Departement Politik + Kommunikation
Tel.: +41/79/301'84'68
E-Mail: msenn@baumeister.ch



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